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Prävention von Infektionen und Thrombosen nach Splenektomie oder funktioneller Asplenie

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Prävention von Infektionen und Thrombosen nach Splenektomie oder funktioneller Asplenie

Stand: Januar 2013
Autoren: Monika Engelhardt, Stefan Eber, Ulrich Germing, Hermann Heimpel, Winfried V. Kern, Markus Schmugge
Vorherige Autoren: Peter Haas, Milen Minkov, Christian Theilacker

1Definition und Basisinformationen

Die Milz spielt eine zentrale Rolle im Immunsystem. Besonders wichtige Funktionen kommen dem Organ bei der Abwehr invasiver Infektionen durch bekapselte Bakterien und Parasiten mittels Phagozytose zu [12]. Ein Hyposplenismus wird heute als eine erworbene Störung angesehen, die potentiell mit anderen Erkrankungen assoziiert ist und gelegentlich mit einer Verminderung der Milzgröße einhergeht. Asplenie verweist auf das Fehlen der Milz, eine Störung, die sehr selten kongenital auftritt, als häufiger eine Operationsfolge darstellt (Tabelle 1).

Menschen ohne Milz oder mit nicht funktionstüchtiger Milz sind vor allem durch schwere bakterielle Infektionen mit hoher Mortalität gefährdet, die als Postsplenektomiesepsis (PSS) oder Overwhelming-Postsplenectomy-Infection (OPSI) bezeichnet werden. Die aus meist retrospektiven Studien und mit heterogenen Studienpopulationen geschätzte Inzidenz beträgt 0.4-7.2 Fällen/1000 Patientenjahre [12]. Die Sterblichkeit der PSS ist mit 50-70% sehr hoch [12345]. Nur bei frühzeitiger Diagnose und sofortigem Einsatz bakterizider Antibiotika ist sie zu senken [2478]. Ein PSS-Risiko besteht wohl lebenslang [18]. Es wird vermutet, dass B-Zell-Defekte wie z.B. fehlende bzw. verminderte IgM 'memory' B-Zellen die Empfindlichkeit gegenüber Infektionen mitbedingen [9].

Risikofaktoren für schwere Infektionen sind Milzverlust im frühen Kindesalter, d.h. bei Kindern mit noch unreifem Immunsystem, höheres Lebensalter (Personen >60 Jahre), Milzentfernung bei Grunderkrankungen mit à priori erhöhter Infektanfälligkeit (z.B. Hodgkin-Lymphom oder nach intensiver Chemotherapie) und Zustand nach einer einmal überstandenen PSS oder anderen schweren Infektionen nach Milzentfernung [12810]. Gleiche Infektionsrisiken bestehen auch bei anatomisch erhaltener, aber funktionsunfähiger Milz (Tabelle 1).

Tabelle 1: Erkrankungen, die mit Hyposplenie oder Milzatrophie assoziiert sind und Erkrankungen, die zur Splenektomie führen [1] 

Kongenitale Formen

  • Normale oder frühgeborene Neugeborene

  • Isolierte kongenitale Hyposplenie

  • Ivemark's Syndrom

  • Autoimmun Polyendokrinopathie-Candidiasis-Ektodermales Dystrophie (APECED) Syndrom

  • Hypoparathyreoidismus Syndrom

  • Stormorken's Syndrom

Autoimmunerkrankungen

  • Systemischer Lupus erythematosus

  • Rheumatoide Arthritis

  • Glomerulonephritis

  • Wegner Granulomatose

  • Goodpasture Syndrom

  • Sjögren Syndrom

  • Nodale Polyarteritis

  • Thyroiditis

  • Sarcoidose

Gastrointestinale Erkrankungen

  • Zöliakie

  • Inflammatorische Darmerkrankungen

  • M. Whipple

  • Dermatitis herpetiformis

  • Intestinale Lymphangiektasie

  • Ideopathisch chronisch ulcerative Enteritis

Infektiöse Erkrankungen

  • HIV / AIDS

  • Pneumokokken-Meningitis

  • Malaria

 

Lebererkrankungen Erkrankungen

  • Chronisch aktive Hepatitis

  • Primär biliäre Zirrhose

  • Hepatische Zirrhose und portale Hypertension

  • Alkohol-bedingte Lebererkrankung

Iatrogene Formen

  • Kontakt / Einnahme von Methyldopa

  • Hochdosierte Steroidgabe

  • Total-parenterale Ernährung

  • Milzbestrahlung

Hämatologisch und onkologische Erkrankungen

  • Hämoglobin S Erkrankungen

  • Knochenmark-/Periphere Blutstammzelltransplantation

  • Chronische Graft versus host Erkrankung (GvHD)

  • Akute Leukämien / Lymphomerkrankungen

  • Chronisch myeloproliferative Neoplasien (MPN)

Veränderung der splenischen Zirkulation

  • Milzarterienverschluß

  • Milzvenenthrombose

Verschiedenes

  • Amyloidose

Erkrankungen, die zur Splenektomie führen

  • Hämolytische Anämien (v.a. hereditäre Sphärozytose)

  • Sichelzellerkrankung

  • ß-Thalassämien

  • Refraktärer Thrombozytopenie (z.B. bei ITP)

  • Myeloproliferative Neoplasien (MPN) und andere lymphoproliferative (z.B. CLL, Haarzellleukämie, PLL)

  • Autoimmun-hämolytische Anämien (AIHA)

  • Hypersplenismus

  • Traumatische Milzruptur

  • Iatrogene Milzverletzungen (z.B. intraabdominelle Eingriffe), TTP (Thrombotisch Thrombozytopenische Purpura)

