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Haarzell-Leukämie (HZL)

ICD10: C 91.4
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Haarzell-Leukämie (HZL)

ICD10: C 91.4
Stand: April 2016
Autoren: Bernhard Wörmann, Anthony D. Ho, Mathias J. Rummel, Max Solenthaler, Michael Steurer

1Zusammenfassung

Die Haarzell-Leukämie (HZL) ist eine seltene lymphoproliferative Erkrankung. Klinisch ist sie durch Zytopenien, Splenomegalie, Allgemeinsymptome und einen indolenten Verlauf charakterisiert. Die Therapie mit Purin-Analoga erzielt Remissionsraten >95%. Weitere wirksame Arzneimittel sind monoklonale Antikörper, Interferon alpha und BRAF-Inhibitoren. Die Haarzell-Leukämie ist eine chronische Erkrankung. Bei gutem Ansprechen auf die Therapie hat die Mehrzahl der Patienten eine normale Lebenserwartung.

2Grundlagen

2.1Definition und Basisinformation

Die Haarzell - Leukämie (HZL) ist eine maligne Erkrankung der B Lymphozyten und gehört zu den indolenten Lymphomen. Der Name stammt vom mikroskopischen Aspekt der Leukämiezellen mit charakteristischen, feinen Zytoplasma - Ausläufern [479].

2.2Epidemiologie

Die Haarzell - Leukämie ist selten mit einer Inzidenz von etwa 0,3/100.000 Personen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 50 und 55 Jahren. Die Altersspanne ist sehr breit, Kinder sind nicht betroffen. Bei Männern tritt die Erkrankung vier- bis fünfmal häufiger als bei Frauen auf [84667].

2.3Pathophysiologie

Die Haarzell-Leukämie hat den Immunphänotyp reifer B Zellen. Pathophysiologisch werden die klassische Haarzell-Leukämie und Varianten unterschieden. Die klassische Haarzell-Leukämie ist durch variable Immunglobulingenschwerketten-Genumlagerungen, durch Aktivierung der Signalübertragungswege des B-Zell-Rezeptors und die Mutation BRAF V600E charakterisiert [3685]. Letztere ist bei fast allen Patienten mit klassischer Haarzell-Leukämie nachweisbar, selten werden andere Mutationen im BRAF-Gen nachgewiesen. Die BRAF-Mutation führt zur Aktivierung des RAS–RAF–MAPK Signalübertragungswegs. BRAF-mutierte Stammzellen von Haarzell-Leukämie-Patienten können in immundefizienten Mäusen ein HZL-ähnliches Krankheitsbild induzieren [10].

Die Leukämiezellen interagieren über Zytokine, Zytokinrezeptoren und Adhäsionsmoleküle mit dem Knochenmarksstroma [81].

Patienten mit der Haarzell-Leukämie Variante haben einen BRAF Wildtyp. Gehäuft findet sich bei ihnen die Immunglobulinschwerketten-Genumlagerung IGHV34-4, die auch in einer Subgruppe von Patienten mit klassischer Haarzell-Leukämie nachweisbar ist [26].

2.4Risikofaktoren

Die Ursache der Haarzell - Leukämie ist nicht geklärt. Als exogener Risikofaktor wird u. a. die Exposition gegenüber Insektiziden oder Herbiziden diskutiert [1138]. Berufstätige im landwirtschaftlichen Bereich haben ein höheres, Raucher ein niedrigeres Erkrankungsrisiko [6466]

3Vorbeugung und Früherkennung

Es gibt keine Evidenz für wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung und Früherkennung.

4Klinisches Bild

4.1Symptome

Charakteristisch für die Haarzell-Leukämie sind Zytopenie und Splenomegalie [41]. Die Zytopenie ist bedingt durch eine progrediente Insuffizienz des Knochenmarks, verursacht durch die Kombination aus leukämischer Infiltration, Hämatopoese-supprimierenden Zytokinen, einer vorübergehenden Retikulinfaservermehrung und durch die Folgen der Splenomegalie.

