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Chinolone in Prophylaxe und Therapie in der Hämatologie und Onkologie

In den vergangenen Monaten mehren sich die Warnhinweise einzelne Fluorchinolone oder die gesamte Stoffklasse betreffend.

Da Chinolone in Prophylaxe und Therapie in der Onkologie und Hämatologie häufig zum Einsatz kommen und in den Leitlinien der AGIHO in einzelnen Indikationen empfohlen werden, ergibt sich ein Spannungsfeld, zu dem Vorstand und Beirat der AGIHO wie folgt Stellung nehmen. Wir danken Herrn Prof. Maschmeyer für die Abfassung und hoffen eine wertvolle Orientierungshilfe zu geben.

  • Die Warnhinweise betreffen insgesamt vor allem den unkritischen Einsatz bei Harnwegsinfektionen, im Intensivbereich als Kombinationspartner zu Breitspektrum-Betalaktamen und bei ambulant erworbener Atemwegsinfektion. In all diesen Indikationen gibt es wirksame und sichere Alternativen.
  • Eine Änderung unserer bisherigen Empfehlungen ist nicht sinnvoll, denn für die Therapie von Infektionen bei hämatologisch-onkologischen Patienten mit Fieber in der Neutropenie und einer Niedrig-/Standardrisikokonstellation ist die Kombination AmoxiClav/Cipro mit Abstand am besten belegt. Moxifloxacin wurde im Vergleich dazu als gleichwertig gezeigt.
  • In der Prophylaxe bei Hochrisikopatienten sind Ciprofloxacin oder Levofloxacin in jüngsten Meta-Analysen als effektiv hinsichtlich der Morbidität belegt. Wir haben keine sichere und wirksame Alternative zur Hand.
  • Das beklagte Nebenwirkungsspektrum ist in unserem Fachgebiet ein marginales Problem, während Photosensibilisierung und ZNS-Toxizität bei Älteren durchaus nicht selten sind.

Die Warnhinweise sind somit Anlass noch einmal ausdrücklich vom nicht mit gesichertem Nutzen belegten Einsatz von Fluorochinolonen abzuraten und den Einsatz auf die gesicherten Indikationen ohne Alternativen zu begrenzen.

Vorstand & Beirat der AGIHO