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Antivirale Prophylaxe

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Antivirale Prophylaxe

Stand: September 2014
Autoren: Michael Sandherr, Marcus Hentrich, Gero Massenkeil, Silke Neumann, Olaf Penack, Marie von Lilienfeld-Toal, Lena Maria Biehl, Oliver A. Cornely für die Arbeitsgemeinschaft Infektionen (AGIHO) der DGHO

1Zusammenfassung

Reaktivierte oder neu erworbene Virusinfektionen gehören zu den Komplikationen antineoplastischer Therapie bei Patienten mit soliden Tumoren oder hämatologischen Neoplasien. Inzidenz und Schweregrad der Viruserkrankung hängt vor allem vom Grad der zellulären Immunsuppression ab. Gezielte Prophylaxe kann eine effektive Strategie zur Verhinderung von Virusinfektionen sein.

Die Leitlinie ‚ Antivirale Prophylaxe bei Patienten mit soliden Tumoren und hämatologischen Neoplasien‘ wurde von der Arbeitsgemeinschaft Infektionen der DGHO (AGIHO) für die Diagnostik und Therapie dieser Patienten erstellt [1]. Grundlagen sind eine systematische Literaturrecherche, die einheitliche Bewertung der Evidenzstärke [2] und ein Konsensfindungsprozess. Dies ist die Kurzfassung dieser Empfehlungen.

2Grundlagen

2.1[Kapitel nicht relevant]

2.2Epidemiologie

Das Risiko von Patienten mit soliden Tumoren oder hämatologischen Neoplasien für neu erworbene Virusinfektionen ist niedrig. Die Mehrzahl der Viruserkrankungen entsteht aus der Reaktivierung latenter Infektionen. Die häufigsten Erreger sind Herpes-simplex-Viren (HSV), Varicella-Zoster-Virus (HZV) und Hepatitis-B-Virus (HBV). Außer bei der allogenen Stammzelltransplantation spielen Cytomegalievirus (CMV) und Epstein-Barr-Virus (EBV) eine untergeordnete Rolle.

In den letzten Jahren wurde verstärkt die Bedeutung viraler Infektionen der Atemwege erkannt. Hierbei handelt es sich meist um exogen erworbene Primärinfektionen. Sie sind mit einer erhöhten Rate sekundärer Komplikationen wie bakteriellen Pneumonien und mit einer signifikanten Letalität assoziiert. Ausführlichere Empfehlungen zu RSV-Infektionen sind in Onkopedia Respiratory Syncytial Virus (RSV) – Infektionen bei Patienten nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation zusammengefasst.

2.3Pathogenese

Der dominierende Risikofaktor für virale Komplikationen unter antineoplastischer Therapie ist der Grad der zellulären Immunsuppression. Das Erkrankungsrisiko steigt mit der Intensität und der Dauer der T-Zell-Suppression. Charakteristisches Beispiel ist die hohe Rate viraler Komplikationen unter Therapie mit Alemtuzumab.

3[Kapitel nicht relevant]

4[Kapitel nicht relevant]

5[Kapitel nicht relevant]

6Therapie

6.1Therapiestruktur

Die relevanten Viren sind in Abbildung 1 zusammengefasst.

Abbildung 1: Relevante Viren für eine antivirale Prophylaxe bei Patienten mit soliden Tumoren und hämatologischen Neoplasien 
Relevante Viren für eine antivirale Prophylaxe bei Patienten mit soliden Tumoren und hämatologischen Neoplasien
HSV – Herpes-simplex-Virus, VSV – Varicella-Zoster-Virus, CMV – Cytomegalievirus, EBV – Epstein-Barr-Virus, RSV – Respiratory Syncytial Virus, HCV – Hepatitis-C-Virus, HBV – Hepatitis-B-Virus

6.1.1Antivirale Prophylaxe bei Patienten mit soliden Tumoren und hämatologischen Neoplasien (außer Hepatitis B)

Die Empfehlungen zur antiviralen Prophylaxe richten sich nach dem Risiko zur Reaktivierung einer Virusinfektion oder zur Erkrankung an einem neu erworbenen Virus. Die Empfehlungen sind in Abbildung 2 zusammengefasst.

