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Glossar

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5-Fluorouracil - Abkürzung 5-FU; Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Pyrimidin-Analoga; wird vor allem bei Tumoren des Magen-Darmtraktes und bei Brustkrebs eingesetzt;
5-FU - Abkürzung für 5-Fluorouracil
A
Aciclovir - Medikament zur Behandlung von Viruskrankheiten; vor allem eingesetzt bei der Behandlung von Infektionen durch Herpesviren;
Acquired Immunodeficiency Syndrome - abgekürzt AIDS; Infektionskrankheit, die zur Unterdrückung des Immunsystems führt; Folgen sind schwer verlaufende Infektionen und Infektionen mit ungewöhnlichen Erregern, z. B. Viren oder Pilzen; vermehrtes Auftreten von Krebserkrankungen, vor allem bei unbehandelten Patienten und bei Patienten, die nicht auf eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten ansprechen; Erreger ist das Humane Immunodefizienz-Virus (HIV); Übertragung von Mensch zu Mensch;
Adenokarzinom - Bezeichnung für bösartige Tumore aus der Gruppe der Karzinome; gehen aus Drüsengewebe hervor;
ADH - Abkürzung für atypische duktale Hyperplasie;
Adipositas - Fettleibigkeit oder Fettsucht; festgelegt als Body Mass Index über 30 kg / m2; gilt als Risikofaktoren für die Entstehung verschiedener Krebsformen, u. a. Bauchspeicheldrüsenkrebs;
adjuvant - ergänzend; bezeichnet die zusätzliche Behandlung bei Patienten nach einer erfolgreichen Primärtherapie; die Behandlung wird bei Patienten mit einem deutlichen Rückfallrisiko empfohlen; sie wird in einem Stadium durchgeführt, in dem keine Krankheit mehr nachweisbar ist; Ziel ist die Verhinderung eines Rückfalls;
Adriamycin - frühere Bezeichnung für Doxorubicin;
aggressive Fibromatose - seltene Erkrankung, bei der Desmoide entstehen; diese Tumore bilden keine Metastasen, zeigen aber ein aggressives Wachstumsverhalten; siehe Leitlinie Weichteilsarkome;
AI - Abkürzung für Aromataseinhibitoren;
AIDS - Abkürzung für Acquired Immunodeficiency Syndrome;
AIHA - Abkürzung für Autoimmune Hemolytic Anemia; siehe autoimmunhämolytische Anämie;
akute Leukämie - Überbegriff für Leukämien mit akutem Verlauf; siehe ALL; siehe AML;
Akute Lymphatische Leukämie - abgekürzt ALL; häufigste Form der akuten Leukämie bei Kindern und Jugendlichen; tritt auch bei Erwachsenen auf; siehe Leitlinie Akute Lymphatische Leukämie;
Akute Myeloische Leukämie - abgekürzt AML; häufigste Form der akuten Leukämie bei Erwachsenen; siehe Leitlinie Akute Myeloische Leukämie
ALAT - Abkürzung für Alanin-Aminotransferase; andere Abkürzungen: ALT, GPT; Laborwert vor allem zur Beurteilung von akuten Schäden der Leber;
Albumin - Eiweiß, das auch bei Tieren und in vielen Pflanzen vorkommt; vollständiger Name beim Menschen: Humanalbumin; wird vor allem in der Leber hergestellt; wichtige Funktionen sind der Transport von Stoffen im Blut und die Erhaltung des Flüssigkeitsdrucks in den Blutgefäßen;
Alkalische Phosphatase - abgekürzt AP; Gruppe von Enzymen des Phosphatstoffwechsels; 15 verschiedene Formen in den Organen des Menschen; Laborwert; Anstieg der Leber AP als Hinweis auf eine Störung der Ausscheidungsfunktion, z. B. erhöht bei Stau von Galleflüssigkeit; Anstieg der Knochen AP als Hinweis auf gesteigerten Knochenumbau;
Alkylantien - oder Alkylanzien; Gruppe von Medikamenten der Chemotherapie; Entwicklung aus chemischen Kampfstoffen; dazu gehören Bendamustin, Chlorambucil, Cyclophosphamid, Ifosfamid, Melphalan;
ALL - Abkürzung für Akute Lymphatische Leukämie;
Allgemeinzustand - abgekürzt AZ; Gesamtverfassung eines Menschen zum aktuellen Zeitpunkt; beschreibt, ob und wieweit ein Patient in seinen Tätigkeiten eingeschränkt ist; für die verschiedenen Einteilungen siehe Wissensdatenbank Allgemeinzustand;
allogen - Begriff in der Transplantationsmedizin; griechisch: allos - anders, fremd; bezeichnet die Transplantation eines Organs oder von Gewebe eines anderen Menschen; siehe auch autolog;
ALT - siehe ALAT; siehe GPT;
AML - Abkürzung für Akute Myeloische Leukämie;
Amylase - Enzym; Aufgabe beim Umbau von Stärke zu Zucker; wird beim Menschen in der Bauchspeicheldrüse und in den Speicheldrüsen hergestellt;
Amyloidose - krankhafte Ablagerung von Leichtketten im ganzen Körper, nachweisbar z. B. in Haut oder Schleimhaut; betroffene Organe können in ihrer Funktion beeinträchtigt werden, vor allem Herz, Nieren und Nerven; die Ursachen sind vielfältig, u. a. Multiples Myelom;
Analgetika - Schmerzmedikamente;
Anämie - Blutarmut; gemessen durch die Bestimmung von Hämoglobin, Erythrozyten und Hämatokrit im Blutbild; Beschwerden sind allgemeine Müdigkeit, Leistungsminderung, Erschöpfung bei geringer Belastung, Hautblässe;
Androgene - männliche Geschlechtshormone; werden vor allem in den Hoden, aber auch in der Nebennierenrinde und in den Eierstöcken gebildet; zu den Androgenen gehören Testosteron und Androstendion; die Regulation erfolgt über Botenstoffe von Hypothalamus und Hypophyse;
Angina - verkürzter Begriff für Angina pectoris oder Angina tonsillaris;
Angina pectoris - Brustenge; anfallsweise auftretendes Engegefühl in der Brust; charakteristisch für Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen;
Angina tonsillaris - eigentlich Angina tonsillaris; eitrige Entzündung der sog. Mandeln im Rachen;
Angiogenese - Bildung von Blutgefäßen; die Bildung von neuen Blutgefäßen ist eine Besonderheit beim Wachstum von bösartigen Tumoren und von Metastasen; Medikamente können diese Neubildung verzögern oder verhindern;
Ann Arbor Klassifikation - Einteilung der Krankheitsstadien bei Patienten mit Hodgkin Lymphom oder Non - Hodgkin Lymphom; diese Einteilung unterscheidet die Stadien I - IV mit Zusatzbezeichnungen; siehe Leitlinie Hodgkin Lymphom; siehe Leitlinie follikuläres Lymphom;
Ansprechrate - gibt in Prozent an, bei wieviel Patienten sich eine Erkrankung zurückgebildet hat; die Merkmale für ein Ansprechen können für verschiedene Erkrankungen unterschiedlich festgelegt werden; bei Krebserkrankungen haben sich die Bezeichnungen der partiellen und der kompletten Remission durchgesetzt; siehe RECIST;
Anthracen - Substanz aus der organischen Chemie; Abkömmlinge werden auch als Medikamente der Chemotherapie genutzt; dazu gehören die Anthrazykline und Mitoxantron;
Anthrazykline - Gruppe von Medikamenten der Chemotherapie; ursprünglich aus Streptomyces Bakterien isoliert; dazu gehören Daunorubicin, Doxorubicin, Epirubicin und Idarubicin;
Antibiotika - Medikamente zur Behandlung von Infektionen;
Antidot - Gegenmittel; wird bei Vergiftungen oder bei Überdosierung von Medikamenten eingesetzt;
Antigen - allgemeine Bezeichnung für alle Stoffe, die im Körper zur Bildung von Antikörpern führen; Beispiele sind Erreger von Infektionen, Giftstoffe, Pollen, auch bösartige Tumore;
Antikörper - Eiweißstoffe im Immunsystem; nach der chemischen Struktur auch als Immunglobuline bezeichnet; werden von Plasmazellen zur Abwehr von Infektionen und anderen Krankheiten hergestellt; jeder Antikörper bindet an ein spezifisches Antigen; künstlich hergestellte Antikörper werden in der Medizin bei Laboruntersuchungen und als Medikamente eingesetzt;
Antimykotika - Medikamente zur Behandlung von Pilzinfektionen;
antiviral - gegen Viren gerichtet;
AP - Abkürzung für Alkalische Phosphatase;
Aplastische Anämie - Erkrankung des Knochenmarks mit vollständigem oder fast vollständigem Verlust der Blutbildung; die Ursachen sind vielfältig; siehe Leitlinie Aplastische Anämie;
aplastische Krise - akut auftretende Blutarmut bei Patienten mit angeborenen Erkrankungen der Erythrozyten, siehe Kugelzellenanämie; wird durch Viren ausgelöst, siehe Parvoviren; tritt vor allem im Kindesalter auf;
Aromatasehemmer - siehe Aromataseinhibitor;
Aromataseinhibitor - abgekürzt AI; Gruppe von Medikamenten der Hormontherapie; hemmt die chemische Umwandlung von Testosteron und Androstendion zu Östrogenen; wird in der Hormontherapie von Brust-und Eierstockkrebs eingesetzt; dazu gehören Anastrozol, Exemestan und Letrozol;
Arterie - Blutgefäß, das Blut vom Herzen in die anderen Organe und Körperteile transportiert;
arterielle Hypertonie - Bluthochdruck; auch verkürzt als Hypertonie oder Hypertonus bezeichnet; Erhöhung des systolischen Blutdrucks über 140 mm Hg und des diastolischen Blutdrucks über 90 mm Hg; Patienten mit Bluthochdruck haben ein erhöhtes Risiko für langfristige Schäden der arteriellen Blutgefäße und Folgeerkrankungen, z. B. Schlaganfall, Herzinfarkt, Niereninsuffizienz u. a.;
asekretorisches Myelom - Sonderform des Multiplen Myeloms, bei dem Paraprotein hergestellt, aber nicht ins Blut abgegeben wird und auch nicht im Urin nachweisbar ist;
asymptomatisch - ohne Krankheitszeichen; bezeichnet eine Erkrankung oder einen Patienten ohne Beschwerden; ohne Krankheitszeichen; siehe auch symptomatisch;
Aszites - krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im freien Bauchraum; die Ursachen sind vielfältig, häufig sind Erkrankungen der Leber oder Erkrankungen des Bauchfells, z. B. durch Krebs oder Metastasen;
