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Nodales Marginalzonen Lymphom

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Nodales Marginalzonen Lymphom

Stand: November 2018

Autoren

Autoren: Christian Buske, Martin Dreyling, Michael Herold, Markus Raderer, Emanuele Zucca
Vorherige Autoren: Mathias J. Rummel

1Zusammenfassung

Das seltene nodale Marginalzonen - Lymphom (nMZL) bildet mit dem extranodalen und splenischen Marginalzonenlymphom die Gruppe der Marginalzonenlymphome. Das klinische Bild entspricht dem Bild anderer indolenter nodaler Lymphome wie dem follikulären Lymphom. Die Diagnostik beruht auf der histologischen Untersuchung des befallenen Lymphknotens. Bei Diagnosestellung liegt zumeist ein fortgeschrittenes Stadium vor. Wie beim follikulären Lymphom wird auch das fortgeschrittene nMZL nur bei krankheitsassoziierten Symptomen behandelt. Die Erst – und Rezidivtherapie des nMZL folgt den Empfehlungen des follikulären Lymphoms. Standard ist eine Rituximab/Chemotherapie Kombination.

2Grundlagen

2.1Definition und Basisinformationen

Das nodale Marginalzonen - Lymphom (nMZL) bildet mit dem extranodalen und splenischen Marginalzonenlymphom die Gruppe der Marginalzonenlymphome.

Das nMZL ist ein reifzelliges indolentes B – Zell Lymphom und zeigt per definitionem keinen splenischen und extranodalen Befall [7]. Es weist in seinen biologischen Charakteristika Überlappungen zu anderen indolenten B – Zell Lymphomen auf, so dass die Diagnose häufig eine Ausschlussdiagnose darstellt.

2.2Risikogruppen

Es gibt keinen speziell für das nMZL validierten prognostischen Score.

3Häufigkeit

Das nMZL ist ein seltenes Lymphom und stellt 2 % aller Non-Hodgkin Lymphome und ca. 10% aller MZL. Die jährliche Inzidenz beträgt 0.83 pro 100.000 Erwachsene [5].

4Klinisches Bild

Das klinische Bild entspricht dem Bild anderer indolenter nodaler Lymphome wie dem follikulären Lymphom (siehe Onkopedia Follikuläres Lymphom). Die große Mehrzahl aller Patienten ist im fortgeschrittenen Stadium und weist Lymphknotenvergrößerungen peripher, abdominell und thorakal auf. Das mediane Alter liegt zwischen 50 bis 64 Jahren. Eine Infiltration des Knochenmarkes findet sich in ca. 30% der Patienten. Eine Assoziation mit Hepatitis C und chronischen Entzündungen wurde beschrieben.

5Diagnostik und Stadieneinteilung

Die Diagnostik beruht auf der histologischen Untersuchung des befallenen Lymphknotens. Die Abgrenzung des nodalen Marginalzonen - Lymphoms erfolgt in erster Linie vom lymphoplasmazytischen Lymphom oder dem follikulären Lymphom. Das nodale Marginalzonen - Lymphom ist vom splenischen und extranodalen Marginalzonen - Lymphom abzugrenzen. Die Diagnostik vor Therapiebeginn und die Stadieneinteilung entspricht der des follikulären Lymphoms (siehe Onkopedia Follikuläres Lymphom). Um Patienten mit einem erhöhten Risiko für Akut und/ oder Spätkomplikationen identifizieren zu können, sind Untersuchungen der Lungenfunktion und des Herzens (EKG, Herz-Echo) vor Therapiebeginn obligat.

6Therapie

6.1Primärtherapie

Wie beim follikulären Lymphom wird auch das fortgeschrittene nMZL nur bei krankheitsassoziierten Symptomen behandelt. Die Erst – und Rezidivtherapie des nMZL folgt den Empfehlungen des follikulären Lymphoms. Standard ist eine Rituximab/Chemotherapie Kombination. Als Chemotherapie werden unter anderem CVP, CHOP und Bendamustin verwendet. Die Wahl der Chemotherapie sollte sich an den individuellen Patientencharakteristika orientieren [8]. In einer großen randomisierten Studie für zuvor unbehandelte indolente Lymphome, in der neben follikulären Lymphomen auch 200 Patienten mit MZL eingeschlossen wurde, zeigte sich kein Vorteil einer Obinutuzumab/Chemotherapie im Vergleich zur Rituximab/Chemotherapie für die Gruppe der nMZL. Allerdings wurde in beiden Therapiearmen mit Bendamustin eine sehr hohe therapieassoziierte Mortalität festgestellt, insbesondere bedingt durch fatale Infektionen [34]. Auf der Basis dieser Daten sollte bei Patienten mit nMZL unter Rituximab/Bendamustin eine PJP- (Pneumocystis jirovecii Pneumonie) Prophylaxe und CMV Monitoring erwogen werden.

In einer randomisierten Phase II-Studie führte eine 2-jährige Rituximab-Erhaltung zu einem deutlich verlängerten PFS, so dass dieser Therapieansatz auch beim nodalen Marginalzonen-Lymphom bei Patienten, die auf eine initiale R-Bendamustin Therapie ansprechen, zu diskutieren ist [6].

6.2Rezidivtherapie

Beim Rezidiv nach längerer (>2 Jahre) vorheriger Ansprechdauer wird eine erneute Rituximab/Chemotherapie empfohlen. Bei Frührezidiven ist bei geeigneten Patienten eine Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation eine Therapieoption.