Die Symptome sind allgemeine Schwäche und Müdigkeit (Fatigue), Blässe und verringerte Belastbarkeit aufgrund der Anämie, vermehrte Infektionen bei Neutropenie sowie Blutungsneigung bei Thrombozytopenie. Etwa 70% der Haarzell - Leukämien haben eine Panzytopenie. Druckgefühl im linken Oberbauch kann Symptom der Splenomegalie sein. Patienten mit sehr ausgeprägter Splenomegalie sind in den letzten Jahren seltener geworden, möglicherweise aufgrund einer früheren Diagnosestellung bei Patienten mit inzidenteller, mäßiggradiger, hämatologischer Zytopenie bei Blutbildanalysen aus anderen Gründen.

Seltenere Symptome sind Hepatomegalie (20%), Lymphadenopathie (<10%), Autoimmunphänomene (Vaskulitis, Polyarthritis), Skelettmanifestation (Osteolysen, Osteoporose) und B Symptomatik. Von letzterer müssen infektiöse Komplikationen, auch mit ungewöhnlichen Erregern, abgrenzt werden. Der Verlauf der Haarzell - Leukämie ist langsam mit individuell variablem, häufig undulierendem Verlauf.

5Diagnose

5.1[Kapitel nicht relevant]

5.2Diagnostik

5.2.1Erstdiagnose

Der diagnostische Algorithmus ist in Basis- und Spezialuntersuchungen unterteilt, siehe Tabelle 1. Trotz der typischen Lymphozytopenie sind bei den meisten Patienten Haarzellen im peripheren Blut nachweisbar [2762]. Standard in der Diagnostik ist die multiparametrische Immunphänotypisierung mit mindestens 4 Fluoreszenzfarbstoffen und einer Sensitivität von <1/1.000 Zellen. Die zytochemische Bestimmung der Tartrat-resistenten sauren Phosphatase (TRAP) hat nur noch historische Bedeutung. Nicht selten ist eine Punctio sicca aufgrund der vermehrten Faserbildung im Knochenmark [88]. Eine molekulargenetische Untersuchung ist in der Regel nicht erforderlich. Der Nachweis einer BRAF V600E Mutation kann nützlich in der differenzialdiagnostischen Abgrenzung gegenüber anderen indolenten Non-Hodgkin Lymphomen und der Haarzell-Leukämie Variante sein.

Tabelle 1: Diagnostik bei Verdacht auf Haarzell - Leukämie 

Methode / Material

Schwerpunkt

Basis

Anamnese

Exposition gegenüber möglichen Schadstoffen?

frühere Blutbilder?

körperliche Untersuchung

Splenomegalie, Lymphadenopathie

peripheres Blut

Differenzialblutbild, einschl. Retikulozyten,

automatisiert und mikroskopisch

Serum

GOT, GPT, AP, CRP, Ferritin

LDH, Vitamin B12, Folsäure

Sonographie

Abdomen, Bestimmung der Milzgröße

Spezial

peripheres Blut

durchflusszytometrische Immunphänotypisierung

Knochenmark – Aspirat

panoptische Färbung, durchflusszytometrische

Immunphänotypisierung,

Knochenmark – Biopsie

Histologie

Immunhistochemie

Faserfärbung

peripheres Blut oder Knochenmarksmaterial

BRAF V600E bei uneindeutiger Diagnose in den vorangehenden Untersuchungen

5.2.2Krankheitsverlauf

Auch im Krankheitsverlauf werden Basis- und Spezialuntersuchungen unterschieden, siehe Tabelle 2. Intervalle sind in Kapitel 8 dargestellt.