Ataxia teleangiectasia - anderer Name: Louis-Bar-Syndrom; seltene angeborene Erkrankung; Ursache ist eine Keimbahnmutation im ATM Gen; erhöhtes Risiko vor allem für die Entstehung von Leukämien und Lymphomen, aber auch für Brustkrebs; die Vererbung ist autosomal rezessiv;
Atypische Duktale Hyperplasie - abgekürzt ADH; Vorstufe von Brustkrebs;
Autoimmunhämolytische Anämie - abgekürzt AIHA; Untergruppe der hämolytischen Anämie; das Immunsystem bildet Antikörper gegen die eigenen Erythrozyten; die Ursachen sind vielfältig;
Autoimmunkrankheiten - Erkrankungen, die durch eine Immunreaktion gegen körpereigene Strukturen entstehen, mit Bildung von Autoantikörpern; dazu gehören rheumatoide Arthritis, autoimmunhämolytische Anämie oder Immunthrombozytopenie;
autolog - Begriff in der Transplantationsmedizin; bezeichnet die Transplantation von körpereigenen Gewebe; siehe auch allogen;
Autosom - Bezeichnung für die Chromosomen, die keine Geschlechtschromosomen sind; der Mensch hat 44 Autosomen;
autosomal dominant - beschreibt den Vererbungsweg angeborener Erkrankungen; die Vererbung erfolgt nicht über die Geschlechtschromosomen, sondern über die Autosomen; das betroffene Merkmal wird voraussichtlich ausgeprägt werden, es ist dominant;
autosomal rezessiv - beschreibt den Vererbungsweg angeborener Erkrankungen: die Vererbung erfolgt nicht über die Geschlechtschromosomen, sondern die Autosomen; das betroffene Merkmal wird nicht ausgeprägt, aber weitervererbt;
AZ - Abkürzung für Allgemeinzustand;
B
B-CLL - chronische lymphatische Leukämie der B-Lymphozyten, siehe auch T-CLL;
B-Lymphozyten - Untergruppe der Leukozyten; werden beim Menschen im Knochenmark, in den Lymphknoten, in der Milz und in anderen Geweben mit aktivem Immunsystem (z. B. den Schleimhäuten) gebildet; Hauptaufgabe ist die Herstellung von Antikörpern;
B-Symptome - zusammenfassender Begriff für drei allgemeine Krankheitszeichen: Gewichtabnahme, Fieber, Nachtschweiß; typisch vor allem für Patienten mit malignen Lymphomen, können aber auch bei anderen bösartigen und auch bei nicht - bösartigen Erkrankungen auftreten;
B-Zell Lymphom - größte Gruppe der Non-Hodgkin Lymphome; diese können immunologisch in B-Zell Lymphome, T-Zell Lymphome und andere eingeteilt werden;
B-Zellen - siehe B-Lymphozyten
Bakterien - einzellige, aus sich selbst teilungsfähige Mikroorganismen mit einer Größe von 1 - 10 µm; in der Medizin bedeutsam als Erreger von Erkrankungen; siehe auch Viren; siehe auch Pilze;
Basalmembran - Membran, die verschiedene Gewebe und Zellgruppen voneinander trennt; ist aus 4 Schichten aufgebaut; das Durchbrechen der Basalmembran durch Krebszellen ist ein Zeichen ihrer Bösartigkeit;
basophile Granulozyten - Kurzform: Basophile; Unterform der Leukozyten; Aufgaben sind die Regulation von Funktionen des Immunsystems bei allergischen Reaktionen und die Vernichtung von Fremdstoffen und Krankheitserregern;
Bauchspeicheldrüse - Pankreas; Organ des Körpers im oberen Bauchraum; Hauptfunktionen sind die Herstellung von Hormonen für den Stoffwechsel und von Sekreten für die Verdauung; Hormone sind Insulin, Somatostatin und Glukagon, sie werden über das Blut transportiert; die wichtigsten Bestandteile in den Sekreten sind Enzyme, z. B. Amylase und Lipase, sie werden über den Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingergang transportiert; anatomisch wird die Bauchspeicheldrüse in den Kopf, den Körper und den Schwanz unterteilt;
Bauchspeicheldrüsenkrebs - Pankreaskarzinom; siehe Leitlinie Bauchspeicheldrüsenkrebs;
Bence Jones Protein - Eiweiß aus den leichten Ketten der Immunglobuline; werden von monoklonalen Plasmazellen gebildet, z. B. beim Multiplen Myelom, aber auch bei anderen Erkrankungen; mögliche Folgen sind Ablagerung im Gewebe und Schädigung von Organen, siehe auch Amyloidose; wird im Blut und im Urin nachgewiesen;
Bendamustin - Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Alkylantien; wirksam bei malignen Lymphomen, auch beim Brustkrebs und bei anderen Krebserkrankungen; intravenöse Gabe;
benigne - gutartig, siehe maligne;
Best Supportive Care - englischsprachiger Begriff für die bestmögliche, unterstützende Behandlung eines Patienten;
Bestrahlung - Überbegriff für eine Behandlungsmethode unter Verwendung von ionisierenden Strahlen; Bestrahlung kann von außen z. B. mit einem Linearbeschleuniger, oder im Körper mit Radionukliden oder mit Seeds erfolgen;
Beta 2 Mikroglobulin - Eiweiß; Teil der MHC I Struktur auf der Oberfläche von Zellen; in geringer Menge im Blut vorhanden, wird über die Niere ausgeschieden; bei Patienten mit Lymphomen oder Multiplem Myelom kann Beta 2 Mikroglobulin erhöht sein und zur Bestimmung der Aktivität der Krankheit genutzt werden; es ist auch erhöht bei Patienten mit Niereninsuffizienz;
Bevacizumab - Medikament aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper; hemmt die Neubildung von Blutgefäßen; wirksam beim Brustkrebs, nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, Dickdarmkrebs und bei anderen Krebserkrankungen; wird auch in der Augenheilkunde zur örtlichen Behandlung der feuchten Maculadegeneration eingesetzt;
bildgebende Verfahren - Überbegriff für alle Untersuchungsmethoden, bei denen der Körper oder Teile des Körpers mit Hilfe von Bildern dargestellt werden; hierzu gehören Ultraschalluntersuchungen, Röntgenaufnahmen, Computertomographie, Kernspintomographie, Endoskopie, Szintigraphie, Positronenemissionstomographie u. a.;
Bilirubin - gehört zu den Gallefarbstoffen; Abbauprodukt von Hämoglobin; bei der Laboruntersuchung werden direktes (nicht an Albumin gebundenes) Bilirubin und indirektes (an Albumin gebundenes) Bilirubin unterschieden; Laborwert zur Beurteilung des Abbaus von Hämoglobin und von Ausscheidungsstörungen der Leber oder der Gallenwege;
Biopsie - Entnahme von Gewebe; kann mit verschiedenen Techniken durchgeführt, abhängig vom Ziel der Entnahme: Stanzbiopsie, Feinnadelbiopsie, Vakuumbiopsie, offene Biopsie u. a.; bei Punktionen im Inneren des Körpers werden bildgebende Verfahren zur Steuerung der Biopsie eingesetzt;
Birt-Hogg-Dubé-Syndrom - seltene angeborene Erkrankung; erhöhtes Risiko für chromophobe Nierenzellkarzinome; die Vererbung ist autosomal dominant;
Bisphosphonate - Gruppe von Medikamenten, die den Abbau von Knochensubstanz hemmen; wird vor allem bei Patienten mit Knochenmetastasen, beim Multiplen Myelom und bei Osteoporose eingesetzt; auch wirksam zur Senkung des Kalzium bei Patienten mit Hyperkalzämie;
BKS - Abkürzung für Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit; anderer Begriff BSG;
Bleomycin - Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Antibiotika; wird bei Patienten mit Lungenkrebs, Hodenkrebs, akuten Leukämien und anderen Krebserkrankungen eingesetzt; Gabe intravenös;
Blutbild - Labormethode zur Untersuchung der Blutzellen: Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten; umfasst auch Hämoglobin und Hämatokrit;
Bluthochdruck - siehe Arterielle Hypertonie;
Blutplättchen - Thrombozyten
Blutsenkungsgeschwindigkeit - abgekürzt BSG oder BKS; Bestimmung der Geschwindigkeit, mit der die roten Blutkörperchen in einem Messröhrchen absinken; gemessen wird nach 1 und 2 Stunden; eine Erhöhung, d. h. Beschleunigung, wird vor allem bei Entzündungen, aber auch bei bösartigen Krankheiten;
Bluttransfusion - Bezeichnung für die Übertragung von Erythrozytenkonzentraten;
BMI - Abkürzung für Body Mass Index
Body Mass Index - englischsprachiger Begriff für Körpermasse-Index; Berechnung: Körpermasse (in Kilogramm) geteilt durch die Körpergröße (in Metern); wird zur Bewertung von Über- und Untergewicht benutzt;
Boost-Bestrahlung - englischsprachiger Begriff für die Verstärkung und Intensivierung einer Bestrahlung im direkten Bereich eines Tumors;
Bortezomib - Medikament aus der Gruppe der Proteasom-Inhibitoren; wirksam beim Multiplen Myelom und anderen Lymphomen; intravenöse Gabe;
BRCA1 - BReast CAncer 1; Gen aus der Gruppe der Tumorsuppressorgene; Funktionsverlust durch Mutationen oder Deletionen führen zu einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Brustkrebs, Eierstockkrebs, Dickdarm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs;
BRCA2 - BReast CAncer 2; Gen aus der Gruppe der Tumorsuppressorgene; Funktionsverlust durch Mutationen oder Deletionen führen zu einem erhöhten Risiko vor allem für die Entstehung von Brust- und Eierstockkrebs; auch für Männer aus BRCA2 Familien ist das Risiko für Brustkrebs erhöht;
Bronchoskopie - endoskopische Untersuchung der Bronchien
Brustfell - Pleura; dünne Haut, besteht aus dem Lungenfell und dem Rippenfell; das Lungenfell umgibt die Lunge; das Brustfell kleidet die innere Brustwand aus; weiter unterschieden werden der Teil über dem Zwerchfell und über dem Mediastinum; im Spalt zwischen dem Lungen- und dem Brustfell kann sich vermehrt Flüssigkeit ansammeln, siehe auch Pleuraerguss;
Brustkrebs - häufigster bösartiger Tumor bei Frauen; siehe Leitlinie Brustkrebs; selten auch bei Männern, siehe Leitlinie Brustkrebs bei Männern;