Neben der erhöhten Inzidenz lebensgefährlicher bakterieller und parasitärer Infektionen ist das Risiko von Thrombosen des Venensystems im Bereich der unteren und oberen Hohlvene und der stromaufwärts liegenden großen Venen eine weitere potentiell auftretende Komplikation nach Splenektomie [8111213]. Dabei besteht ein erhöhtes vaskuläres Risiko für venöse und arterielle Thrombosen nach Splenektomie. Vaskuläre Komplikationen können mit einer verminderten Durchblutung bzw. einem Gefäßverschluss einhergehen und als in situ Thrombosen, Thromboembolien, Vasospasmen oder Arteriosklerosen auftreten. Das Risiko thromboembolischer Ereignisse und pulmonal arterieller Hypertension (PAH) variiert in Anhängigkeit von der zugrundeliegenden Erkrankung, weshalb eine Splenektomie durchgeführt wurde, und ob diese Erkrankung mit einer intravaskulären Hämolyse assoziiert ist. Thromboembolische Komplikationen werden dabei am häufigsten nach Splenektomie bei Thalassämie intermedia (TI) beobachtet, welche neben der ineffektiven Erythropoese eine chronische intravaskuläre Hämolyse zeigt. In einer großen Analyse an 8860 Patienten mit TI lag die Prävalenz thromboembolischer Ereignisse bei 4%, von denen fast alle (94%) diese Komplikation nach Splenektomie zeigten [14]. Die Rate thromboembolischer Komplikationen bei anderen hämatologischen Erkrankungen ist bisher nur unzureichend untersucht [11].

2Diagnostik der Milzfunktion

In Hochschulkliniken ist die Häufigkeit der Splenektomie, die aus hämatologisch, immunologisch oder onkologischen Gründen durchgeführt wird, deutlich höher (54%) als Trauma-bedingte Splenektomien (16%) [15]. Die erhöhte Inzidenz von PSS/OPSI hat allerdings zu einer deutlich konservativeren Indikationsstellung der Splenektomie geführt, die heute seltener - auch nach Trauma - durchgeführt wird und wobei insbesondere nach Trauma versucht wird, ein Milz-erhaltendes operatives Vorgehen zu erreichen [1].

Während eine fehlende Milz mit bildgebenden Verfahren einfach dargestellt werden kann, ist die Einschätzung der Milzfunktion bei funktioneller Hyposplenie/Asplenie schwieriger. Radioisotopen-Verfahren vermögen die morphofunktionale Analyse der Milz durch Injektion, Aufnahme (Uptake) und Clearance von Partikelsubstanzen bzw. radiomarkierten Tracern. Aufgrund hoher Kosten, technischer Schwierigkeiten bzw. eingeschränkter Sensitivität wird diese Radioisotopenanalyse allerdings in der klinischen Praxis nur eingeschränkt eingesetzt [1].

Ein Hinweis auf eine eingeschränkte filtrative Funktion der Milz geben Howell-Jolly-Körperchen im peripheren Blutausstrich (persistierende Mikronuklei in Erythrozyten). Der Nachweis von Howell-Jolly-Körperchen stellt zwar eine hilfreiche Methode beim Nachweis einer Asplenie dar, wird aber bezüglich der Spezifität und Sensitivität kritisch diskutiert, besonders bei milden Formen der Hyposplenie [18].

Eine bessere Sensitivität stellen der Nachweis mit der Phasen-Interferenz-Mikroskopie sogenannter 'Pitted Red Blood Cells' oder „Pitted Erythrocytes“ dar (gestörte Membranarchitektur von Erythrozyten) [1]. Da die Auszählung bzw. der Nachweis dieser 'pitted erythrocytes' einen einfachen, wiederholt durchführbaren und quantitativen Test darstellt, der mit der Milzgröße korreliert, wird dieser Test als Goldstandard für eine Milzdysfunktion in Studien angesehen. Allerdings ist für den Nachweis eine besondere Ausstattung ('Nomarski Optics') notwendig, welches die Nachweismethode einschränkt [1].

Der akzidentielle Nachweis einer verkleinerten Milz bei der abdominellen Bildgebung sollte Kliniker grundsätzlich dazu verleiten, einen der möglichen Tests zur Quantifizierung einer Milzdysfunktion durchzuführen (Tabelle 2).

Tabelle 2: Klinische Besonderheiten der häufigsten mit Hyposplenie-assoziierten Erkrankungen [1] 

Diagnostische Methodik

Prävalenz der Hypo-splenie (%)

Grad der Hypo-splenie

Assozia-tion mit PSS/OPS

Zusätzliche Information

Sichelzellerkrankung

pitted erythrocytes

100

schwer

+++

Hyposplenie verschlechtert sich mit verminderter Hämoglobin F Konzentration

PBSZT/KMT od. GvHD

HJB, pitted erythrocytes

40;15

moderat bis schwer

+++

Hyposplenismus vermehrt bei extensiver GvHD; Notwendigkeit der AB-Prophylaxe

Zölliakie

pitted erythrocytes

33-76

moderat bis schwer

+++

Hyposplenismus reversibel nach Gluten-freier Diät; verminderte Konzentration von IgM-memory-B-Zellen, schlechte Prognose bei Pat. mit Milzatrophie

HIV/AIDS

pitted erythrocytes

36

moderat bis schwer

+++

Verminderte Konzentration von IgM-memory-B-Zellen

Schwere alkoholische Lebererkrankung

pitted erythrocytes

37-100

moderat bis schwer

+++

Abstinenz verbessert Milzfunktion

Inflammatorische Darmerkrankungen

pitted erythrocytes

35-45 (UC); 9-37 (CD)

mild bis moderat

++

Verminderte Konzentrationen von IgM-memory-B-Zellen; schlechte Prognose bei Pat. mit Milzatrophie

M. Whipple

pitted erythrocytes

47

mild

-

Thrombozytose, Thrombotische Ereignisse

Primäre Amyloidose

HJB

28

moderat

++

Schlechte Prognose bei hyposplenischen Patienten

Systemischer Lupus erythematosus

HJB; pitted erythrocytes

7;5

mild bis moderat

++

Hyposplenismus unabhängig zur Krankheitsaktivität

- keine Evidenz,+ schwache Evidenz, ++ moderate Evidenz, +++ starke Evidenz
HJB = Howell-Jolly-Körperchen, UC = Colitis ulcerosa, CD = M. Crohn

3Splenektomie und Hyposplenismus

Die häufigsten Indikationen für eine Splenektomie sind ein Milztrauma, abdominelle solide Tumore mit Befall der Milz oder versorgender Gefäße und iatrogene Verletzung des Organs bei operativen Eingriffen [14].