Tabelle 2: Untersuchungen im Krankheitsverlauf 

Material / Methode

Untersuchung

Basis

peripheres Blut

Differenzialblutbild, automatisiert

Sonographie

Abdomen, Bestimmung der Milzgröße

Spezial

peripheres Blut

Differenzialblutbild, mikroskopisch

durchflusszytometrische Immunphänotypisierung

5.3Klassifikation

Es werden zwei Formen unterschieden, die sog. klassische Haarzell-Leukämie und die Variante, siehe Tabelle 3. Die Variante der Haarzell-Leukämie (HZL-V) unterscheidet sich sowohl klinisch als auch zytologisch, immunologisch und zytochemisch von der klassischen HZL [266163]. Die HZL-V geht typischerweise mit einer Leukozytose zwischen 15.000 und bis über 400.000 /µl einher. Morphologisch weisen diese Zellen einen zentralen Nukleus mit dichtem Chromatin und einen prominenten Nukleolus auf, wobei die Erscheinungsform einer Mischung aus Haarzelle und Prolymphozyt entspricht. Immunphänotypisch sind die Zellen der HZL-V im Gegensatz zur klassischen HZL CD25-negativ. Die Expression von CD103 kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Die BRAF V600E Mutation ist bei >90% der Patienten mit klassischer Haarzell-Leukämie nachweisbar, nicht bei der Haarzell-Leukämie Variante [5485]. Eine besondere Variante der Haarzell-Leukämie sind Patienten mit dem Immunphänotyp der klassischen Haarzell-Leukämie, BRAF V600E Wildtyp und Nachweis der Immunglobulin-Genumlagerung IGHV4-34 [189].

Tabelle 3: Klassifikation der Haarzell - Leukämie 

Klassische Haarzell – Leukämie

Haarzell - Leukämie Variante

Relative Häufigkeit (%)

90 – 95

5 – 10

Geschlechtsverteilung

4 : 1 (M : W)

1 - 2 : 1 (M : W)

Alter (median, Jahre)

50 – 55

> 70

Lymphozytose im peripheren Blut (%)

≤ 10

≥ 90

Monozyten im peripheren Blut

Erniedrigt

normal

Hämoglobin

Anämie

bei 85 % der Patienten

häufig normal

Thrombozytopenie

Thrombozytopenie

bei 80 % der Patienten

häufig normal

Immunphänotyp1

reife B Zelle,

CD11c +, CD103 +, CD25 +

reife B Zelle,

CD11c +, CD103 +/-, CD25 -

Immunhistochemie

DBA.44 +

Cyclin D1 +

Annexin A1 +

DBA.44 +

Cyclin D1 +

Annexin A1 -

Genotyp

BRAF V600E Mutation

BRAF Wildtyp

1 nach CD Klassifikation - Cluster of Differentiation, bestimmt in der multiparametrischen durchflusszytometrischen Immunphänotypisierung

Eine weitere Haarzell-Leukämie Variante wurde in Japan beschrieben, ist aber nicht Bestandteil dieser Leitlinie.

5.4Differenzialdiagnose

Die Differentialdiagnostik von Zytopenie und Splenomegalie ist umfangreich. Die häufigeren Erkrankungen sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

Tabelle 4: Differenzialdiagnose bei Verdacht auf Haarzell-Leukämie 

Differenzialdiagnose

Panzytopenie

Splenomegalie

langsamer Verlauf

Indolente Non-Hodgkin-Lymphome im Stadium IV:

  • Splenisches Marginalzonen – Lymphom (mit villösen Lymphozyten)

möglich

häufig

häufig

  • andere: follikuläres Lymphom, lymphozytisches Lymphom, Chronische lymphatische Leukämie (CLL), Morbus Waldenström u. a.

möglich

möglich

häufig

Akute Leukämie

möglich

möglich

selten

Myelodysplastisches Syndrom

häufig

selten

häufig

Primäre / sekundäre Myelofibrose

möglich

häufig

häufig

Aplastische Anämie

häufig

selten

häufig

Paroxysymale nächtliche Hämoglobinurie (PNH)

möglich

nein

möglich

Hämophagozytische Lymphohistiozytose

häufig

häufig

selten

Hämolytische Anämie / Evans-Syndrom

häufig

häufig

möglich

Felty-Syndrom

selten

häufig

häufig

Vitamin-B12-Mangel

möglich

nein

nein

Folsäure-Mangel

möglich

nein

häufig

Leberzirrhose mit portaler Hypertension

möglich

häufig

häufig

Budd - Chiari – Syndrom

möglich

häufig

Selten

Pfortaderthrombose

möglich

häufig

möglich

Morbus Gaucher

möglich

häufig

häufig

5.5Prognostische Faktoren

Etwa 70% der Patienten mit Haarzell - Leukämie erreichen eine normale Lebenserwartung. Entscheidend ist das Ansprechen auf die medikamentöse Therapie. Patienten mit einer kompletten Remission haben eine signifikant bessere Prognose als Patienten mit einer partiellen Remission [121619213133597693].