BSC - Abkürzung für Best Supportive Care;
BSG - Abkürzung für Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit; anderer Begriff BKS;
Budd - Chiari - Syndrom - seltene erworbene Erkrankung der Leber mit Verschluss der Lebervenen; die Erkrankung kann akut, aber auch langsam und ohne Beschwerden verlaufen; Risikofaktoren sind myeloproliferative Syndrome mit Erhöhung der Thrombozyten, bösartige Tumore, u. v. m.;
Burkitt Lymphom - Sonderform der aggressiven Non - Hodgkin Lymphome; in Mitteleuropa sporadisch auftretend, in Afrika endemisch durch Infektionen mit Epstein-Barr-Virus ausgelöst; gehört zu den B-Zell Lymphomen; wird nach eigenen Behandlungsprotokollen behandelt;
C
C-reaktives Protein - CRP; in der Leber gebildetes Eiweiß; Laborwert zum Nachweis und zum Verlauf von Entzündungen;
CA 15-3 - Abkürzung für Cancer Antigen 15-3; Laborwert aus der Gruppe der Tumormarker; kann vermehrt von Krebszellen gebildet werden; angewandt zur Bestimmung der Aktivität vor allem von Brustkrebs;
CA 19-9 - Abkürzung für Carbohydrat - Antigen 19-9; Laborwert aus der Gruppe der Tumormarker; kann vermehrt von Krebszellen gebildet werden; angewandt zur Bestimmung der Aktivität von soliden Tumoren, vor allem Bauchspeicheldrüsen- und Dickdarmkrebs;
Calcium - siehe Kalzium
Capecitabin - Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Nukleosidanaloga; Umwandlung in der Leber zu 5-Fluorouracil; wird bei Tumoren des Magen-Darm-Traktes und beim Brustkrebs eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe oral;
Carboplatin - Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Platinderivate; wird vor allem beim Hodenkrebs, beim Lungenkrebs, beim Eierstockskrebs, beim Gebärmutterkrebs und bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe intravenös;
Catumaxomab - Medikament aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper; wird bei Patienten mit Aszites aufgrund bösartiger Tumore im Bauchraum eingesetzt; Gabe intraperitoneal;
CD Klassifikation - Cluster of Differentiation; internationale Klassifikation für Oberflächenantigene;
CEA - Abkürzung für Carcinoembryonales Antigen; Laborwert aus der Gruppe der Tumormarker; kann vermehrt von Krebszellen gebildet werden; angewandt zur Bestimmung der Aktivität von soliden Tumoren, vor allem Dickdarmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs, Lungenkrebs aber auch von anderen Krebserkrankungen;
Chemosensibilitätstestung - Labormethode zur Bestimmung der Empfindlichkeit von Tumorzellen für Medikamente;
Chemotherapie - Behandlung von Patienten mit chemischen Stoffen; der Begriff wird vor allem gebraucht für die Behandlung bösartiger Krankheiten mit Medikamenten, die Zellen abtöten oder ihr Wachstum hemmen;
Chlorambucil - Medikament aus der Gruppe der Alkylantien; wirksam bei der chronischen lymphatischen Leukämie und anderen Lymphomen; Gabe oral;
Chromogene In Situ Hybridisierung - CISH; mikroskopische Methode zum Nachweis von Zellstrukturen, z. B. von bestimmten Chromosomen oder Gen - Abschnitten; verwendet Farbstoffe zur Sichtbarmachung der Strukturen;
chromophobes Nierenzellkarzinom - seltene Form des Nierenkrebs; macht 3 - 5 % der Nierenzellkarzinome aus; siehe Leitlinie Nierenkrebs;
Chromosom - Strukturen im Zellkern, bestehend vor allem aus DNS und Eiweiß; enthalten die menschlichen Gene; Körperzellen des Menschen enthalten 46 Chromosomen, Keimzellen enthalten 23 Chromosomen; angeboren kann die Zahl der Chromosomen verändert sein, am häufigsten sind Down Syndrom, Klinefelter Syndrom, Turner Syndrom; in Krebszellen können die Zahl und die Struktur von Chromosomen als Teil der bösartigen Veränderung vermindert oder vermehrt sein;
chronische lymphatische Leukämie - abgekürzt CLL; häufigste Leukämie beim Menschen; gehört zu den indolenten Non Hodgkin Lymphomen; siehe Leitlinie Chronische Lymphatische Leukämie;
chronische myeloische Leukämie - abgekürzt CML; Form der Leukämie vorwiegend bei Erwachsenen; siehe Leitlinie Chronische Myeloische Leukämie;
CISH - siehe Chromogene In Situ Hybridisierung
Cisplatin - Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Platinderivate; wird vor allem beim Hodenkrebs, beim Lungenkrebs, beim Gebärmutterkrebs und bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe intravenös;
Cladribin - Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Purinanaloga; wird bei der Haarzell - Leukämie und bei Non - Hodgkin Lymphomen eingesetzt; Gabe intravenös und subkutan;
CLL - Abkürzung für Chronische Lymphatische Leukämie;
Clodronat - Medikament aus der Gruppe der Bisphosphonate; Gabe oral oder intravenös;
CML - Abkürzung für Chronische Myeloische Leukämie;
Computertomographie - abgekürzt CT; bildgebendes Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung von Körperregionen; nutzt Röntgenstrahlen; für eine bessere Bildqualität wird oft jodhaltiges Kontrastmittel intravenös oder oral gegeben; bildgebendes Verfahren mit einer relativ hohen Strahlenbelastung;
Coombs-Test - Labormethode zum Nachweis von Antikörpern gegen Erythrozyten; wird eingesetzt bei Verdacht auf Hämolyse;
Cortison - siehe Glukokortikoide;
Cotrimoxazol / Trimethoprim - Antibiotika; werden meistens in dieser festen Kombination eingesetzt;
Cowden - Syndrom - seltene angeborene Erkrankung; Ursache ist eine Keimbahnmutation im PTEN Gen; erhöhtes Risiko vor allem für gut- und bösartige Tumore; die Vererbung ist autosomal dominant;
CR - Abkürzung für den englischsprachigen Begriff einer kompletten Rückbildung der Erkrankung (Complete Remission);
CRAB Kriterien - Abkürzung für Grenzwerte beim Multiplen Myelom zur Beurteilung der Krankheitsfolgen: C - erhöhtes Kalzium im Blut (hypercalcemia), R - Funktionsstörung der Niere (renal insufficiency), A - Blutarmut (anemia), B - Knochenbeteiligung (bone lesions);
Crow-Fukase-Syndrom - siehe POEMS Syndrom;
CRP - Abkürzung für C-Reaktives Protein;
CT - Computertomographie
Cyclin D1 - Eiweiß aus der Cyclin-Familie; Funktion von Cyclinen ist die Regulation des Zellzyklus; das Gen für Cyclin D1 ist CCND1; es ist bei der balancierten Translokation t(11;14)(q13;q32);
Cyclophosphamid - oder Cyclofosfamid; Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Alkylantien; wird vor allem bei malignen Lymphomen, Multiplem Myelom, akuter und chronischer lymphatischer Leukämie (ALL, CLL), Brustkrebs, kleinzelligem Lungenkarzinom, Sarkomen, bei anderen Krebserkrankungen und in der Behandlung von Autoimmunkrankheiten eingesetzt;
D
Dasatinib - Medikament aus der Gruppe der Tyrosinkinase-Inhibitoren; wird vor allem bei der Chronischen Myeloischen Leukämie und bei der Philadelphia-Chromosom positiven Akuten Lymphatischen Leukämie eingesetzt; Gabe oral;
Daunorubicin - Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Anthrazykline; wird bei der Akuten Myeloischen Leukämie und bei der Akuten Lymphatischen Leukämie eingesetzt;
DCIS - Abkürzung für duktales Carcinoma in situ;
Deletion - Begriff aus der Zytogenetik; beschreibt den Verlust von genetischem Material, angeboren oder erworben; häufige Veränderung in Krebszellen;
Denosumab - Medikament aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper; bindet an RANKL; hemmt den Abbau von Knochen; wird vor allem zur Vorbeugung der Osteoporose und zur Vorbeugung von Folgen der Knochenzerstörung bei Patienten mit Knochenmetastasen; subkutane Gabe;
Desmoide - Tumor aus der Gruppe der aggressiven Fibromatosen; gehört zu den Sarkomen; siehe Leitlinie Weichteilsarkome;
Desmoidtumor - siehe Desmoide;
Desoxyribonukleinsäure - abgekürzt DNS oder DNA; Träger der Erbsubstanz;
Dexamethason - künstliches Glukokortikoid; vielfältige Wirkung, u. a. bei Autoimmunkrankheiten, in der direkten und in der unterstützenden Krebstherapie; Gabe intravenös, intramuskulär, oral oder als Injektion in das Gewebe;
Diabetes mellitus - chronische Stoffwechselkrankheit, charakterisiert durch eine Erhöhung des Blutzuckers und der Ausscheidung von Zucker im Urin; die Krankheit wird eingeteilt in Typ-1, Typ-2 und Schwangerschaftsdiabetes; kann auch durch Medikamente ausgelöst werden, z. B. durch Glukokortikoide;
diagnostisch - Bezeichnung für Maßnahmen zur Klärung der Ursache von Krankheitszeichen und zur Feststellung einer Erkrankung;
Dialyse - Verfahren zur Reinigung des Blutes bei Patienten mit Nierenschwäche; Dialyse kann über das Blut oder das Bauchfell durchgeführt werden; sie muss regelmäßig, meistens mehrfach pro Woche, durchgeführt werden;
Dickdarmkrebs - einer der häufigsten bösartigen Tumoren bei Frauen und Männern; siehe Leitlinie kolorektales Karzinom;
Differentialblutbild - Labormethode zur Messung der Zahl und Verteilung von Leukozyten;
DNS - Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure;
Docetaxel - Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Taxane; wird vor allem bei Brustkrebs, Lungenkrebs und Prostatakrebs eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe intravenös;