Abbildung 2: Antivirale Prophylaxe bei Patienten mit soliden Tumoren und hämatologischen Neoplasien (außer Hepatitis B) 
Antivirale Prophylaxe bei Patienten mit soliden Tumoren und hämatologischen Neoplasien (außer Hepatitis B)

Angaben zum Grad der Empfehlung und zur Evidenzstärke sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

Tabelle 1: Evidenz-basierte Empfehlungen zur antiviralen Prophylaxe bei Patienten mit soliden Tumoren und hämatologischen Neoplasien (außer Hepatitis B) 

Chemo-therapie

Rituximab

Alemtuzumab

Proteasom-Inhibitoren

Purin-Analoga

Autologe SZT

HSV/VZV

keine

C-II

keine

C-II

Aciclovir

A-II

Aciclovir

A-II

Aciclovir1

A-II

keine

C-II

Influenza

Impfung

A-II

Impfung

B-III

Impfung

B-III

Impfung

A-III

Impfung

B-III

Impfung

B-III

CMV

keine

C-II

keine

C-II

keine

B-II

keine

C-III

keine

C-III

keine

C-II

EBV

keine

E-III

keine

E-III

keine

E-III

keine

E-III

keine

E-III

keine

E-III

Respiratorische Viren, Adenoviren

keine

C-II

keine

C-II

keine

C-II

keine

C-II

keine

C-II

keine

C-II

HCV

keine

C-II

keine

C-II

keine

C-II

keine

C-II

keine

C-II

keine

C-II

1 bei folgenden Risikofaktoren: Zweitlinientherapie, Glukokortikoide, CD4 <50/µl, Alter >65 Jahre, Neutrophile <1.000/µl
HSV – Herpes-simplex-Virus, VSV – Varicella-Zoster-Virus, CMV – Cytomegalievirus, EBV – Epstein-Barr-Virus, RSV – Respiratory Syncytial Virus, HCV – Hepatitis-C-Virus, HBV – Hepatitis-B-Virus

6.1.2Prophylaxe der Hepatitis-B-Virus-Reaktivierung

Die Empfehlungen zur Prophylaxe einer HBV-Reaktivierung richten sich dem Infektionsstatus. Der Algorithmus ist in Abbildung 3, zusammen mit Grad der Empfehlung und der Evidenzstärke, dargestellt.

Abbildung 3: Prophylaxe der Hepatitis-B-Virus-Reaktivierung 
Prophylaxe der Hepatitis-B-Virus-Reaktivierung

7[Kapitel nicht relevant]

8[Kapitel nicht relevant]

9Literatur

  1. Sandherr M et al.: Antiviral prophylaxis in patients with solid tumours and haematological malignancies – Update of the Guidelines of the Infectious Diseases Working Party (AGIHO) of the German Society for Hematology and Medical Oncology (DGHO). Submitted

  2. Maschmeyer G et al.: Infektionen in der Hämatologie und Onkologie, 2014

10[Kapitel nicht relevant]

11[Kapitel nicht relevant]

12[Kapitel nicht relevant]

13[Kapitel nicht relevant]

14[Kapitel nicht relevant]

15Anschriften der Verfasser

PD Dr. med. Michael Sandherr
Gemeinschaftspraxis
für Hämatologie und Onkologie mit Tagesklinik
Röntgenstr. 4/II
82362 Weilheim
Tel: 0881 4179430
Fax: 0881 4179435
PD Dr. med. Marcus Hentrich
Rotkreuzklinikum München gGmbH
III. Medizinische Abteilung -
Hämatologie und Onkologie
Nymphenburger Str. 163
80634 München
Tel: 089 1303-39250
Fax: 089 1303-394335
PD Dr. med. Gero Massenkeil
Städtisches Klinikum Gütersloh
Medizinische Klinik II
Reckenberger Str. 19
33332 Gütersloh
Tel: 05241 832-4302
Fax: 05241 832-4303
Dr. med. Silke Neumann
Medizinisches Versorgungszentrum
Intern. Onkologie und Hämatologie
Gynäkologische Onkologie
Sauerbruchstr. 7
38440 Wolfsburg
PD Dr. med. Olaf Penack
Charité - Universitätsmedizin Berlin
CVK: Campus Virchow-Klinikum
CC 14: Tumormedizin
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Tel: 030 450653192
Fax: 030 450553914
Prof. Dr. med. Marie von Lilienfeld-Toal
Universitätsklinikum Jena
Klinik für Innere Medizin II
Abt: Hämatologie und Intern. Onkologie
Erlanger Allee 101
07747 Jena
Tel: 03641 9-324201
Fax: 03641 9-324202
Dr. Lena Maria Biehl
Uniklinik Köln
Klinik I für Innere Medizin
Kerpener Str. 62
50937 Köln
Tel: 0221 478-6494
Fax: 0221 478-3611
Prof. Dr. med. Oliver A. Cornely
Uniklinik Köln, Klinik I für Innere Med.
Zentrum für Klinische Studien
Infektiologie-Hämatologie-Onkologie
Kerpener Str. 62
50937 Köln
Tel: 0221 478-6494
Fax: 0221 478-3611

16Erklärung zu möglichen Interessenkonflikten

nach den Regeln der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie und den Empfehlungen der AWMF (Version vom 23. April 2010) und internationalen Empfehlungen