6Therapie

6.1Therapiestruktur

Der Unterschied zwischen der klassischen Haarzell-Leukämie und der Variante liegt vor allem im Ansprechen auf die Therapie und in der Prognose [15303435]. Die Klassifikation ist nicht prädiktiv für die Standard-Erstlinientherapie. Ein Therapie-Algorithmus ist in Abbildung 1 dargestellt [134474].

Abbildung 1: Therapie – Algorithmus 
Therapie – Algorithmus
kurative Therapie; palliative Therapie;

6.1.1Klassische Haarzell-Leukämie

Die klassische Haarzell - Leukämie ist eine gut behandelbare Erkrankung. Die Einleitung der kausalen Therapie ist bei symptomatischer Erkrankung indiziert. Bei asymptomatischen Patienten sollen regelmäßige Blutbild - Kontrollen in mindestens dreimonatigen Abständen zur Beurteilung der Krankheitsdynamik durchgeführt werden.

Kriterium für die Entscheidung zum Therapiebeginn bei asymptomatischen Patienten ist die Progredienz der Zytopenie:

  • neutrophile Granulozyten <1.000/µl und/oder rezidivierende Infekten und/oder

  • Thrombozyten <100.000/µl und/oder

  • Hämoglobin <11g/dl und/oder

Bei Patienten mit ausgeprägter klinischer, Haarzell-Leukämie-assoziierter Symptomatik kann die Einleitung einer Therapie sinnvoll sein, auch wenn diese Laborgrenzwerte nicht unterschritten werden.

Ziele der Therapie sind hämatologische Remission und Linderung der Symptomatik. Das Erreichen einer kompletten Remission ohne Nachweis von Haarzell-Leukämiezellen im Knochenmark ist mit einem längeren progressionsfreien Überleben assoziiert, die Gesamtüberlebenszeit wird jedoch dadurch nicht beeinflusst. Der Wert einer zusätzlichen Therapie zur Eradikation von minimaler Resterkrankung ist nicht gesichert [80]. Der Zulassungsstatus der Medikamente ist im Anhang Zulassungsstatus zusammengefasst.

6.1.1.1Chemotherapie

Die höchste Wirksamkeit haben Purin - Analoga. Sowohl 2-Chlorodeoxyadenosin (Cladribin, 2-CdA) als auch Dexoycoformicin (Pentostatin, DCF) sind wirksam. Eine prospektiv randomisierte Studie zum Vergleich der beiden Substanzen wurde bisher nicht durchgeführt. In Deutschland hat sich 2-CdA stärker durchgesetzt, in Österreich und in der Schweiz ist nur 2-Chlorodeoxyadenosin als Purin-Analogon bei der Haarzell-Leukämie zugelassen.

6.1.1.1.1Cladribin (2-Chlorodeoxyadenosin, 2-CdA)

Patienten mit der klassischen HZL haben Ansprechraten von 95 - 98%, davon komplette Remissionen bei über 75% der Patienten [22687892]. Zur Applikation von Cladribin gibt es verschiedene Möglichkeiten mit vergleichbaren Ansprechraten (siehe Therapieprotokolle):

  1. Subkutan täglich über 5 Tage [465687]

  2. Intravenös täglich über 5 Tage [25]

  3. intravenös täglich über 7 Tage [79303142]

  4. intravenös wöchentlich über 6 Wochen [739192]

Die subkutane Gabe erfolgt als Bolus einmal täglich. Die intravenöse Gabe erfolgt als Infusion über 2 Stunden. Möglich ist auch eine Dauerinfusion über 24 Stunden. Da sie für die Patienten stärker belastend und mit einem erhöhten Risiko für Entzündungen des venösen Zugangs assoziiert ist, wird diese Applikationsform nicht mehr empfohlen. Informationen zur Zulassung sind im Anhang Zulassungsstatus zusammengefasst.

Standard ist die Verabreichung von einem Zyklus. Die Evaluation des Remissionsstatus soll erst 3-4 Monate nach Abschluss des Cladribin-Zyklus erfolgen, weil die Zeitdauer bis zur optimalen hämatologischen Remission bei der HZL typischerweise lange dauert. Nur bei unzureichendem klinischem Ansprechen in der Evaluation nach 3-4 Monaten kann ein zweiter Kurs erwogen werden.