Indikationen zur therapeutischen Splenektomie können hämolytische Anämien wie die Sphärozytose, schwere Formen der kongenitalen dyserythropoetischen Anämie Typ II, schwere Thalassämieformen, Sichelzellkrankheit, therapieresistente idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP), Hypersplenismus und chronisch myeloproliferative Neoplasien sein, wie primäre Myelofibrose mit Riesenmilz. Dagegen wird bei Lymphomen (Hodgkin- bzw. Non-Hodgkin-Lymphom bzw. Haarzellleukämie) mit ausgeprägter Milzvergrößerung und Hypersplenismus nur noch selten eine Splenektomie durchgeführt, bedingt durch die Fortschritte der zytostatischen Chemotherapien / onkologischen Systemtherapien [16].

Ein erworbener Verlust der Milzfunktion bei Adoleszenten und Erwachsenen (funktionelle Asplenie oder Hyposplenismus) findet sich vor allem bei der auch in Deutschland heute häufiger gesehenen Sichelzellkrankheit (hier bei etwa der Hälfte aller Patienten, unabhängig von der genetischen Konstellation, aber nicht bei klinisch asymptomatischen Heterozygoten), nach intensiver Chemotherapie, insbesondere nach Stammzelltransplantation [1617]., chronischer GvHD, Zölliakie und HIV-Infektion Tabelle 1 und Tabelle 2) [1].

4PSS/OPSI

Asplenie und Hyposplenie sind wesentliche Risikofaktoren für eine ambulant erworbene fulminante schwere Sepsis. Die Erkrankung verläuft in der Frühphase in der Regel ohne erkennbaren Fokus. Weitere typische Erreger sind Meningokokken und nach Tierbissverletzungen Capnocytophaga canimorsus. Patienten mit funktioneller oder anatomischer Asplenie sind darüber hinaus für schwer verlaufende intraerythrozytäre Parasitosen, wie Babesiose und Malaria, gefährdet [17][8]. Eine Impfprävention ist möglich und obligat.

Sepsisrisiko und Prognose sind abhängig von der Grunderkrankung und am höchsten bei Thalassämia major (8% bzw. 5%), Sichelzellerkrankung (7% bzw. 5%) und Hodgkin-Lymphom (4% bzw. 2%). PSS/OPSI-Häufigkeit und –Sterblichkeit sind niederiger bei Sphärozytose (3% bzw. 1%), ITP (2% bzw. 1%) und trauma-bedingter Splenektomie (2% bzw. 1%) [17]. Anzumerken ist dabei allerdings, dass ein großer Teil der Daten in der Periode vor der Einführung der Anti-Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe erhoben wurde. PSS/OPSI scheint besonders in den ersten Jahren nach Splenektomie aufzutreten, wurde jedoch auch 20-40 Jahre nach Splenektomie beschrieben [1]. Die Inzidenz auch anderer schwerer Infektionen mit Krankenhausaufnahme ist bei Asplenie-Patienten hoch und betrug in einer früheren Untersuchung 7 Fälle pro 100 Patientenjahre [18].

4.1PSS/OPSI-Therapie

PSS/OPSI stellt einen medizinischen Notfall dar, der eine prompte Diagnose und sofortige Therapie verlangt, um die Mortalität zu vermindern. Der klinische Verlauf wird in Stunden und nicht in Tagen gemessen, die meisten Todesfälle werden bereits innerhalb der ersten 24h nach Auftreten erster PSS/OPSI-Symptome beobachtet [1].

Bei Asplenie-Patienten mit unklarem Fieber und Allgemeinsymptomen ist daher eine frühe empirische Antibiotikagabe essenziell. Gemäß erwartetem Erregerspektrum ist die Gabe eines Cephalosporins (Wirksamkeit gegenüber Pneumokokken und Meningokokken) empfohlen (Drittgenerations-Cephalosporin wie Cefotaxim oder Ceftriaxon), initial mit Gabe von Gentamicin (5-7mg/kg einmalig). Blutkulturen sind wichtig. Beschrieben und sinnvoll können auch PCR-Methoden sein, mit denen der simultane Nachweis aller 3 hauptsächlich OPSI-verursachenden verkapselten Bakterien gelingen kann [119].

4.2Prävention von PSS/OPSI

4.2.1Subtotale Splenektomie

Bisher veröffentlichte Ergebnisse zeigen gute Erfolge vor allem bei der hereditären Sphärozytose [2021] sowie bei der Thalassämie, so dass das erstere Verfahren bei diesen Erkrankungen bevorzugt eingesetzt werden sollte. Bei Patienten mit schwerer Verlaufsform der hereditären Sphärozytose kann eine leichte Hämolyse mit Anämie persistieren. Fallberichte bei anderen hämolytischen Anämien (z.B. Pyruvat-Kinase Mangel) und ITP sind weniger positiv, sodass die nahezu vollständige Splenektomie nicht für andere Erkrankungen empfohlen werden kann.

4.2.2Schulung

Bis zu 84% splenektomierter Individuen sind über das Risiko für schwere Infektionen nach Splenektomie unzureichend aufgeklärt [17][822]. Da für die Verminderung der Letalität von Postsplenektomie-Infektionen, die umgehende Behandlung mit einem geeigneten Antibiotikum bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion von entscheidender Bedeutung ist, ist die Schulung dieser Patienten (und Ärzte) zur Senkung dieser infektiösen Komplikationen hochrelevant (Tabelle 3,4 und 5).