dosisreduzierte Konditionierung - Bezeichnung für eine Art der Behandlung vor allogener Stammzelltransplantation; die Dosis der Chemotherapie und / oder der Ganzkörperbestrahlung ist gegenüber dem Standard vermindert und dadurch mit weniger Nebenwirkungen belastet;
Down Syndrom - angeborene Erkrankung aufgrund einer Trisomie von Chromosom 21; erhöhtes Risiko für akute myeloische Leukämien im Kindes- und Erwachsenenalter;
Doxorubicin - Medikament aus der Gruppe der Anthrazykline; wird in der Chemotherapie bei Leukämien, Lymphomen, Multiplem Myelom, Brustkrebs, Sarkomen und anderen Krebserkrankungen eingesetzt; Gabe intravenös; steht auch als lipososomales Medikament zur Verfügung;
Ductus Bellini Karzinom - seltene Form des Nierenkrebs; macht weniger als 1 % der Nierenzellkarzinome aus; siehe Leitlinie Nierenkrebs;
duktales Carcinoma in situ - abgekürzt DCIS; Tumor in der Brust durch entartete Zellen, die die Basalmembran nicht durchbrochen haben; Krebsvorstufe;
Duodenum - Zwölffingerdarm; Teil des Magen-Darm-Trakts zwischen Magen und Jejunum; in den Zwölffingerdarm münden der Gallengang und der Bauchspeicheldrüsengang;
Durchflusszytometrie - Labormethode zur schnellen Untersuchung einer großen Zahl von Zellen; wird zur Immunphänotypisierung Leukozyten aber auch zur Untersuchung von Erythrozyten, Thrombozyten oder von anderen Zellen eingesetzt;
E
Echokardiographie - Ultraschalluntersuchung des Herzens;
Eierstockskrebs - fünfthäufigster Krebs bei Frauen;
Eiweiß - Elektrophorese - Labormethode zur Messung der Verteilung von Eiweißen im Blut oder im Urin; die Eiweiße werden aufgrund ihrer Größe und der elektrischen Ladung aufgetrennt;
EKG - Abkürzung für Elektrokardiogramm;
Elektrokardiogramm - technische Untersuchung zur Aufzeichnung der elektrischen Aktionsströme des Herzens; wird vor allem zur Beurteilung des Herzrhythmus und von Schädigungen des Herzmuskels eingesetzt;
Embolie - Verschluss eines Blutgefäßes durch einen losgelösten Thrombus;
Embolisierung - Embolisation; Eingriff zum Verschluss eines Blutgefäßes;
Endokrinologie - Lehre von den Hormonen; Teilgebiet der Inneren Medizin;
Endokrinopathie - Überbegriff für Erkrankungen des Hormonhaushaltes;
Endoskopie - anderer Name: Spiegelung; bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von Hohlorganen oder Körperhöhlen; mittels eines beweglichen oder eines starren Instruments wird eine Lichtquelle in das Organ zur direkten Betrachtung eingebracht; ist auch zur Probenentnahme und für operative Eingriffe geeignet; siehe minimal invasive Operation;
Endosonographie - Kombination von Endoskopie und Ultraschall; wird eingesetzt zum Nachweis von Tumoren, zur Beurteilung der Ausdehnung und zur gezielten Probenentnahme;
Enzym - von Zellen hergestellte Eiweiße; wirken als Beschleuniger in der Steuerung von Stoffwechselvorgängen;
eosinophile Granulozyten - Kurzform: Eosinophile; Unterform der Leukozyten; Aufgaben sind die Regulation von Funktionen des Immunsystems bei allergischen Reaktionen und die Vernichtung von Fremdstoffen und Krankheitserregern;
Epirubicin - Medikament zur Chemotherapie aus der Gruppe der Anthrazykline; wird in der Chemotherapie vor allem beim Brustkrebs und bei Sarkomen eingesetzt; Gabe intravenös;
Epithel - Zellschichten, die innere und äußere Körperoberflächen bedecken;
Epstein-Barr-Virus - Virus aus der Gruppe der Herpesviren; Erreger der infektiösen Mononukleose; vermehrter Nachweis in Zusammenhang mit Krebserkrankungen wie dem Burkitt Lymphom, dem Hodgkin,Lymphom sowie mit Autoimmunkrankheiten;
ER - Abkürzung für Östrogen-Rezeptor, englisch Estrogen Receptor; wird in % angegeben;
ERCP - Abkürzung für endoskopische retrograde Cholangiopankreatographie; Kombination aus Endoskopie und Röntgenverfahren zur Darstellung der Gallengänge und des Gangs der Bauchspeicheldrüse;
Erhaltung - Kurzbegriff für Erhaltungstherapie;
Erhaltungstherapie - Behandlung einer bösartigen Erkrankung im Anschluss an eine erfolgreiche Induktion oder im Anschluss an eine Konsolidierung; Ziel ist entweder die Verhinderung eines Rückfalls oder die Verzögerung der Zeit bis zum Rückfall; die Behandlung kann sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten bis zu mehrere Jahren erstrecken;
Erstlinientherapie - Primärtherapie;
Erythropoetin - andere Schreibweise Erythropoietin; von den Nieren produziertes Hormon zur Stimulation der Bildung roter Blutkörperchen; als Medikament eingesetzt zur Verminderung des Bedarfs an Bluttransfusionen;
Erythrozyten - rote Blutkörperchen; enthalten Hämoglobin; Hauptaufgabe ist der Transport von Sauerstoff;
Erythrozytenkonzentrat - Präparat roter Blutkörperchen, gewonnen von Blutspendern oder vom Patienten selbst;
Essentielle Thrombozythämie - Erkrankung des blutbildendes Systems; gehört zu den myeloproliferativen Erkrankungen; die Vermehrung von Megakaryozyten im Knochenmark führt zu einer Erhöhung der Thrombozyten im Blut; bei etwa 50 % der Patienten ist eine JAK2 Mutation im Blut oder im Knochenmark nachweisbar; siehe Leitlinie Essentielle Thrombozythämie;
Everolimus - Medikament aus der Gruppe der mTOR Kinase-Inhibitoren; Gabe oral;
extramedullär - außerhalb des Knochenmarks; Bezeichnung wird z. B. beim Multiplen Myelom verwendet, wenn sich Knochenherde in das benachbarte Gewebe ausdehnen oder sich Krankheitsherde in anderen Organen bilden;
extramedulläres Myelom - Sonderform des Multiplen Myeloms, bei der die Krankheit außerhalb des Knochenmarks auftritt;
extranodales Marginalzonenlymphom - Erkrankung aus der Gruppe der indolenten Non-Hodgkin Lymphome; das Marginalzonenlymphom findet sich außerhalb von Lymphknoten;
F
familiäre adenomatöse Polyposis - abgekürzt FAP; Ursache ist eine Keimbahnmutation im APC Gen; erhöhtes Risiko vor allem für Dickdarmkrebs, aber auch für Dünndardkrebs und für Desmoidtumoren; die Vererbung ist autosomal dominant;
FAMMMPC - Syndrom - familiäres atypisches multiples Muttermal- und Melanom - Pankreaskarzinom - Syndrom; Ursache ist eine Keimbahnmutationen im CDKN2A; Untergruppe des FAMM - Syndroms; erhöhtes Risiko vor allem für Melanom und für Bauchspeicheldrüsenkrebs;
Fatigue - französischsprachiger Begriff für Müdigkeit; bezeichnet in der Medizin ein Krankheitsbild mit allgemeiner körperlicher und psychischer Erschöpfung;
Felty-Syndrom - zusätzliche Erkrankung bei Patienten mit chronischer Polyarthritis; typisch sind eine Milzgrößerung und eine Verminderung der Leukozyten;
Fernmetastasen - Metastasen in einem entfernten Organ oder Gewebe des Körpers;
Fettstuhl - Steatorrhoe
Fieber ohne erkennbare Ursache - FUO
First line - englischsprachiger Begriff für die Primärtherapie;
FISH - Abkürzung für Fluoreszenz In Situ Hybridisierung;
FLC Quotient - Abkürzung für Free Light Chain Quotient; Laborwert; bezeichnet die Berechnung des Verhältnisses von Kappa - und Lambda - Leichtketten; wird beim Multiplen Myelom und verwandten Krankheitsbildern zur Kontrolle der Krankheitsaktivität eingesetzt;
FLIPI - Abkürzung für Follicular Lymphoma International Prognostic Index; ermöglicht die Abschätzung der Prognose von Patienten mit follikulärem Lymphom; siehe Leitlinie Follikuläres Lymphom;
Fludarabin - Medikament aus der Gruppe der Purinanaloga; vor allem in der Behandlung indolenter Non - Hodgkin Lymphome eingesetzt;
Fluoreszenz In Situ Hybridisierung - FISH; mikroskopische Methode zum Nachweis von Zellstrukturen, z. B. von bestimmten Chromosomen oder Gen - Abschnitten; verwendet Fluoreszenzfarbstoffe zur Sichtbarmachung der Strukturen;
Fluorouracil - Abkürzung FU; vollständige Bezeichnung 5-Fluorouracil oder 5-FU; Medikament aus der Gruppe der Nukleosidanaloga; wird in der Chemotherapie von Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes und beim Brustkrebs eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe intravenös;
Folinsäure - anderer Name: Leukovorin oder Citrovorum Faktor; Abkömmling der Tetrahydrofolsäure; wird als Medikament zur Verstärkung der Wirkung von Fluorouracil und als Gegenmittel nach der Gabe von Methotrexat eingesetzt;
follikuläres Lymphom - häufigstes Non - Hodgkin Lymphom bei Erwachsenen; gehört zu den indolenten Non - Hodgkin Lymphomen;
Folsäure - Vitamin; muss mit der Nahrung aufgenommen werden; ist unbedingt erforderlich für die Blutbildung;
Fulvestrant - Medikament; beeinflusst die Östrogenrezeptoren; wird in der Behandlung von Brustkrebs eingesetzt;
FUO - Abkürzung für Fever of Unknown Origin; Fieber ohne erkennbare Ursache;
G
G-CSF - Abkürzung für Granulocyte Colony Stimulating Factor; löslicher Botenstoff zur Stimulation der Bildung von Granulozyten; stimuliert auch die Freisetzung von Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut und das Wachstum von Vorstufen der Granulozyten; steht als Medikament zur Verfügung; Gabe intravenös oder subkutan;
Gamma GT - auch g-GT; Abkürzung für Gamma-Glutatamyltransferase; Laborwert vor allem zur Beurteilung einer Schädigung der Leber oder einer Behinderung des Abflusses der Galleflüssigkeit über die Gallenwege;
gastrointestinaler Stromatumor - Bindegewebstumor, gehört zu den Sarkomen;