Etwa 50 % der Patienten rezidivieren innerhalb von 15 Jahren. Im Rezidiv ist eine erneute Therapie mit Purin-Analoga möglich, insbesondere dann, wenn die vorausgegangene Remission lang anhaltend gewesen war (>3 Jahre). Die Raten kompletter Remissionen liegen in der Zweitlinientherapie bei 40-70%, in der Drittlinientherapie bei 20-50% [213792]. Bei identischer Therapie wird die Remissionsdauer nach jedem Zyklus kürzer.

Patienten, die nach initialer Pentostatin-Therapie rezidivieren oder auf Interferon resistent werden, können auf Cladribin gut ansprechen [77]. Auch Patienten, die nach initialer Pentostatin- oder Interferon-Therapie rezidivieren oder auf Interferon resistent werden, können auf Cladribin gut ansprechen. Sie unterscheiden sich prinzipiell nicht von den vorher unbehandelten HZL-Patienten.

6.1.1.1.2Pentostatin (Deoxycoformicin)

Pentostatin ist ein spezifischer Adenosin-Deaminase (ADA) - Inhibitor. Das Enzym ADA ist für die Entwicklung von T- und B- Lymphozyten unentbehrlich, die Inhibition von ADA wirkt daher lymphozytotoxisch [6404782]. Durch die Therapie mit Pentostatin werden Remissionsraten von >90% erreicht, komplette hämatologische Remissionen bei >75% der Patienten [62943497082].

Die Applikation erfolgt intravenös in zwei- bis dreiwöchentlichen Abständen über mindestens 3 Monate (insgesamt 6 – 9 Zyklen). In einer randomisierten Studie war Pentostatin gegenüber Interferon alpha überlegen [32].

Auch bei Pentostatin ist eine erneute Behandlung nach lang anhaltender Remission (>3 Jahre) möglich. Bei identischer Therapie sinken die Raten kompletter Remissionen und die jeweiligen Remissionsdauern. Nach mangelhaftem Ansprechen auf Cladribin oder auf Interferon ist eine Therapieumstellung auf Pentostatin meistens erfolgversprechend und vice versa [404360].

6.1.1.1.3Supportive Maßnahmen bei Purin-Analoga

Sowohl Cladribin als auch Pentostatin werden renal eliminiert, so dass besonderes Augenmerk auf die Überwachung der Nierenfunktionsparameter gelegt werden soll. Durch entsprechende Dosisadaptation können eine Überdosierung und eine eventuell daraus resultierende protrahierte Zytopenie vermieden werden.

Patienten mit Haarzell-Leukämie haben bei Erstmanifestation und nach Therapie mit Purin-Analoga ein erhöhtes Risiko für Infektionen. 50-60% der Patienten entwickeln nach Cladribin-Therapie eine Neutropenie <0,5x109/l [14]. Das Risiko für Therapie-assoziierte Infektionen liegt bei etwa 20-30% [45485083].

Bei einem Abfall der T-Helferzellen (CD4+) auf <200/µl wird eine kontinuierliche Pneumocystis jirovecii Prophylaxe mit Cotrimoxazol/Trimethoprim (2-3x/Woche) empfohlen.

Wegen des erhöhten Risikos für die Reaktivierung von Herpes-Simplex-Virus-Infektionen (HSV) wird die Prophylaxe z. B. mit Aciclovir (3x200 mg/Tag) empfohlen.

Abhängig vom individuellen Risikoprofil kann eine zusätzliche antibiotische und/oder antimykotische Prophylaxe sinnvoll sein.

Der Nutzen des Einsatzes von G-CSF zur Stimulation der neutrophilen Granulozyten ist nicht gesichert, kann aber im Einzelfall erwogen werden.

6.1.1.1.4Weitere Zytostatika

Die klassische Haarzell - Leukämie hat nur eine geringe Sensitivität gegenüber den üblichen Medikamenten der anderen indolenten Non- Hodgkin Lymphome [34]. Bendamustin wurde erfolgreich bei der im Rezidiv der klassischen HZL [5] und bei HZL-V eingesetzt, siehe Kapitel 6.1.2.