Im fortgeschrittenen Rezidiv haben PI3K-Inhibitoren (Idelalisib, Copanlisib) auch bei Rituximab-refraktären Rezidiven lang anhaltende Remissionen erzielt, so dass dieser Therapieansatz individuell zu diskutieren ist [12].

7[Kapitel nicht relevant]

8Verlaufskontrolle und Nachsorge

Die Verlaufskontrollen und die Nachsorge entsprechen denen des follikulären Lymphoms.

9Literatur

  1. Dreyling M, Santoro A, Mollica L, et al.: Phosphatidylinositol 3-Kinase Inhibition by Copanlisib in Relapsed or Refractory Indolent Lymphoma. J Clin Oncol 35:3898-3905, 2017. DOI:10.1200/JCO.2017.75.4648

  2. Gopal AK, Kahl BS, de Vos S, et al.: PI3Kdelta inhibition by idelalisib in patients with relapsed indolent lymphoma. N Engl J Med 370:1008-1018, 2014. DOI:10.1056/NEJMoa1314583

  3. Herold M, Hoster E, Janssens A, et al.: Immunochemotherapy with obinutuzumab or rituximab in a subset of patients in the randomised GALLIUM trial with previously untreated marginal zone lymphoma (MZL). Hematological Oncology 35(S2):146–147, 2017. DOI:10.1002/hon.2437_136

  4. Marcus R, Davies A, Ando K, et al: Obinutuzumab for the First-Line Treatment of Follicular Lymphoma. N Engl J Med 377 (14):1331-1344, 2017. DOI:10.1056/NEJMoa1614598

  5. Olszewski AJ, Castillo. Survival of patients with marginal zone lymphoma: analysis of the Surveillance, Epidemiology, and End Results database. Cancer 119:629-638, 2013. DOI:10.1002/cncr.27773

  6. Rummel MJ, Koenigsmann M, Chow KC, et al.: Two years rituximab maintenance vs. observation after first line treatment with bendamustine plus rituximab (B-R) in patients with marginal zone lymphoma (MZL): Results of a prospective, randomized, multicenter phase 2 study (the StiL NHL7-2008 MAINTAIN trial). J Clin Oncol 36, 2018 (suppl; abstr 7515). DOI:101200/JCO.2016.34.15_suppl.7503

  7. Swerdlow SH, Campo E, Pileri SA, et al.: The 2016 revision of the World Health Organization classification of lymphoid neoplasms. Blood 127:2375-2390, 2016. DOI:10.1182/blood-2016-01-643569

  8. Thieblemont C, Molina T, Davi F. Optimizing therapy for nodal marginal zone lymphoma. Blood 127:2064-2071,2016. DOI:10.1182/blood-2015-12-624296

10[Kapitel nicht relevant]

11[Kapitel nicht relevant]

12[Kapitel nicht relevant]

13[Kapitel nicht relevant]

15Anschriften der Verfasser

Autoren

Prof. Dr. med. Christian Buske
Universitätsklinikum Ulm
Innere Medizin III
Inst. f. Experimentelle Tumorforschung
Albert-Einstein-Allee 11
89081 Ulm
Tel: 0731 50065801
Fax: 0731 50065802
Prof. Dr. med. Martin Dreyling
Klinikum der Universität München
Med. Klinik und Poliklinik III Großhadern
Marchioninistr. 15
81377 München
Tel: 089 7095-2202
Fax: 089 7095-2201
Prof. Dr. med. Michael Herold
Helios Klinikum Erfurt GmbH
Onkologisches Zentrum
Nordhäuser Str. 74
99089 Erfurt
Tel: 0361 781-5265
Fax: 0361 781-5264
Ao. Univ. Prof. Dr. Markus Raderer
Med. Universität in Wien
Universitätsklinik f. Innere Medizin I
Klinische Abt. für Onkologie
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
Tel: 0043 1 40400-44450
Prof. Dr. Emanuele Zucca
International Extranodal Lymphoma Study Group
Ospedale San Giovanni
6500 Bellinzona
Tel: 0041 91 811-9040
Fax: 0041 91 811-9182

16Erklärung zu möglichen Interessenkonflikten

nach den Regeln der tragenden Fachgesellschaften.

 

Name

Anstellung

Beratung / Gutachten

Aktien/ Fonds

Patent / Urheberrecht/ Lizenz

Honorare

Finanzierung wissenschaftlicher Untersuchungen

Andere finanzielle Beziehungen

Andere mögliche COI1

Dreyling

Klinikum der Universität München Großhadern

Acerta, Beyer, Celgene, Gilead, Janssen, Novatis Roche, Sandoz

-2

-

Beyer, Celgene, Gilead, Janssen, Roche

Celgene, Janssen, Mundipharma, Roche

Janssen, Celgene Roche

-

Buske

Universitätsklinikum Ulm

-

-

-

Roche, Janssen, Pfitzer, Ceutrion, Hexal, Celgene

Roche, Janssen, Bayer

-

-

Herold

Onkologisches Zentrum, Helios-Klinikum Erfurt

-

-

Roche, Celgene, Jannsen

-

-

-

Raderer

Medizinische Universität Wien

-

-

-

Novartis, Celgene, Roche, Ipsen, EISAI

-

-

-

Zucca

International Extranodal Lymphoma Study Group

Ospedale San Giovanni, Bellinzona (Schweiz)

Celgene, Roche, Celltrion Healthcare, Mei Pharma, Astra Zeneca

-

-

Gilead, Bristol-Myers Squibb, MSD

Celgene, Roche, Janssen

Abbvie, Gilead

-

1 COI: Conflict of Interest, Interessenkonflikt, 2 – kein Interessenkonflikt