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Frühe Nutzenbewertung - Encorafenib beim metastasierten kolorektalen Karzinom mit BRAF-V600E

Encorafenib beim metastasierten kolorektalen Karzinom mit BRAFV600E - Encorafenib/Cetuximab ist eine wertvolle Bereicherung der therapeutischen Optionen bei den prognostischen ungünstigen Patienten mit BRAF mutiertem, metastasiertem kolorektalen Karzinom.

Die frühe Nutzenbewertung von Encorafenib bei Patienten mit kolorektalem Karzinom ist das erste Verfahren bei einer molekulargenetisch definierten Subpopulation. Encorafenib ist zugelassen in Kombination mit Cetuximab zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem, kolorektalem Karzinom (CRC) und Nachweis einer BRAF-V600E-Mutation nach mindestens einer systemischen Vortherapie. Der G-BA hat das IQWiG mit dem Bericht beauftragt. Einen Überblick über Vergleichstherapie und Bewertungsvorschläge gibt Tabelle 1.

Tabelle 1: Berechnung des Zusatznutzens durch pU und IQWiG

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Unsere Anmerkungen sind: 

  • Eine Standardtherapie der Subgruppe der BRAFV600E mutierten, metastasierten kolorektalen Karzinome ist bisher weder in der Erstlinie noch in späteren Therapielinien durch randomisierte Studien definiert. Der aktuelle Wissenstand gründet sich auf nicht geplante Subgruppenauswertungen von Studien, in denen die BRAFV600E Mutation kein Stratifikationsmerkmal war.
  • Die ZVT bildet nicht vollständig den aktuellen Stand des Wissens und der Versorgung in Deutschland ab. Angemessen ist eine Patienten-individuelle Therapie unter Berücksichtigung der Vortherapie und der molekularen Charakteristika des Tumors. Diese kann auch Anti-EGFR-Antikörper enthalten.
  • Grundlage der frühe Nutzenbewertung von Encorafenib ist BEACON, eine multizentrische, multinationale, randomisierte, Placebo-kontrollierte, dreiarmige Studie. Der erste Arm mit dem Triplet Encorafenib/Binimetinib/Cetuximab ist nicht Gegenstand der frühen Nutzenbewertung.
  • Die Kombination Encorafenib/Cetuximab führt gegenüber FOLFIRI/Cetuximab bzw. Irinotecan/Cetuximab zur Erhöhung der Remissionsrate, zur Verlängerung des progressionsfreien Überlebens und zur Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit.
  • Encorafenib/Cetuximab führt auch zur Verlängerung der Zeit bis zur Verschlechterung der Lebensqualität in verschiedenen Erhebungsinstrumenten und zur Reduktion der Nebenwirkungen.
  • In der Bewertung des klinischen Nutzens auf der ESMO-Magnitude of Clinical Benefit Scale v1.1 (Skala 1 (niedrig) – 5 (hoch)) erhält Encorafenib/Cetuximab den Grad 4.

Encorafenib/Cetuximab ist eine wertvolle Bereicherung der therapeutischen Optionen bei den prognostischen ungünstigen Patienten mit BRAF mutiertem, metastasiertem kolorektalen Karzinom. Der Kontrollarm von BEACON mit Einschluss von Cetuximab ist vielleicht eine Übertherapie, das schmälert aber den Zusatznutzen von Encorafenib in Kombination mit Cetuximab nicht.

Zur Stellungnahme

19.11.2020