6.1.1.2Immuntherapie
6.1.1.2.1Interferon alpha (IFN alpha)

Interferon alpha war in den 80er Jahren die übliche und einzig verfügbare Therapie, und hat erstmals die erfolgreiche, medikamentöse Behandlung der Haarzell-Leukämie ermöglicht. Die Ansprechraten betragen 75-80 %, wobei <20 % der Patienten eine komplette Remission erreichen [269]. Interferon wird subkutan appliziert. Die wirksame Dosierung beträgt 2-3 Mio Einheiten 3-5 x/Woche über eine Dauer von 18 bis 24 Monaten, aber zum Teil auch über einen sehr viel längeren Zeitraum. Die Wirkung des Interferons tritt langsam ein, teilweise erst nach einer vorübergehenden Verschlechterung der Blutbildparameter in den ersten 2-3 Monaten. Die Rezidivrate liegt bei weit >50 % innerhalb von 10 Jahren. In einer randomisierten Studie wurde die Überlegenheit von Pentostatin gegenüber IFN alpha bei den Remissionsraten und bei der Zeit bis zum Rezidiv gezeigt. Bezüglich der Gesamtüberlebenszeit gibt es keine Unterschiede [32].

Mögliche Indikationen für eine Interferon alpha-Therapie sind relative Kontraindikationen gegen Purin-Analoga bei nicht beherrschten Infektionen durch hochgradiger Neutropenie, atypische Mykobakterien-Infektion sowie Krankheitsprogression nach Refraktarität auf Therapie mit Purin-Analoga und Rituximab.

6.1.1.2.2Anti-CD20-Antikörper

Die Haarzell-Leukämie hat den Immunphänotyp reifer B-Zellen und insbesondere eine sehr hohe Expression von CD20. Die meisten klinischen Erfahrungen zum Einsatz von Anti-CD20-Antikörpern in der Therapie liegen mit Rituximab vor. In Phase-II-Studien zur Monotherapie wurde Remissionsraten von 50 - 80 %, komplette hämatologische Remissionen bei 20 - 50 % der Patienten erreicht [576572]. Die Remissionen sind jedoch zumeist nicht lang anhaltend. Rituximab wird intravenös alle 1-2 Wochen mit 4 Applikationen gegeben.

Rituximab kann eine Option bei Patienten mit Kontraindikationen gegen Purinanaloga und Interferon alpha sein, siehe Abbildung 1.

In Einzelbeobachtungen wurden auch andere Anti-CD20-Antikörper wie Obinutuzumab erfolgreich bei Patienten mit refraktärer Haarzell-Leukämie eingesetzt [3].

6.1.1.3Chemoimmuntherapie
6.1.1.3.1Chemotherapie + Anti-CD20 Antikörper

Die kombinierte Chemoimmuntherapie von Purinanaloga und Rituximab ist bei anderen indolenten B Zell Lymphomen effektiver als die Chemotherapie in Bezug auf die Remissionsraten, das progressionsfreie Überleben und in einigen Entitäten auf die Gesamtüberlebenszeit. Bei der Haarzell-Leukämie wird die Kombination in zwei unterschiedlichen Konzepten getestet [5572]:

  • Chemotherapie, gefolgt von Rituximab
    Ziel dieses Konzeptes ist die Eradikation minimaler Resterkrankung in hämatologischer Remission nach Cladribin oder Pentostatin. In einer Phase II Pilotstudie erreichten alle 36 Patienten nach Rituximab eine komplette Remission [657184]. Langzeitdaten liegen noch nicht vor.

  • Chemotherapie, kombiniert mit Rituximab
    Diese Therapie wird bei Patienten im Rezidiv nach Therapie mit einem Purinanalogon evaluiert. Eingesetzt werden Cladribin, Pentostatin oder Fludarabin in Kombination mit Rituximab. Die Raten kompletter hämatologischer Remissionen liegen bei bis zu 90% [2028].

Ungeklärt ist die Frage, ob eine Chemoimmuntherapie in der Erstlinientherapie die Überlebenszeit der Patienten mit Haarzell-Leukämie verbessert.

6.1.1.3.2Immunkonjugate

Immunkonjugate bestehen aus monoklonalen Antikörpern und Toxinen. Bei der Haarzell-Leukämie wird das Immunkonjugat Moxetumomab Pasudotox in klinischen Studien eingesetzt. Es besteht aus einem Anti-CD22-Antikörper und einem Fragment des Pseudomonas-Exotoxins [5152].