Tabelle 3: PSS-Frequenz in Abhängigkeit von der Qualität des Patientenwissens [22] 

Patientenwissen

n

PSS/OPSI - Frequenz (%)

Gut

2/142

1,4

Mäßig

3/96

3,1

Schlecht

13/79

16,5

*p<0.01

Es sollte deshalb jeder Patient vom (weiter)betreuenden Arzt über das Risiko für lebensbedrohliche Infektionen und die Notwendigkeit einer umgehenden empirischen Antibiotikatherapie bei Fieber und Infektionsverdacht aufgeklärt werden [8]. Darüber hinaus sollten Betroffene einen Notfallausweis mit sich führen (Bezugsmöglichkeit für deutschsprachigen Asplenie-Pass unter www.asplenie-net.org). Allen Patienten sollte erklärt werden, dass im Fall einer schweren Infektion eine schnellst mögliche Antibiotikatherapie, ggf. im Rahmen einer Selbstbehandlung, lebensrettend sein kann (Tabelle 4). Geeignet für eine frühe präklinische Behandlung ist Amoxicillin-Clavulansäure (Tagesdosis für Erwachsene, 3x12,5 mg/kg KG; für Kinder 60 mg/kg) oder bei Penicillinallergie Oralcephalosporine oder (mit Einschränkung) Makrolide [17][8].

Tabelle 4: Prä- und postoperative Maßnahmen, um Komplikationen nach Splenektomie zu verhindern [1] 

Vor oder nach Splenektomie

Maßnahmen

Vor Splenektomie

Patienteninformation bezüglich Risiken

für PSS/OPSI

Ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch, Splenektomiepass, ggf. Aushändigen von weiterem Informationsmaterial,

Impfungen

Impfungen gegen Pneumokokken, Meningokokken, Haemophillus influenzae Typ B, idealerweise wenigstens 14d vor geplanter Splenektomie (Kapitel 4.2.5 + Tabelle 6)

Erhöhung der Thrombozytenzahl

Thrombozytenzahl >50x109/L durch Steroide, IVIg od. Andere

Nach Splenektomie

Antibiotikaprophylaxe

Postoperative AB-Prophylaxe (gegen Pneumokokken) bei noch nicht erfolgter Impfung

Thromboseprophylaxe

Frühe Mobilisation, gute Hydratation, frühe Initiierung prophylaktischer Antikoagulation bei Thromboserisiko

Beendigung anderer Therapien

Langsames Ausschleichen Steroide, Absetzen TPO-Ras bei z.B. ITP

Impfauffrischung

Wiederimpfung gegen Pneumokokken und Meningokokken gemäß aktualisierte Empfehlung und jährlicher Grippeschutz, Ausstellen Splenektomiepass falls nicht vorher erfolgt

Regelmäßige Verlaufskontrollen

Bei z.B. Splenektomie bei ITP: WV alle 3 Mon. im 1. Jahr und nicht weniger als 1x/Jahr danach, u.a. auch um Pat. an Vorsichtsmaßnahmen zu erinnern, Schwangerschaft erfordert Reevaluation

+ Splenektomiepass

4.2.3Antibiotikaprophylaxe

Die grundsätzliche Verwendung von Antibiotika zur Vermeidung von PSS/OPSI ist nicht Evidenz-basiert [17][8]. Die Effektivität ist unbekannt, und es existiert keine allgemeingültige Einigung, wie lange Antibiotika verwandt werden sollten, bei welchen Subgruppen diese relevant sind und inwieweit eine schlechte Compliance und Resistenzentwicklung den Effekt dieser einschränken. Zudem können Antibiotika zwar das Risiko vermindern, aber PSS/OPSI nicht komplett verhindern.

In älteren kontrollierten Studien aus den 80er Jahren wurden positive Effekte einer Penicillin-Prophylaxe bei Kindern mit Sichelzellkrankheit gezeigt [2324]. Auch in retrospektiven Studien bei splenektomierten Kindern hat man eine Reduktion von PSS/OPSI während der Behandlung mit Benzylpenicillin beobachtet [2526]. Diese Daten sind kaum übertragbar auf die heutige Situation mit Kindern <5 Jahren, allerdings besteht keine Einigkeit der kanadischen, britischen und amerikanischen Leitlinien darüber, wann die prophylaktische Benzylpenecillingabe beendet wird [1].

Aufgrund der unsicheren Datenlage bezüglich Indikation und Dauer wird die Antibiotikaprophylaxe bei Erwachsenen nicht generell empfohlen. Sie ist allerdings bei Erwachsenen bei bereits stattgehabter PSS zu erwägen, da hier ein >10-fach erhöhtes Risiko für ein PSS-Rezidiv besteht [8], sowie bei Patienten mit gleichzeitig bestehender hämatologischer Erkrankung oder Immundefizienz, bei denen nicht von einem ausreichenden Schutz durch die Pneumokokken-Impfung ausgegangen werden kann oder die zunächst nicht geimpft werden können [8].

Empfohlen für die Antibiotikaprophylaxe wird Penicillin V (Erwachsene 2×1 Mio IE, Kinder 3 Monate-2 Jahre 2 × 125.000 IE, 3-10 Jahre 2 × 250.000 IE, 5 Jahre bis Pubertät 2 × 500.000 IE) oder Amoxicillin (2 x 10 mg/kg KG); bei Penicillinallergie ist niedrig dosiertes Erythromycin (1 x 10 mg/kg KG) eine Alternative (L1). Die Antibiotikaprophylaxe kann für das Intervall mit dem höchsten Risiko für eine PSS bzw. für ein PSS-Rezidiv, d.h. für 1 bis 2 Jahre nach Splenektomie bzw. nach PSS, durchgeführt werden [8].