Gastrointestinaltrakt - Magen-Darm-Trakt; dazu gehören Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm, oberer und unterer Dünndarm, Dickdarm und Enddarm;
Gastroskopie - Endoskopie des Magens;
Gelbsucht - Ikterus
Gemcitabin - Medikament aus der Gruppe der Nukleosidanaloga; wird in der Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs, Blasenkrebs, Eierstockskrebs, Gallengangskrebs und malignen Lymphomen eingesetzt; auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam;
Genamplifikation - Vermehrung eines Gens; führt zur Überexpression; wird unter dem Mikroskop mit der FISH Technik nachgewiesen;
Genexpressionsanalyse - auch Gensignatur genannt; Untersuchung der Aktivität von Genen im Tumorgewebe; die meisten Testverfahren beschränken die Untersuchung auf eine festgelegte Anzahl von Genen;
Gensignatur - siehe Genexpressionsanalyse;
Gesamteiweiß - Begriff für einen Laborwert; Labormethode zur Messung aller Eiweißstoffe im Blut;
Geschlechtschromosomen - Bezeichnung für die beiden Chromosomen, die spezifisch für das Geschlecht sind; Frauen haben zwei X Chromosomen, Männer ein X und ein Y Chromosom;
Gestagene - weibliche Hormone, zusammen mit den Östrogenen; werden vor allem in den Eierstöcken, aber auch in der Nebennierenrinde und den Hoden gebildet; zu den Gestagenen gehört das Progesteron; die Regulation erfolgt durch Hormone der Hypophyse;
GIST - Abkürzung für Gastrointestinaler Stromatumor;
glomeruläre Filtrationsrate - Labormethode zur Abschätzung der Nierenfunktion; wird aus Ergebnissen von Blut- und Urinwerten berechnet;
Glukokortikoide - Überbegriff für eine Gruppe von Hormonen aus der Nebennierenrinde; die wirksame Substanz ist Kortisol, ein Abbauprodukt ist Kortison; Medikamente mit Kortisol - Wirkung werden vielfältig zur direkten Krebstherapie und in der unterstützenden Behandlung eingesetzt; hierzu gehören Dexamethason, Prednisolon, Prednison u. a.;
Glykoprotein - kohlenhydrathaltige Eiweiße;
GnRH - Abkürzung für Gonadotropin Releasing Hormon; wird im Hypothalamus gebildet; regt in der Hypophyse die Bildung von Gonadotropinen an;
GnRH Analoga - Gruppe von Medikamente; auch als LHRH Agonisten bezeichnet; blockieren die Regulation der Hormonproduktion; werden in der Behandlung von Hormon - abhängigen Krebsformen wie Brust- oder Prostatakrebs eingesetzt;
Gonadotropine - Hormone aus der Hirnanhangsdrüse, die die Bildung von Geschlechtshormonen anregen; werden durch GnRH reguliert;
GPT - Glutamat-Pyruvat-Transaminase; siehe ALAT; siehe ALT; Laborwert vor allem zur Beurteilung von Schäden der Leber;
Grading - Differenzierungsgrad; gibt in der Analyse der Pathologen an, wie weit das bösartige Gewebe von normalem Gewebe abweicht; wird in den Stufen G1, G2 und G3 angegeben;
Granulocyte Colony Stimulating Factor - G-CSF; löslicher Botenstoff zur Stimulation der Bildung von Granulozyten; stimuliert auch die Freisetzung von Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut und das Wachstum von Vorstufen der Granulozyten; wird gentechnologisch als Medikament hergestellt;
Granulozyten - Untergruppe der Leukozyten; werden aufgrund ihrer Färbung unter dem Mikroskop in basophile, eosinophile und neutrophile Granulozyten unterteilt;
Gray - Einheit der Dosis ionisierender Strahlung
großes Blutbild - siehe Blutbild; beim großen Blutbild werden zusätzlich die Untergruppen der Leukozyten untersucht;
Gy - Abkürzung für Gray
Gynäkomastie - Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann; Zeichen anderer Krankheiten, z. B. des Hormonhaushalt, der Leber u. a.; gehäuft bei Männer mit Klinefelter - Syndrom; kann auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten
H
Haarzell - Leukämie - seltene Leukämie; gehört aufgrund ihrer Entstehung und dem Verlauf der Erkrankung zu den indolenten Non - Hodgkin Lymphomen; wird in die klassische Haarzell - Leukämie und die Haarzell - Leukämie Variante unterteilt; siehe Leitlinie Haarzell - Leukämie
Hämatokrit - Anteil aller Blutzellen am Volumen des Blutes; wird in % gemessen;
Hämatologie - Lehre vom Blut; umfasst die Grundlagen und die Erkrankungen des Blutes einschl. der blutbildenden Organe; Teilgebiet der Inneren Medizin;
Hämoblastose - Oberbegriff für bösartige Erkrankungen, die von blutbildenden Zellen ausgehen; ist heute weitgehend durch die genaueren Bezeichnung von Leukämie, Lymphom u. a. abgelöst worden;
Hämoglobin - roter Blutfarbstoff; wird in den Erythrozyten transportiert
Hämolyse - Auflösung von Erythrozyten infolge der Zerstörung ihrer Membran; die Ursachen sind vielfältig;
hämolytisch - Eigenschaftswort zu Hämolyse
hämolytisch - urämisches Syndrom - akute Erkrankung durch massive Schädigung der Innenwand von Blutgefäßen; häufigste Ursache sind Infektionen, seltener Medikamente oder eine Komplikation in der Spätschwangerschaft; Folgen sind Hämolyse und Einschränkung der Nierenfunktion;
hämolytische Anämie - Gruppe von Krankheiten, bei denen es durch Zerstörung von Erythrozyten zu einer Anämie; die Ursachen sind vielfältig;
Hämostaseologie - Lehre von der Blutgerinnung
Haptoglobin - Glykoproteine; Funktion beim Transport und beim Abbau von Hämoglobin; Laborwert zum Nachweis eines vermehrten Abbaus von Erythrozyten (Hämolyse); bei Hämolyse sinkt Haptoglobin oder ist nicht mehr nachweisbar;
Harnsäure - natürliches Endprodukt des Abbaus von Nukleinsäuren; wird im Urin ausgeschieden; Laborwert zur Beurteilung der vermehrten Zerstörung von Zellen und zur Beurteilung der Nierenfunktion;
Harnstoff - Abbauprodukt des Stoffwechsels; wird im Urin ausgeschieden; Laborwert zur Beurteilung der Nierenfunktion;
heavy chains - englischsprachiger Begriff für die Schweren Ketten der Immunglobuline;
Heparin - Substanz im menschlichen Körper; hemmt die Blutgerinnung; als Medikament eingesetzt zur Behandlung und zur Vorbeugung von Thrombosen und Embolien;
HER2 - Abkürzung für Human Epidermal Growth Factor Receptor 2; Brustkrebspatientinnen mit einer Überexpression von HER2 haben ein Risiko für einen schlechteren Verlauf der Krankheit; inzwischen stehen gezielte Medikamente für diese Patienten zur Verfügung; siehe auch Trastuzumab, Lapatinib;
hereditäre Defekte der Kationendurchlässigkeit der Erythrozyten-Membran - Gruppe von angeborenen Erkrankungen, bei denen die Durchlässigkeit der Erythrozytenmembran für Kalium und Natrium gestört ist; Ursachen sind unterschiedliche Defekte; die Vererbung ist autosomal dominant; siehe Leitlinie Hereditäre Sphärozytose;
hereditäre Elliptozytose - Gruppe von angeborenen Erkrankungen, bei denen die Erythrozyten eine ovale Form haben; Ursachen sind unterschiedliche Mutationen in den Genen, die die Membran der Erythrozyten stabilisieren; am häufigsten sind a und b Spektrin betroffen;
hereditäre Pankreatitis - Gruppe von angeborenen Erkrankungen, bei denen es zu einer chronischen Bauchspeicheicheldrüsenentzündung kommt; Ursachen sind unterschiedliche Mutationen, vor allem in den Genen des Trypsinogen - Stoffwechsels; erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs
hereditäre Pyropoikilozytose - angeborene Erkrankung der Erythrozyten; Ursache ist eine Homozygotie, d. h. beide Gene für a oder b Spektrin haben eine Mutation; siehe auch hereditäre Elliptozytose;
hereditäre Sphärozytose - Kugelzellenanämie; Gruppe von angeborenen Krankheiten, bei denen die Verformbarkeit von Erythrozyten durch das Stützgerüst der Membran verändert ist; die Erythrozyten haben die Form von Kugeln und werden vermehrt in der Milz abgebaut; siehe Leitlinie Hereditäre Sphärozytose;
hereditäre Stomatozytose - seltene angeborene Erkrankung der Erythrozyten; unter dem Mikroskop ist die zentrale Aufhellung von Erythrozyten nicht rund, sondern schlitzförmig; die Vererbung ist autosomal dominant;
hereditäre Xerozytose - früher auch dehydrierte hereditäre Stomatozytose genannt; seltene angeborene Erkrankung der Erythrozyten;
Herpes - verkürzte Form für Erkrankungen, die durch den Herpes-simplex-Virus verursacht werden; persistierende Infektion, die wiederholt reaktiviert werden kann; Übertragung von Mensch zu Mensch;
Herpes zoster - Gürtelrose; Infektion durch den Varicella-zoster-Virus, den Erreger der Windpocken; persistierende Infektion, die bei Schwäche des Immunsystems aber auch ohne erkennbare Ursache reaktiviert werden kann; Übertragung von Mensch zu Mensch; Impfung möglich;
heterozygot - Begriff aus der Genetik; die beiden Anlagen eines Gens sind unterschiedlich;
Histologie - eigentlich Lehre vom Gewebe; wird als Begriff für die mikroskopische Untersuchung von Gewebe verwandt; siehe auch Zytologie;
HIV - Abkürzung für Human Immunodeficiency Virus; Virus aus der Gruppe der Retroviren; Erreger von AIDS;
HNPCC - Abkürzung für Hereditary Nonpolyposis Colorectal Cancer; auch Lynch Syndrom; Ursachen sind Mutationen in den Genen, die für die Reparatur von Fehlern in der DNS zuständig sind; stark erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs, aber auch für andere Krebserkrankungen;