6.1.1.4BRAF-Inhibitoren

Der Nachweis der BRAF V600E Mutation bei fast allen Patienten mit klassischer Haarzell-Leukämie bietet einen neuen Angriffspunkt für molekular-gezielte Therapie [1785]. In den beiden bisher größten, publizierten Phase-II-Studien zum Einsatz von Vemurafenib bei Patienten im Rezidiv nach Purin-Analoga oder bei Refraktarität erreichten 96-100% eine hämatologische Remission [1886]. Die Raten kompletter Remissionen lagen bei 35-42%. Unklar sind optimale Dosierung und Therapiedauer. Eingesetzt wurden Dosierungen zwischen 240mg und 1920mg pro Tag [185386]. In den meisten publizierten Berichten wurden Patienten zwischen 3 und 4 Monaten behandelt, mit Beendigung der Therapie bei Erreichen einer stabilen, kompletten Remission. Bei Wiederaufnahme der Therapie sprechen die Patienten auch mit niedrigen Dosierungen erneut an [18].

Ein Vorteil der BRAF-Inhibitoren besteht im raschen Ansprechen auf die Therapie, im Unterschied zu Purin-Analoga und Interferon-alpha. Ein Rückgang der kritischen Zytopenie kann schon nach wenigen Tagen oder Wochen auftreten.

Vor Beginn einer BRAF-Inhibitortherapie sollte eine VH4-34+ HZL ausgeschlossen werden.

Wegen des erhöhten Risikos für Sekundärmalignome der Haut ist eine engmaschige dermatologische Überwachung erforderlich.

In Einzelberichten wurde statt Vemurafenib auch Dabrafenib eingesetzt. Beim Melanom sind Dabrafenib und Vemurafenib äquieffektiv, siehe Onkopedia Melanom. Ebenfalls beim Melanom wird die Wirkung der BRAF-Inhibitoren durch Kombination mit MEK-Inhibitoren wie Trametinib oder Cometinib verstärkt, die Remissionsrate erhöht, gleichzeitig das Risiko für Sekundärmalignome der Haut gesenkt [23545875]. Hierzu liegen bei der HZL bisher keine Ergebnisse vor.

6.1.1.5Splenektomie

Die Splenektomie war die erste effektive Therapie der Haarzell - Leukämie und führte bei bis zu 70% der Patienten zu hämatologischen Remissionen [90]. Allerdings liegt die Rezidivrate >90%. Bei Patienten mit klassischer Haarzell - Leukämie gehört die Splenektomie nicht mehr zur Standardtherapie, sie kann jedoch bei mit Cladribin und Interferon alpha vorbehandelten und therapierefraktären Patienten sowie bei symptomatischer Splenomegalie in Erwägung gezogen werden. Vor der Splenektomie sind prophylaktische Impfungen empfohlen, siehe Onkopedia Prävention von Infektionen und Thrombosen nach Splenektomie oder bei funktioneller Asplenie.

6.1.2Haarzell-Leukämie Variante (HZL-V)

Die Haarzell-Leukämie Variante ist biologisch und klinisch distinkt von der klassischen Haarzell-Leukämie, siehe Tabelle 3. Im Unterschied zur klassischen HZL, die einen chronisch-schleichenden Verlauf nimmt, präsentiert sich die HZL-V aggressiv mit kürzeren Überlebenszeiten und schlechterem Ansprechen auf herkömmliche Therapieformen [126616389]. Die Ansprechraten auf Purin - Analoga liegen bei etwa 50%. Sie werden deutlich gesteigert durch Kombinationstherapien wie Rituximab/Purin-Analoga, siehe Kapitel 6.1.1.3. oder Rituximab/Bendamustin [4].

Patienten mit HZL-V Patienten sprechen auch schlecht auf IFN alpha oder Zytostatika wie Alkylantien an. Die Splenektomie ist eine Therapieoption bei Patienten, die nicht auf Purin-Analoga ansprechen oder ein kurzfristiges Rezidiv erleiden.

Zum Einsatz gezielter Arzneimittel mit Inhibition B-Zell-typischer Signalübertragungswege liegen bisher keine Daten vor.