Zur Antibiotikaprophylaxe nach subtotaler (nahezu vollständiger) Splenektomie ist die Datenlage unzureichend. Die Autoren finden regelmäßig auch nach subtotaler Splenektomie deutlich erhöhte 'pitted erythrocytes' für Wochen bis Monate und postulieren für diese frühe postoperative Periode eine gestörte Milzfunktion. Für diese Zeit sollte so verfahren werden wie bei totaler Splenektomie.

Tabelle 5: Antibiotikaprophylaxe und Stand-by-Antibiotikatherapie bei Asplenie/Splenektomie 

Antibiotikaprophylaxe

  • Bei Kindern immer für mind. 3 Jahre nach Splenektomie (je nach Erkrankung (z.B. Thalassämie auch lebenslang)

  • Nach stattgehabter invasiver Pneumokokkeninfektion (PSS) für 1-2 Jahre

  • Bei zu erwartendem schlechten Pneumokokken-Impferfolg (z.B. Chemotherapie)

 

Geeignet für Erwachsene: Penicillin V (Erwachsene 2×1 Mio IE pro Tag) oder Amoxicillin 2x10 mg/kg KF pro Tag, bei Penicillin-Allergie: Erythromycin 1x5mg/kg KG/d

Geeignet für Kinder: Penicillin V (3 Monate-2 Jahre 2 × 125.000 IE, 3-10 Jahre 2 × 250.000 IE, 5 Jahre bis Pubertät 2 × 500.000 IE) oder Amoxicillin p.o. 2x20mg/kg KG/d; bei Penicillin-Allergie: Erythromycin 1x10mg/kg KG/d

 

Stand-by-Therapie

  • Bei Fieber, Schüttelfrost, Krankheitsgefühl, ggf. durch den Patienten einzusetzen, umgehend ärztliche Betreuung und Überwachung notwendig

Geeignet: Amoxicillin/Clavulansäure (falls möglich Ceftriaxon i.v.); bei Penicillin-Allergie: Azithromycin oder Clarithromycin

4.2.4Malariaprophylaxe

Bei Reisen in Malaria-Endemiegebiete sollte eine ausführliche Aufklärung in einer reisemedizinischen Beratungsstelle erfolgen. Dabei muss auf die Möglichkeiten der Expositionsprophylaxe wie auch Chemoprophylaxe eingegangen werden, ggf. auch auf Optionen zur Malaria-Stand-by-Therapie [8].

4.2.5Infektionsprävention: Impfungen

Die Impfungen sind bei Kindern jenseits des 6. Lebensjahrs, Jugendlichen und Erwachsenen identisch. Bei elektivem Eingriff sollte spätestens 2 Wochen vor Splenektomie (ansonsten 2 Wochen nach Splenektomie) geimpft werden. Bei laufender Chemotherapie, nach Rituximab-Behandlung oder bei hochdosierter Kortikosteroidgabe (≥ 20 mg Prednisolon oder Dosisequivalent für ≥ 4 Wochen) sollte ein Impfabstand von 1 bis 3 Monaten eingehalten werden. Für die funktionelle Asplenie liegen die meisten Erfahrungen aus den Sichelzellpatientenkohorten vor [27]. Sie können auf die anderen genannten Formen der funktionellen Asplenie übertragen werden.

Pneumokokken: Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut (STIKO) wie auch vom schweizerischen Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfohlen. Bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren gilt der 23-valente Polysaccharid-Impfstoff PSV-23 als Standardimpfung [8]. Auffrischimpfungen können jedoch zu einem abnehmenden Impfansprechen führen („Hyporesponsiveness“), sofern nicht initial eine Konjugatimpfung verabreicht wurde.

Für eine optimale Impfantwort wird initial der 13-valente Pneumokokken-Konjugatimpfoff (PCV-13) bevorzugt (soweit nicht bereits im Kindesalter wiederholt verabreicht) und nach frühestens 2 Monaten mit PSV-23 geboostert [28]. Der Schutz wird damit auf weitere Pneumokokken-Kapseltypen ausgeweitet [2930]. Patienten, die als erste Impfung PPV-23 erhalten haben, werden mit einer Dosis PCV-13 frühestens nach 1 Jahr aufgefrischt [15]. PCV-13 (Prevenar®) ist derzeit für Kinder bis 17 Jahre und für Erwachsene ab 50 Jahren zugelassen [31]. Das Erreichen protektiver Impftiter ist bei immunsupprimierten Patienten und insbesondere bei maligner hämatologischer Grunderkrankung unsicher [32].

Haemophilus influenzae: Die Kolonisierungraten mit H. influenzae Typ b bei Kindern und in der Allgemeinbevölkerung sind seit der Einführung des Kapsel-Konjugatimpfstoffs 1990 deutlich gefallen. Die Bedeutung von invasiven H. influenzae-Infektionen als Komplikation nach Splenektomie ist daher derzeit unklar [33]. Auch ohne Impfung werden im Laufe des Lebens durch Erregerkontakt protektive Antikörpertiter erworben, die jedoch mit zunehmendem Alter wieder abfallen. Sollte ein Kind ungeimpft sein, wird im Rahmen einer Splenektomie oder der Neudiagnose einer funktionellen Asplenie die umgehende (Nach)-Impfung gegen H. influenzae Typ b empfohlen. Bei Erwachsenen sind die Meinungen unterschiedlich. Die STIKO empfiehlt die (einmalige) Impfung im Rahmen einer Splenektomie, das BAG empfiehlt sie nicht. Eine Auffrischimpfung wird nicht empfohlen [8]. Ein Problem ist die Verfügbarkeit eines monovalenten Konjugatimpfstoffs in Deutschland (der aber z.B. über Österreich erhältlich ist).

