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Methotrexat

Dokument Wechselwirkungen und Nebenwirkungen
Stand Oktober 2019
Dies ist die aktuell gültige Version des Dokuments

1Wechselwirkungen

1.1Beeinflussung der Wirkung von Methotrexat durch andere Arzneistoffe

Methotrexat wird renal durch tubuläre Sekretion ausgeschieden. Penicilline und Sulfonamide, Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und weitere Arzneistoffe können die renale Clearance von Methotrexat reduzieren. Durch die gleichzeitige Einnahme von Vitaminpräparaten, die Folsäure oder ihre Derivate enthalten, kann die Wirksamkeit von Methotrexat reduziert werden.

1.2Arzneistoffe, welche die Nebenwirkungen von Methotrexat verstärken

Eine Vielzahl an Wirkstoffen erhöht die Toxizität von Methotrexat. In Kombination mit bestimmten Virostatika (z.B. Adefovir, Cidofovir), radiologischen Kontrastmitteln oder Cisplatin steigt die Nephrotoxizität. Einige Virostatika, Tyrosinkinase-Inhibitoren und Antibiotika erhöhen die Hepatotoxizität von Methotrexat. In Kombination mit TNF-Blockern und anderen Immunsuppressiva bzw. Zytostatika steigt das Risiko für Infektionen. Bei gleichzeitiger Anwendung von immunsuppressiven/myelosuppressiven Arzneimitteln oder Thalidomid können schwerwiegende Infektionen bzw. Thromboembolien auftreten.

1.3Beeinträchtigung der Wirkung anderer Arzneistoffe durch Methotrexat

Die Clearance von anderen Arzneistoffen wie z.B. Oxaliplatin oder Vancomycin kann in Kombination mit Methotrexat erniedrigt sein.

2Maßnahmen

Von der gleichzeitigen Behandlung mit Immunsuppressiva, Retinoiden, Cotrimoxazol und Trimethoprim wird abgeraten. Um toxische Wirkungen durch Methotrexat vor allem bei Verwendung in der Hochdosistherapie zu vermeiden, sollten bei Patienten auf eine Alkalisierung des Harns und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Pathologische Flüssigkeitsansammlungen in Körperhöhlen wie Aszites oder Pleuraergüsse sind vor einer Therapie möglichst durch Punktion zu entfernen. Die Nierenfunktionsleistung sollte engmaschig kontrolliert werden. Die Dosierung von Methotrexat muss bei Leber- oder Niereninsuffizienz reduziert werden. Bei der Hochdosistherapie sollten innerhalb von 10 Tagen NSAR und Protonenpumpenhemmer nicht angewendet werden. Im Anschluss an eine Hochdosis-Therapie ist eine Calciumfolinat-Schutztherapie durchzuführen.

3Anschriften der Experten

Prof. Dr. rer. nat. Christoph Ritter
Universität Greifswald
Institut für Pharmazie, Klinische Pharmazie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 17
17487 Greifswald
Laura Pufahl
Apothekerin
Rheintalstr. 22a
79618 Adelhausen
Janine Ziemann
Institut für Pharmazie
E-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
F.-Ludwig-Jahn-Str. 17
17489 Greifswald
Mathias Nietzke
St.-Johannes-Hospital Dortmund
Zentralapotheke - Abteilung Zytostatika
Johannesstr. 9-17
44137 Dortmund
Dr. Markus Horneber
Universitätskliniken für Innere Medizin,
Schwerpunkt Onkologie/Hämatologie &
Schwerpunkt Pneumologie,
Klinikum Nürnberg, Paracelsus Med. Privatuniversität
Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1
90491 Nürnberg
PD Dr. Claudia Langebrake
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Klinik u. Poliklinik f. Stammzelltranspl.
Klinik-Apotheke
Martinistr. 52
20246 Hamburg

4Erklärungen zu möglichen Interessenkonflikten

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