Hochdosistherapie - Bezeichnung für eine medikamentöse Krebsbehandlung mit besonders hoher Dosierung; wenn diese Behandlung zu einer vollständigen oder einer fast vollständigen Zerstörung des normalen Knochenmarks führt, wird sie in Kombination mit einer Stammzelltransplantation durchgeführt;
Hochintensiver fokussierter Ultraschall - Abkürzung: HiFU
homozygot - Begriff aus der Genetik; beide Anlagen eines Gens sind gleich;
HPV - Abkürzung für Human Papilloma Virus; Gruppe von Viren aus der Papova - Familie; mehrere Typen sind ursächlich an der Entstehung von Gebärmutter-, Penis- und Analkrebs sowie an Krebs von Rachen und Tonsillen beteiligt; Übertragung von Mensch zu Mensch; Impfung möglich;
Hyperkalzämie - erhöhter Kalzium-Wert im Blut; die Ursachen sind vielfältig;
Hypernephrom - Nierenzellkarzinom
Hypertonie - Bluthochdruck
Hyperviskositätssyndrom - Erkrankung aufgrund einer zu hohen Eiweißkonzentration; führt zu Durchblutungsstörung in den kleinen Blutgefäßen, z. B. im Gehirn, in den Augen, in Fingern und Zehen; Komplikation bei Patienten mit Multiplem Myelom und Morbus Waldenström;
Hypophosphatämie - niedriges Phophat im Blut; verschiedenen Ursachen z. B. durch Mangelernährung bei Alkoholkrankheit, Magersucht oder künstlicher Ernährung; eine Komplikation ist Hämolyse;
Hypophyse - Hirnanhangsdrüse; Ort der Bildung von regulierenden Hormonen, z. B. Gonadotropinen;
Hypothalamus - Struktur im Zwischenhirn; zentrale Funktion in der Regulation von vegetativen und hormonellen Funktionen; Ort der Produktion von regulierenden Hormonen, z. B. GnRH;
I
i.v. - Abkürzung für intravenös;
Ibandronat - Medikament aus der Gruppe der Bisphosphonate; Gabe intravenös;
Idarubicin - Medikament aus der Gruppe der Anthrazykline; wird in der Chemotherapie bei der Akuten Myeloischen Leukämie und beim Multiplen Myelom eingesetzt; Gabe intravenös und oral;
Ifosfamid - Medikament aus der Gruppe der Alkylantien; wirksam bei verschiedenen Krebserkrankungen; Gabe intravenös;
Ig - siehe Immunglobulin
IgA - Abkürzung für Immunglobulin A
IgD - Abkürzung für Immunglobulin D
IgE - Abkürzung für Immunglobulin E
IgG - Abkürzung für Immunglobulin G
IgH - schwere Ketten der Immunglobuline (heavy chain)
IgL - leichte Ketten der Immunglobuline (light chain)
IgM - Abkürzung für Immunglobulin M
Ikterus - Gelbsucht
Imatinib - Medikament aus der Gruppe der Tyrosinkinase - Inhibitoren; wird vor allem bei der Chronischen Myeloischen Leukämie, bei einer Form der Akuten Lymphatischen Leukämie und beim GIST eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe oral;
Immunchemotherapie - kombinierte Behandlung durch Medikamente zur Beeinflussung des Immunsystems und durch Chemotherapie;
Immunfixation - verkürzt für Immunfixationselektrophorese;
Immunfixationselektrophorese - Methode zur Auftrennung und Erkennung der verschiedenen Klassen der Immunglobuline; Labormethode zum Nachweis und zur Mengenbestimmung bei Patienten monoklonalen Immunglobulinen;
Immunglobulin - anderer Begriff für Antikörper; jedes Immunglobulin hat eine spezielle Aufgabe in körpereigenen Abwehr des Immunsystems; Immunglobuline werden von B Lymphozyten und Plasmazellen hergestellt; chemisch handelt es sich um Eiweißstoffe
Immunhistochemie - erweiterte Untersuchung von Gewebe mit Hilfe von Antikörpern zum Nachweis bestimmter Zellstrukturen;
Immunphänotyp - Beschreibung der Merkmale einer Zelle mit Hilfe monoklonaler Antikörper; die Bezeichnung der Merkmale erfolgt bei Leukozyten anhand der CD Klassifikation;
Immunphänotypisierung - Methode zur Ermittlung des Immunphänotyps; wird heute in der Regel automatisiert mit Hilfe der Durchflusszytometrie durchgeführt, Alternative ist die mikroskopische Beurteilung; Standard ist eine multiparametrische Immunphänotypisierung, bei der gleichzeitig mehrere Merkmale dargestellt werden können; siehe auch CD Klassifikation;
Immuntherapie - Behandlung durch Beeinflussung des Immunsystems; die Methoden sind sehr vielfältig;
Induktion - Kurzbegriff für Induktionstherapie
Induktionstherapie - Bezeichnung für die erste medikamentöse Behandlung einer bösartigen Erkrankung; Ziel ist die Rückbildung der Krankheit und der Krankheitszeichen;
infektiöse Mononukleose - Infektionskrankheit mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl und Lymphknotenvergrößerungen; Erholung nach wenigen Wochen, selten längerer Verlauf; Erreger ist der Epstein-Barr-Virus; Übertragung von Mensch zu Mensch;
inflammatorisches Mammakarzinom - entzündlicher Brustkrebs; Sonderform des Brustkrebs;
Infusion - dosierte Gabe von Flüssigkeiten, flüssigen Medikamenten, Blutprodukten o. a. über einen Zeitraum von Minuten bis Tagen; Gabe meistens intravenös, aber auch intraarteriell oder subkutan möglich;
Injektion - Einspritzen einer löslichen Substanz, vorwiegend als Medikament, aber auch bei diagnostischen Maßnahmen; mögliche Formen der Injektion sind intravenös, subkutan, intramuskulär, intradermal, intraarteriell oder gezielt in bestimmtes Organ;
INR - Abkürzung für International Normalized Ratio; Standardisierung des Quick - Wertes, erlaubt die den Vergleich von Quick - Werten, die mit unterschiedlicher Testverfahren gemessen wurden;
Interferon - Gruppe von Botenstoffen im Immunsystem; beteiligt an der Regulation des Immunsystems bei Infektionen, auch bei bösartigen Krankheiten; die Interferone Alpha, Beta und Gamma werden als Medikamente eingesetzt;
Interferon alpha - gehört zu den Interferonen; als Medikament zur Immuntherapie eingesetzt beim Nierenzellkarzinom, bei indolenten Lymphomen und bei der Haarzell-Leukämie;
intraarteriell - Verabreichung eines Medikamentes oder eines Kontrastmittels in Form einer Injektion oder einer Infusion in eine Arterie;
intradermal - Verabreichung eines Medikamentes in die Haut;
intraduktale papilläre muzinöse Neoplasie - IPMN
intramuskulär - Verabreichung eines Medikamentes in Form einer Injektion in den Muskel, meistens im Gesäß;
intravenös - Verabreichung einer Substanz in eine Vene, meistens als Medikament aber auch als Teil einer diagnostischen Maßnahme; als Injektion oder als Infusion;
invasiv - Beschreibung für einen Tumor, dessen Zellen die Basalmembran durchbrochen haben;
Inzidenz - Begriff aus der medizinischen Statistik; gibt die Zahl von Patienten an, die in einem bestimmten Zeitraum (z. B. in einem Jahr) in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe (z. B. 100.000 Einwohner) neu erkrankt sind; siehe auch Prävalenz
ISS - International Staging System für Patienten mit Multiplem Myelom auf der Basis der Bestimmung von Beta 2 Mikroglobulin und Albumin;
J
JAK2 - Abkürzung für Janus Kinase 2, eine Tyrosinkinase; eine Mutation im JAK2 Gen findet sich bei chronischen myeloproliferativen Erkrankungen, siehe Leitline chronische myeloproliferative Erkrankungen;
K
Kalium - abgekürzt 'K'; chemisches Element; lebenswichtiges Mineral im menschlichen Körper; Funktionen umfassen die Erregung von Nerven und Muskeln einschl. des Herzmuskels, Membrandurchlässigkeit, enzymatische Reaktionen u. v. m.;
Kalzium - abgekürzt 'Ca'; andere Schreibweise: Calcium; chemisches Element; wichtiges Mineral im menschlichen Körper; Funktionen umfassen den Aufbau von Knochen und Zähnen, die Erregung von Nerven und Muskeln einschl. des Herzmuskels, die Blutgerinnung u. v. m.;
Kappa-Leichtkette - Bezeichnung für eine der beiden leichten Immunglobulinketten; siehe Lambda Leichtkette;
Karzinom - Oberbegriff für bösartige Tumore, die von epithelialen Zellen ausgehen; siehe Sarkom; siehe Hämoblastose;
kausale Therapie - Behandlung, die auf die Ursache einer Erkrankung zielt, z. B. Operation, Bestrahlung, Chemotherapie u. a.; siehe auch supportive Therapie;
Keimbahnmutation - Mutation in den Keimzellen; alle Zellen der betroffenen Person enthalten diese Veränderung;
Kernspintomographie - Magnetresonanztomographie
Kieferosteonekrosen - engl. Abkürzung ONJ; Zerstörung von Kieferknochen; Kieferosteonekrosen sind eine typische Komplikation von Bisphosphonaten und von RANKL Antikörpern;
Klassifikation - Einteilung
Klinefelter Syndrom - angeborene Erkrankung; die betroffenen Jungen / Männer haben meistens ein zusätzliches X Chromosom, genetisch können aber auch andere Veränderungen vorliegen;
klinische Studie - allgemeiner Begriff für wissenschaftliche Untersuchungen an und mit Patienten; bei klinischen Studien werden verschiedene Phasen unterschieden; Phase I:Untersuchung, ob eine Behandlungsmethode sicher und verträglich ist; Phase II: Untersuchung, ob eine Behandlungsmethode wirksam ist; Phase III: Untersuchung zum Vergleich der Behandlungsmethode mit einer anderen, z. B. dem bisherigen Standard; Phase IV: Untersuchung nach Zulassung einer Behandlungsmethode zur Überwachung der Sicherheit und zur Dokumentation auch von seltenen Nebenwirkungen;
klonale Plasmazellen - Bezeichnung für Plasmazellen, die demselben Klon entstammen; Zeichen für Bösartigkeit;
Knochenmark - Hohlraum im Knochen, in dem bei Erwachsenen die Blutbildung stattfindet
Knochenmarkaspirat - Entnahme von flüssigem Knochenmark, oft vom hinteren Beckenknochen; die Entnahme erfolgt mittels einer Spezialnadel in örtlicher Betäubung