Meningokokken: In Deutschland wird die Mehrzahl der Erkrankungen durch Erreger der Serogruppe B (ca. 65%) und C (ca. 25%) verursacht. Gegen die Serogruppe B konnte bisher (aufgrund identischer Polysaccharidstrukturen der B-Kapsel und menschlichen Nervenzellen) kein verwendbarer Impfstoff entwickelt werden; neue Impfstoffe stehen kurz vor der Zulassung. In Deutschland und in der Schweiz stehen mono- und quadrivalente Konjugatimpfstoffe für die Serogruppe C (MCV-C) bzw. A, C, W und Y (MCV-ACWY) zur Verfügung. Polysaccharidimpfstoffe sollten bei Immundefizienten nicht mehr zum Einsatz kommen. Entsprechend wird bei Asplenie von der STIKO und der BAG eine Impfung mit MCV-ACWY empfohlen [30]. Bei Asplenie wird ein schlechteres Ansprechen auf eine einmalige Impfung mit Meningokokken-Konjugatimpfstoff beobachtet, weshalb vom BAG und in den US-amerikanischen Leitlinien (ACIP) eine zweimalige Impfung mit MCV-ACWY innerhalb von 2 Monaten empfohlen wird [3435] BAG und ACIP empfehlen eine Auffrischungsimpfung mit MCV-ACWY im Fünfjahresabstand [34]. Die STIKO nimmt hierzu in ihren Impfempfehlungen keine Stellung. In Deutschland ist ein MCV-ACWY Impfstoff (Nimenrix®) ab dem 1. Lebensjahr zugelassen, für einen zweiten (Menveo®) wurde die Erweiterung der Zulassung ab dem 2. Lebensjahr erteilt (August 2012).

Influenza: Auch wenn es derzeit keine klare Impfempfehlung für Splenektomie-Patienten für Influenza-Impfungen gibt, sollte eine jährliche Impfung erfolgen. Die Gründe liegen in dem hohen Risiko für Sekundärinfektionen durch Pneumokokken, die bei Influenza-Erkrankungen auftreten können [8].

Besondere Impfempfehlungen nach allogener und autologer Stammzelltransplantation: Die Impfantwort bei allogen- und autolog-stammzelltransplantierten Patienten ist insbesondere in den ersten Monaten nach Transplantation deutlich eingeschränkt. Es wird deshalb empfohlen, bei diesen Patienten erst ab 3 bis 6 Monaten nach Transplantation zu impfen. Hierbei sollte PCV-13 verwandt werden. Während des Intervalls bis zur 1. Impfung und bei chronischer Graft-versus-Host-Disease (GvHD) sollte eine prophylaktische Antibiotikagabe erfolgen [16]. Die Impftiter für Pneumokokken und Haemophilus lassen sich steigern, wenn sowohl Stammzellspender und -empfänger geimpft werden [1736].

Tabelle 6: Impfplan (Pneumokokkenimpfung und Meningokokkenimpfung) bei Asplenie/Splenektomie 

Alter

Grundimmunisierung

1. Auffrischung

2. Auffrischung

Pneumokokken

 

 

 

2 - 12 Mon.

3 x PCV-13 (Abstand 4 Wo)

PCV-13 (mit 12-18 Mo.)

PSV-23 * # (mit 24 Mo.)

1 - 6 J.

1x PCV-13

PCV-13 (nach 2-6 Mo.)

PSV-23 * # (nach 2-6 Mo.)

> 6 J. u. Erwachsene$**

1x PCV-13

PSV-23 (nach 2-6 Mo.)

PSV-23 # (nach 5 J.)

* frühestens ab 24 Mon.
# spätere einmalige Auffrischung nach 5 Jahre. Kinder erhalten maximal 2 Dosen
$ PCV ist in Deutschland für Kinder < 5 Jahre und Erwachsene > 50 J. zugelassen; die Erstattungsfähigkeit über die GKV muss gegebenenfalls erfragt werden;
** Nach Expertenmeinungen und aktuellen US-amerikanischen Empfehlungen. Patienten, die mit PSV vorgeimpft sind, erhalten 1x PCV in einem Mindestabstand von 12 Monaten, danach PSV-23 alle 5 Jahre

Meningokokken

 

 

 

2-12 Mon.

2 x MCV-C (Abstand 2 Mon.)

MCV-ACWY + (nach 12 Mo.)

MCV-ACWY + * (nach 6-12 Mon.)

≥ 1 J. und Erwachsene

1x MCV-ACWY +

1x MCV-ACWY + (nach 2 Mo.)

 

+ Zulassung beachten: Nimenrix® ab vollendetem 12. Lebensmonat; Menveo® ab vollendetem 24. Lebensmonat
* Spätere Auffrischung: alle 5 Jahre

Haemophilus

 

 

 

2 Mon. - 5 J.

Grundimmunisierung laut Impfplan der STIKO

 

≥ 6 J.

Einmalige Impfung mit HiB-Konjugatimpfstoff (HiB-Mono)

 

 

Influenza (Grippe)

 

 

 

≥ 6 J.

Jährliche Grippeschutzimpfung

 

PCV-13: 13-valenter Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (Prevenar-13®)
PSV-23: 23-valenter Pneumokokken-Polysaccaridimpfstoff (Pneumovax®)
MCV-C: Meningokokken-Konjugatimpfstoff Serotyp C (Meningitec®, NeisVac-C®, Menjugate®)
MCV-ACWY: Meningokokken-Konjugatimpfstoff Serotyp A, C, W, Y (Menveo®, Nimenrix®)
HiB: Haemophilus-influenzae Typ B-Konjugatimpfstoff (ACT-HiB (nur über Import)
Details + Aktualisierungen unter www.asplenie-net.org

5Thrombosen

Eine weitere potentiell auftretende Komplikation nach Splenektomie ist das Risiko von Thrombosen des Venensystems im Bereich der unteren und oberen Hohlvene und der stromaufwärts liegenden großen Venen [8][1113]. Das Risiko thromboembolischer Ereignisse und PAH variiert in Anhängigkeit von der zur Splenektomie führenden Erkrankung, und ob diese Erkrankung mit einer intravaskulären Hämolyse assoziiert ist (Tabelle 7), die als thromboembolische Komplikationen am häufigsten nach Splenektomie bei Thalassämie intermedia (TI) beobachtet werden.