7Rehabilitation

Die Mehrzahl der betroffenen Patienten steht im Berufsleben, hat eine Lebenserwartung von Jahrzehnten vor sich und muss es schaffen, diese Krankheit in ihr Leben zu integrieren. Wichtige Bausteine sind ein intaktes Umfeld und zuverlässige, seriöse Informationen. Zu dieser Unterstützung gehört auch die Psychoonkologie. Professionelle Gespräche erleichtern die Verarbeitung des Diagnoseschocks und setzen Kräfte zum aktiven Umgang mit der Krankheit frei.

Eine weitere Herausforderung sind die sozialen und finanziellen Belastungen einer Haarzell-Leukämie. Patienten steht ein Schwerbehindertenausweis zu. Entlastungen und Umstrukturierungen am Arbeitsplatz, Härtefallregelungen, steuerliche Erleichterungen u.a. können wirksam helfen.

8Verlaufskontrolle und Nachsorge

8.1Verlaufskontrolle

Die Haarzell - Leukämie ist eine chronische Erkrankung. Auch Spätrezidive sind möglich. Ein prospektiv evaluiertes Kontrollprogramm gibt es nicht. Empfohlen wird ein risikoadaptiertes Vorgehen: In den ersten 6 Monaten nach Erreichen des optimalen Ansprechens sind 4 wöchentliche Blutbildkontrollen sinnvoll, Sonographie Abdomen zur Kontrolle der Milzgröße alle 3 Monate. Bei stabiler hämatologischer Remission können die Untersuchungsintervalle für die Blutbilder auf 3 Monate bzw. für die Sonographie auf 6 Monate und mehr verlängert werden. Blutbildveränderungen, auch eine sich neu entwickelnde Monozytopenie, legen wieder kürzere Kontroll-Intervalle nahe.

8.2Nachsorge

Unklar ist, ob Patienten mit Haarzell-Leukämie ein erhöhtes Risiko für Zweitmalignome haben. Die publizierten Daten aus Langzeitbeobachtungen divergieren. Beschrieben wurde eine signifikant erhöhte Rate hämatologischer Neoplasien [132539]. Unklar ist auch, ob ein Zusammenhang mit der Purinanaloga-Therapie besteht.

Das Muster der sekundär auftretenden, soliden Tumore unterscheidet sich nicht von den Malignomen, die bei Männern und Frauen im Alter >60 Jahre auftreten.

Patienten mit Haarzell-Leukämie sollen an den anerkannten und von den Kostenträgern finanzierten Maßnahmen der Vorbeugung und Früherkennung teilnehmen.

9Literatur

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10Aktive Studien

11Medikamentöse Tumortherapie – Protokolle

12Studienergebnisse

13Zulassungsstatus

15Anschriften der Experten

Prof. Dr. med. Bernhard Wörmann
Amb. Gesundheitszentrum der Charité
Campus Virchow-Klinikum
Med. Klinik m.S. Hämatologie & Onkologie
Augustenburger Platz 1
13344 Berlin
Tel: 030 450553219
Prof. Dr. med. Anthony D. Ho
Otto-Meyerhof-Zentrum (OMZ)
Im Neuenheimer Feld 350
69120 Heidelberg
Tel: 06221 56-7007
Prof. Dr. med. Mathias J. Rummel
Klinikum der Justus-Liebig-Universität Giessen
Medizinische Klinik IV
StiL-Studienzentrale
Klinikstr. 36
35392 Gießen
Tel: 0641 985-42600
Fax: 0641 985-42609
Dr. Max Solenthaler
Spital STS AG Thun
Onkologiezentrum Thun-Berner Oberland
Krankenhausstr. 12
CH-3600 Thun
Tel: 0041 33 2263601
Ao. Univ. Prof. Dr. Michael Steurer
Medizinische Universität Innsbruck
Klinik f. Innere Medizin V
Anichstr. 35
A-6020 Innsbruck
Tel: 0043 512 504-81386
Fax: 0043 512 504-25615

16Angaben zu möglichen Interessenkonflikten

nach den Regeln der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie und den Empfehlungen der AWMF (Version vom 23. April 2010) und internationalen Empfehlungen.