Tabelle 7: Fehlen intravasaler Hämolyse und Milzfunktion [10] 

Pathophysiologischer Zustand

Beispiel

Risiko für vaskuläre Komplikationen

Keine Hämolyse oder Splenektomie

  • Normalperson

Normal

Hämolyse mit intakter Milz

  • Heriditäre Spärozytose

  • Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase Mangel

  • ß-Thalassämie

  • Andere chron. hämolyt. Anämien

Normal oder vermindert

Splenektomie ohne Hämolyse

  • Hereditäre Sphärozytose

  • Immun-Thrombopenische-Purpura

  • Trauma

Erhöht bis normal

Splenektomie und Hämolyse

  • Thalassämie intermedia

  • Hgb E/ß-Thalassämie

  • Sichelzellerkrankung

  • Hereditäre Stomatozytose

  • AIHA

Deutlich erhöht

In einer großen Analyse an 8860 Patienten mit TI lag die Prävalenz thromboembolischer Ereignisse bei 4%, die die meisten Patienten (94%) nach Splenektomie aufwiesen [13]. Die Rate thromboembolischer Komplikationen bei anderen hämatologischen Erkrankung ist bisher nur unzureichend untersucht (Tabelle 8) [11].

Tabelle 8: Zusammenfassung der Evidenzstärke vaskulärer Komplikationen nach Splenektomie bei verschiedenen hämatologischen Erkrankungen [11] 

Medizinischer Zustand

Berichtete vaskuläre Komplikation

Evidenzstärke

Thalassämie

Arteriothrombose

Große multizentrische Analysen [1437]

Individuelle Fallberichte od. kleinere Serien/Analysen [38394041]

DVT oder PE

Große multizentrische Analysen [14]

Retrospektive Übersichtsarbeiten [4243]

Individuelle Fallberichte und kleinere Serien/Analysen [4445]

PAH

Querschnittsstudien [4647]

Sichelzellerkrankung

Arteriothrombose

Große prospektive Kohorte (Schlaganfall) [48]

DVT oder PE

Nationale Datenbankregister [4950]

PAH

Prospektive Kohorte [51]

Hereditäre Sphärozytose

Arteriothrombose

Querschnittsstudien [5253]

Individuelle Fallberichte [54]

DVT oder PE

Querschnittsstudie [53]

Individuelle Fallberichte [5556]

PAH

Fallkontrollstudien [5758]

Individuelle Fallberichte [5659]

Hereditäre Stomatozytose

Arteriothrombose

Individuelle Fallberichte [60]

DVT oder PE

Kleine Fallserien [61]

Individuelle Fallberichte [60]

PAH

Kleine Fallserien [61]

Individuelle Fallberichte [606263]

Andere Aspleniezustände

Arteriothrombose

Fall-Kontroll-Studie [64]

Individuelle Fallberichte [656667]

DVT oder PE

Fall-Kontroll-Studie (Autopsie) [68]

Bevölkerunsbasierte Prävalenzstudie [69]

Individuelle Fallberichte [70717273]

PAH

Fallkontrollstudien [747576]

Individuelle Fallberichte [77787980]

5.1Thromboseprophylaxe

Die Empfehlungen sind hier nicht eindeutig. Sie gelten nur für den Milzverlust, während bei funktioneller Asplenie ein erhöhtes Thromboserisiko nicht bekannt ist [8][1113].

Perioperativ und postoperativ: Niedermolekulares Heparin entsprechend den Empfehlungen für abdominelle Eingriffe. Fortführung bis zur vollständigen Mobilisation, mindestens für 4 Wochen nach Splenektomie.

Weiterbehandlung mit Azetylsalizylsäure: Da eine Erhöhung von Thrombosen im arteriellen System nicht belegt ist, ebenso wenig wie die Wirkung von ASS bei Risikopatienten für portale Thrombosen, sind die Meinungen hier kontrovers. Die nach Splenektomie immer erhöhte Thrombozytenzahl ist kein eigener Risikofaktor. Pfortaderthrombosen sind häufiger bei sehr großen Milzen, in einer Arbeit bei Thrombozytose > 600–1000 Tsd/µl [81] und bei thrombophiler Diathese. Einige Übersichten empfehlen eine Behandlung mit ASS 100 mg täglich für 1 Jahr nach der Splenektomie [813], ohne dass dieses durch die bisherige Datenlage begründet wäre. Insbesondere bei Kindern ist die Gefahr thromboembolischer Komplikationen nach Splenektomie schlecht dokumentiert und wahrscheinlich deutlich seltener als bei Erwachsenen. Eventuell kann hier eine ASS-Therapie auf die Periode der postoperativ erhöhten Thrombozytenwerte beschränkt werden.

Da die Prognose von Pfortaderthrombosen durch sofortige Behandlung mit Heparin und später mit oralen Antikoagulanzien verbessert wird bzw. Thromboembolien nicht immer symptomatisch verlaufen müssen, ist im 1. Jahr nach Splenektomie die Überwachung von Risikopatienten mittels Doppler-Ultraschall-Diagnostik und Bestimmung der D-Dimere zu erwägen [813]. Die Patienten und ihre betreuenden Ärzte sind auf die Symptome einer Pfortaderthrombose aufmerksam zu machen, so dass eine sofortige Diagnostik bei frühen (allerdings meist unspezifischen Symptomen) erfolgen kann.

6Kontrollen/Verlaufsuntersuchungen

Zukünftig erscheint relevant, dass thromboembolische Risiken nach Splenektomie bei Personen ohne weiterbestehende Hämolyse (z.B. hereditäre Sphärozytose, ITP und Trauma) besser bezüglich der Rolle der Milzfunktion und hinsichtlich vaskulärer Hämostase definiert wird [11]. Pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) bei Personen mit reduzierter oder fehlender Milzfunktion, die unbehandelt bleibt, zeigt hohe Mortalitätsraten, kann aber auf neue Therapeutika (Kalziumantagonisten, Prostanoide, Endothelin-Rezeptor-Antagonisten, Natriumoxide, Phosphodiesterasehemmer und operative Interventionen) ansprechen [82]. Größere Kenntnis über die Prävalenz, das Alter und relevante Risikofaktoren für PAH und anderer vaskulärer Komplikationen nach Splenektomie sollten zudem bei Patienten mit hereditärer Sphärozytose, ITP, AIHA und anderen Konditionen, bei denen eine Splenektomie vorteilhaft erwogen wird, untersucht werden. Wenn Risikofaktoren bzw. Biomarker für Thrombosen und PAH bzw. arterieller oder venöser Gefäßverschlüsse identifiziert wären, könnten Patienten zudem hinsichtlich des Monitorings und der Durchführung thromboembolischer Prophylaxen besser beraten werden und Evidenz-basierter einer kurzen oder dauerhaften Thromboseprophylaxe zugeführt werden [10]. Etliche Autoren empfehlen die kurzfristige oder länger-andauernde Thromboembolieprophylaxe insbesondere bei Thalassämie-Patienten [1072][8385], wenngleich prospektive Studien für den Nutzen dieses Vorgehens fehlen. Zukünftige Studien sind somit nötig, um die Risiken bezüglich thromboembolischer und vaskulärer Ereignisse bei begleitender Hämolyse, Splenektomie und deren Kombination zu evaluieren [11].

7Zusammenfassung und Ausblick

Obwohl ein post-Splenektomie- und Hyposplenie-Status Patienten zu thromboembolischen Komplikationen prädisponieren kann, sind die hauptsächlich gefürchteten Risiken die der Immuninkompetenz bzw. des Auftretens schwerer Infektionen. Milz-erhaltende Operationstechniken werden deshalb gehäuft bei Notfall- und elektiven Splenektomien durchgeführt, trotzdem ist die Morbidität und Mortalität mit Milzdysfunktion bzw. Asplenie noch immer unannehmbar hoch. Bei Erkrankungen, die mit einer gestörten Milzfunktion assoziiert sind, sollte deshalb die Milzfunktion getestet werden (Szintigraphie, pitted-Erythrozytenzählung bzw. Nachweis Howel-Jolly-Körperchen) und wenn die Milzfunktion nachweisbar gestört bzw. fehlend ist, Präventivmaßnahmen zur Verhinderung von PSS/OPSI getroffen werden [18]. Bei Kindern, bei denen eine Splenektomie vorgesehen ist, sollte diese, wenn elektiv durchführbar, bis zum Erreichen von 6-12 Jahren verschoben werden [1]. Währen der Splenektomie aufgrund eines Traumas sollten Operateure soviel Milzgewebe wie möglich sparend operieren und dieses als Splenoseherde (Splenosis) belassen. Prophylaxen gegen kapselbildende Bakterien und Impfmaßnahmen sind zudem unumgänglich. Klinische und experimentelle Untersuchungen lassen vermuten, dass Konjugatimpfstoffe günstiger als die traditionelle PPV-23 bei jüngeren Kindern ist, bisher existieren jedoch noch zu wenig Daten, um deren generellen Einsatz zu empfehlen.

Patienten, deren Angehörige und praktizierende Ärzte sollten sich des lebenslangen PSS/OPSI-Risikos bei Aplenie/Hyposplenismus bewusst sein und dass die sofortige Antibiotikatherapie nicht nur bei Kindern und immunkompromittierten Patienten nötig ist, sondern auch bei Tierbissen und Auslandsreisen. Bei asplenischen oder hyposplenischen Patienten muss jede Fieberepisode/-erkrankung sofort und sehr sorgfältig untersucht und prompt behandelt werden [18].

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9Aktive Studien

11Anschriften der Verfasser

Prof. Dr. med. Monika Engelhardt
Universitätsklinik Freiburg
Medizinische Klinik I
Hämatologie/Onkologie
Hugstetterstr. 55
79106 Freiburg
Tel: 0761 270-32460
Fax: 0761 270-3318
Prof. Dr. med. Stefan Eber
Schwerpunktpraxis Pädiatrische
Hämatologie/Onkologie und
Kinderklinik der TU München
Waldfriedhofstr. 738
81377 München
Tel: 089 7140975
Fax: 089 74160384
Prof. Dr. med. Ulrich Germing
Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf
Tel: 0211 811-7720
Fax: 0211 811-8853
Prof. em. Dr. med. Hermann Heimpel
Prof. Dr. med. Winfried V. Kern
Universitätsklinikum Freiburg
Abt. Innere Medizin Hämatologie u. Onkologie
Section Klinische Infektiologie
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg
PD Dr. Markus Schmugge
Universitäts-Kinderklinik Zürich
Pädiatrische Hämatologie/Onkologie
Steinwiesstr. 75
CH-8032 Zürich

12Offenlegung potentieller Interessenkonflikte

nach den Regeln der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie und den Empfehlungen der AWMF (Version vom 23. April 2010) sowie internationalen Empfehlungen

alle Autoren: keine

Danksagung: Die Impfempfehlungen wurden unter Mitarbeit von Herrn Prof. Ch. Berger, Co-Leiter Infektiologie, Kinderspital Zürich, verfasst.