Knochenmarkbiopsie - Entnahme von Gewebe aus dem Knochenmark, oft vom hinteren Beckenknochen; die Entnahme erfolgt mittels einer Spezialnadel in örtlicher Betäubung
Knochenmarktransplantation - abgekürzt KMT; Übertragung von Knochenmark eines Spenders auf einen erkrankten Empfänger; ist weitgehend durch die Blutstammzelltransplantation ersetzt worden;
Knochenmarkveränderungen, reaktiv - Bezeichnung für Veränderungen im Knochenmark als Reaktion auf andere Erkrankungen im Körper;
Knochenmarkveränderungen, toxisch - Bezeichnung für Veränderungen im Knochenmark als Reaktion auf Giftstoffe, z. B. Alkohol, Chemotherapie o. a.;
Kolon - Dickdarm
kolorektales Karzinom - siehe Dickdarmkrebs;
Koloskopie - Endoskopie des Dickdarms;
Kombinationschemotherapie - Kombination von verschiedenen Medikamenten der Chemotherapie;
Konditionierung - Bezeichnung für die Behandlung einer Erkrankung vor einer geplanten allogenen Stammzelltransplantation;
kongenitale dyserythropoetische Anämie - Gruppe von seltenen, angeborenen Erkrankungen der Bildung von Erythrozyten; drei Typen, dazu nicht klassifizierte Varianten; werden in Deutschland in einem Register erfasst;
Konsolidierung - Kurzbegriff für Konsolidierungstherapie
Konsolidierungstherapie - Bezeichnung für die Behandlung einer bösartigen Erkrankung im Anschluss an eine erfolgreiche Induktion; Ziel ist die Verhinderung eines Rückfalls oder die Verzögerung der Zeit bis zum Rückfall; die Behandlung wird in einem oder mehreren Zyklen gegeben;
Kortikosteroide - siehe Glukokortikoide
Kortison - siehe Glukokortikoide;
Kreatinin - Abbauprodukt des Stoffwechsels; wird im Urin ausgeschieden; Laborwert zur Beurteilung der Nierenfunktion;
Kugelzellanämie - siehe hereditäre Sphärozytose
kurativ - heilbar; Gegenbegriff zu palliativ;
L
L-Klassifikation - L ist die Abkürzung für Lymphgefäße und beschreibt den Befall der Lymphgefäße in der mikroskopischen Befundung bösartiger Tumore; L0 - kein Befall der Lymphgefäße, L1 - Befall der Lymphgefäße;
Lambda-Leichtkette - Bezeichnung für eine der beiden leichten Immunglobulinketten; siehe Kappa Leichtkette;
Laparoskopie - Endoskopie der Bauchhöhle
laparoskopisch - Knopfloch-Chirurgie
LDH - Laktatdehydrogenase; kommt fünf verschiedenen Formen (Isoenzyme) und in fast in allen Zellen des Körpers vor; Laborwert zur Beurteilung des Zerfalls von Zellen und als Maß der Aktivität von Lymphomen und Leukämien;
Leberzirrhose - fortgeschrittenes Stadium von chronischen Lebererkrankungen mit zunehmendem Verlust der normalen Leberfunktion;
Leichtketten - bilden zusammen mit den schweren Ketten die Immunglobuline; Einteilung in Kappa- und Lambda-Leichtketten;
Lenalidomid - Medikament aus der chemischen Gruppe der Piperidindione; ähnliche Struktur wie Thalidomid; kann Tumorwachstum hemmen, die Neubildung von Blutgefäßen hemmen und das Immunsystem beeinflussen; wirksam beim Myeldysplastischem Syndrom, beim Multiplen Myelom und anderen Krebserkrankungen; Gabe oral;
Leukämie - weißes Blut; wird mit dem Begriff Blutkrebs gleichgesetzt; umfasst Krankheitsbilder mit sehr unterschiedlichen Verläufen; formal werden akute und chronische Leukämien unterschieden;
Leukovorin - siehe Folinsäure;
Leukozyten - weiße Blutkörperchen; enthalten im Blut die folgende Untergruppen: neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten; Lymphozyten; Monozyten;
light chains - englischsprachiger Begriff für die Leichten Ketten der Immunglobuline;
liposomal - Beschreibung für eine chemische Zubereitung von Medikamenten, mit der z. B. Zytostatika in kugelförmigen Liposomen durch den Körper zu Tumorzellen transportiert werden können; die Verkapselung in Liposomen schützt die Medikamente vor der vorzeitigen Zerst
Locally Advanced Pancreatic Cancer - LAPC
Lymphe - Flüssigkeit zum Transport von Blutzellen, Eiweiße u. v. m. von der Gewebsflüssigkeit zu den Blutgefäßen; befindet sich in den Lymphgefäßen; zentrale Rolle im Immunsystem;
Lymphgefäße - dichtes Netzwerk von sehr dünnen Gefäßen zum Transport der Lymphe; ähnlich wie Blutgefäße aufgebaut;
Lymphknoten - Organe im Lymphsystem; sind von einer Kapsel umgeben und durch die Lymphgefäße miteinander verbunden; die meisten normalen Lymphknoten haben einen Durchmesser < 1 cm, können aber in ihrer Größe schwanken;
Lymphom - Lymphknotenvergrößerung; die Ursachen sind vielfältig und reichen von Entzündungen bis zu bösartigen Erkrankungen; der Begriff wird als Verkürzung für Non-Hodgkin Lymphom benutzt;
Lymphom, indolent - Verkürzung für Indolente Non-Hodgkin Lymphome; siehe Leitlinie Indolente Non-Hodgkin Lymphome;
lymphoplasmazytisches Lymphom - anderer Name für Morbus Waldenström; gehört zu den indolenten Non-Hodgkin Lymphom; siehe Leitlinie Morbus Waldenström;
Lymphozyten - Untergruppe der Leukozyten; die zwei Hauptgruppen sind die B- und die T- Lymphozyten;
M
M-Gradient - Beschreibung der Form einer Eiweiß-Elektrophorese, bei der die beiden Gipfel von Albumin und den Gammaglobulinen eine ähnliche Form haben; dies ist typisch für Patienten mit Multiplem Myelom, anderen Non-Hodgkin Lymphom oder MGUS;
Magnetresonanztomographie - abgekürzt MRT; anderer Begriff: Kernspintomographie; bildgebendes Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung von Körperregionen; setzt den Körper starken Magnetfeldern aus und misst die Resonanz;
Mammakarzinom - Brustkrebs; siehe Leitlinie Brustkrebs der Frau, siehe Leitlinie Brustkrebs des Mannes
Mammographie - bildgebendes Verfahren zur Untersuchung der Brust; nutzt Röntgenstrahlen zur Darstellung; Bestandteil des Brustkrebs - Screening;
Mantelzell - Lymphom - gehört zu den indolenten Non-Hodgkin Lymphomen, zeigt jeoch in den meisten Fällen einen klinisch aggressiven Verlauf; siehe Leitlinie Mantelzell-Lymphom;
Marginalzonenlymphom - Erkrankung aus der Gruppe der indolenten Non-Hodgkin Lymphome; wird nach dem Ursprung in verschiedene Formen eingeteilt; siehe Leitlinie Nodales Marginalzonen-Lymphom; siehe splenisches Marginalzonen-Lymphom;
MCHC - Abkürzung für den englischsprachigen Begriff der Mittleren Korpuskulären Hämoglobinkonzentration (Mean Corpuscular Hemoglobulin Concentration); berechneter Laborwert zur Konzentration von Hämoglobin im Hämatokrit;
Mediastinoskopie - Endoskopie des vorderen Mediastinums;
Mediastinum - Bereich des Körpers im mittleren Brustkorb zwischen den beiden Lungenflügeln; umfasst das Herz, die großen Blutgefäße, Luft- und Speiseröhre;
Megakaryozyt - Vorläuferzelle der Thrombozyten im Knochenmark;
Melphalan - Medikament aus der Gruppe der Alkylantien; wirksam beim Multiplen Myelom, beim Eierstockkrebs und anderen Krebserkrankungen; Gabe intravenös oder oral;
Membran - Haut; Bezeichnung z. B. für die äußere Hülle von Zellen;
Metastase - Tochtergeschwulst; Absiedlungen eines Tumors in einem anderen Organ, z. B. einem Lymphknoten, der Leber, der Lunge o. ä.; das Gewebe entspricht dem Ersttumor und hat sich über die Lymph- oder die Blutgefäße im Körper ausgebreitet;
Methotrexat - Medikament aus der Gruppe der Antimetabolite, Analogon von Folsäure; wird in der Chemotherapie vor allem bei der Akuten Lymphatischen Leukämie, beim Burkitt Lymphom, beim Osteosarkom und beim Brustkrebs eingesetzt; auch wirksam bei anderen Krebserkrankungen und in der Behandlung von Autoimmunkrankheiten; Gabe intravenös, intramuskulär, intrathekal oder oral;
MGUS - Abkürzung für Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz;
MHC - Major Histocompatibility Complex = Haupthistokompatibilitätskomplex; Struktur auf der Oberfläche von Zellen; bestimmt die immunologische Identität; wird in 2 Gruppen (Klasse I und Klasse II); hat besondere Bedeutung in der Transplantationsmedizin;
Mikroorganismen - Bezeichnung für Lebewesen, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind;
Milz - Organ im menschlichen Körper; Lokalisation im linken Oberbauch, geschützt durch die unteren Rippen; als Faustregel für die Größe einer normalen Milz gilt 4 x 7 x 11 cm (Breite x Tiefe x Länge); Form und Größe der Milz sind aber von Person zu Person unterschiedlich;
minimale Resterkrankung - Bezeichnung für den Zustand einer bösartigen Erkrankung, in dem mit den bisher üblichen Verfahren keine Tumorreste mehr nachweisbar sind; molekularbiologisch oder mit anderen hoch empfindlichen Methoden gibt es aber Hinweise auf Reste der Erkrankung;
minor response - Abkürzung: MR; geringes Ansprechen
MIPI - Abkürzung für Mantle cell lymphoma International Prognostic Index; ermöglicht die Abschätzung der Prognose von Patienten mit Mantelzell-Lymphom; siehe Leitlinie Mantelzell-Lymphom;
Mitoxantron - Medikament aus der Gruppe der Anthracenedione; wird in der Chemotherapie bei der akuten myeloischen Leukämie, bei malignen Lymphomen und beim Brustkrebs eingesetzt; auch wirksam bei anderen Krebserkrankungen und in der Behandlung von Autoimmunkrankheiten,
MM - Abkürzung für Multiples Myelom
monoklonal - zu einem Klon gehörig; in der Medizin bezeichnet es die Abstammung von einer einzigen Zelle oder Zellgruppe, z. B. als monoklonales Immunglobulin beim Multiplen Myelom
monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz - Nachweis eines monoklonalen Immunglobulins im Blut oder im Urin, ohne weitere Krankheitszeichen; esiehe Leitlinie Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz;
monoklonaler Antikörper - von einem einzigen Zellklon produzierter Antikörper; wird bei Laboruntersuchungen zum Nachweis von definierten Substanzen verwandt; stehen auch als Medikamente zur Verfügung;
Monosomie - Begriff aus der Zytogenetik; beschreibt den Verlust eines Chromosoms, angeboren oder erworben; häufige Veränderung in Krebszellen;
Monozyten - Untergruppe der Leukozyten; Hauptaufgaben sind die Vernichtung von Fremdstoffen und die Regulation anderer Funktionen des Immunsystems
Morbus Boeck - siehe Sarkoidose;
Morbus Kahler - historischer Name für Multiples Myelom
Morbus Waldenström - Erkrankung aus der Gruppe der indolenten Lymphome; siehe Leitlinie Morbus Waldenström;
MRD - Abkürzung für Minimal Residual Disease, siehe minimale Resterkrankung
MRT - Magnetresonanztomographie
mTOR - Abkürzung für Mammalian Target Of Rapamycin; Bezeichnung für ein Eiweiß in menschlichen Zellen; Serin-/Threonin-Kinase; wichtige Funktion in der Regulation von Wachstum, Beweglichkeit und Überleben von Zellen; Angriffspunkt für gezielte Medikamente in der Krebstherapie und in der Verhinderung von Abstoßungsreaktion nach Fremdspender - Transplantation;
mTOR Kinase-Inhibitor - Substanz, die den mTOR Signalweg hemmt; einige dieser Substanzen werden in der Krebstherapie eingesetzt; siehe Everolimus, siehe Temsirolimus;
multimodal - bezeichnet in der Medizin die kombinierte Anwendung verschiedener Behandlungsmethoden, z.B. Operation, Bestrahlung und Medikamente;
Multiples Myelom - Erkrankung des Knochenmarks; auch als Plasmoyztom oder früher als Morbus Kahler bezeichnet; entsteht durch die bösartige Entartung von Plasmazellen; siehe Leitlinie Multiples Myelom;
muzinös - schleimbildend; Begriff wird in der histologischen Beschreibung von Tumoren benutzt;
muzinös-zystische Neoplasie - MCN
myelodysplastisches Syndrom - Gruppe von Erkrankungen der blutbilden Stammzelle; führt zu Reifungsstörungen und einem Mangel an Blutzellen; hat ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Akuten Myeloischen Leukämie; siehe Leitlinie Myelodysplastisches Syndrom;
Mykose - durch Pilze verursachte Erkrankung;
N
negativ - in medizinischen Berichten: Befund nicht nachweisbar; in der Regel ist ein negativer Befund ein gutes Ergebnis für den Patienten;
neoadjuvant - Form der medikamentösen Behandlung vor einer Operation; auch als präoperative oder als primäre Behandlung bezeichnet
Nephrektomie - eigentlich Entfernung der Niere; heute wird zwischen einer radikalen Nephrektomie und einer partiellen Nephrektomie unterschieden;
Neurologie - Lehre von den Erkrankungen im Nervensystem;
Neutrophile - Kurzform für neutrophile Granulozyten; Unterform der Leukozyten; können aufgrund ihrer Kernform in stabkernige (junge) und segmentkernige (reife) neutrophile Granulozyten unterschieden werden; Hauptaufgabe ist die Vernichtung von Fremdstoffen und Krankheitserregern;
Nierenzellkarzinom - häufigste Form von Krebs im Bereich der Niere; siehe Leitlinie Nierenzellkarzinom;
Nilotinib - Medikament aus der Gruppe der Tyrosinkinase - Inhibitoren; wird vor allem bei der Chronischen Myeloischen Leukämie eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe oral;
nodales Marginalzonenlymphom - Erkrankung aus der Gruppe der indolenten Non-Hodgkin Lymphome; siehe Leitlinie Nodales Marginalzonenlymphom;
Non-Hodgkin Lymphom - Bezeichnung für alle bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems, die nicht als Hodgkin Lymphom eingeordnet werden; die Einteilung erfolgt nach der WHO Klassifikation;
Normwert - gibt bei Laborwerten den Bereich von Gesunden an;
NR - Abkürzung für den englischsprachigen Begriff einer fehlenden Rückbildung der Erkrankung (No Remission);
Nukleosidanaloga - Gruppe von Medikamenten; aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit natürlich vorkommenden Nukleosiden hemmen sie die Zellteilung und beeinflussen Stoffwechselvorgänge; werden vor allem Behandlung von Krebserkrankungen und von Virusinfektionen eingesetzt;
Nukleoside - natürlich vorkommende Moleküle für den Aufbau von komplexen Nukleinsäuren; bestehen aus einer Nukleobase und einem Zuckermolekül; Nukleobasen werden in Pyrimidine und Purine unterteilt; Zuckermoleküle sind Ribose für die Ribonukleinsäure oder Desoxyribose für die Desoxyribonukleinsäure;
O
ONJ - Osteonecrosis of the jaw - Kieferosteonekrosen
Onkologie - Lehre von den bösartigen Krankheiten; umfasst die Grundlagen und die verschiedenen Erkrankungen; Teilgebiet vieler medizinischer Fachgebiete;
oral - Bezeichnung für die Einnahme von Medikamenten durch den Mund;
Organomegalie - Vergrößerung von Organen;
osmotische Fragilität - beschreibt die 'Zerbrechlichkeit' der Erythrozyten; Laborwert zum Nachweis von Defekten der Erythrozytenmembran, siehe Leitlinie Hereditäre Sphärozytose
Ösophagogastroduodenoskopie - Endoskopie von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm
Osteomyelofibrose - vermehrte Bildung von Bindegewebe im Knochenmark; führt zur Verdrängung und Unterdrückung des normalen Knochenmarks; mögliche Ursachen sind Bestrahlung, Medikamente, andere Erkrankungen u. v. m.; oft entsteht sie ohne erkennbare Ursache;
Osteoporose - auch als Knochenschwund bezeichnet; Verminderung der Knochendichte über das alters- und geschlechtsspezifische Maß hinaus; tritt verstärkt auf bei Bettlägrigkeit, bei geringer körperlicher Aktivität, aber auch durch Beeinflussung des Hormonhaushaltes, durch Vitaminmangel und durch Medikamente;
osteosklerotisches Myelom - Krankheitszeichen des POEMS Syndroms;
Östrogene - weibliche Hormone, zusammen mit den Gestagenen; werden vor allem in den Eierstöcken, aber auch in der Nebennierenrinde und den Hoden gebildet; zu den Östrogenen gehören Östron, Östradiol und Östriol; die Regulation erfolgt durch Hormone der Hypophyse;
Oxaliplatin - Medikament aus der Gruppe der Platinderivate; wird in der Chemotherapie vor allem von Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe intravenös;
P
p.o. - Abkürzung für oral;
Paclitaxel - Medikament aus der Gruppe der Taxane; wird in der Chemotherapie bei Brustkrebs, Lungenkrebs, Eierstockskrebs und anderen Krebserkrankungen eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe intravenös; steht auch in Albumin-gebundener Form zur Verfügung;
palliativ - schützend, unterstützend; in der Onkologie die Behandlung von Patienten, deren Erkrankung nicht mehr heilbar ist; Gegenbegriff zu kurativ;
Pamidronat - Medikament aus der Gruppe der Bisphosphonate; Gabe intravenös;
Pankreas - Bauchspeicheldrüse
Pankreaskarzinom - Bauchspeicheldrüsenkrebs; siehe Leitlinie Bauchspeicheldrüsenkrebs
pankreatische intraepitheliale Neoplasie - PanIN
paraneoplastisches Syndrom - Krankheitsbild bei Krebspatienten, das nicht durch eine Wirkung des Tumors oder seiner Metastasen direkt am Ort der Erkrankung verursacht werden; Auslöser sind lösliche Stoffe, die vom Tumor freigesetzt werden, oder Reaktionen auf den Tumor; vielfältige Erscheinungsbilder z. B. Thrombosen, Haut- und Knochenveränderungen u. v. m.;
Paraprotein - funktionslose Eiweiße; der Begriff wird zur Bezeichnung der krankhaften Immunglobuline bei Patienten mit Multiplem Myelom, bei anderen Non-Hodgkin Lymphomen und beim MGUS benutzt;
Pariser Schema - Schema für Röntgenuntersuchungen bei Patienten mit Multiplem Myelom;
paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie - seltene Blutkrankheit; Ursache ist eine erworbene Mutation im PIG-A-Gen; siehe Leitlinie Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie;
PARP - Abkürzung für Poly ([ADP]-Ribose) Polymerase; Enzyme der DNA - Reparatur;
PARP Inhibitor - Medikamente, die die Funktion von PARP hemmen; Wirksamkeit beim triple negativen Brustkrebs und bei Patientinnen mit BRCA Mutationen;
partielle Nephrektomie - teilweise Entfernung der Niere; Ziel ist die vollständige Entfernung des kranken Gewebes bei gleichzeitigem Erhalt des gesundes Nierengewebes;
Parvovirus B19 - Virus aus der Gruppe der Parvoviren; Ursache der Ringelröteln bei Kindern; bei stark abwehrgeschwächten Erwachsenen, z. B. nach allogener Stammzelltransplantation, kann die Infektion zu hochgradiger Blutarmut aber auch zu Verminderung von Leukozyten und Thrombozyten führen; bei Patienten mit Kugelzellenanämie kann es die Infektion mit Parvoviren einmal zu einer aplastischen Krise führen;
Pathologie - Lehre vom Leiden; Bezeichnung für ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit den Grundlagen und der Diagnostik von krankhaften Veränderungen des Körpers beschäftigt; zur Diagnostik gehören mit dem Auge erkennbare Veränderungen (makroskopisch), mit dem Mikroskop erkennbare Veränderungen (mikroskopisch) und in zunehmenden Maße molekularbiologische Befunde;
Pazopanib - Medikament aus der Gruppe der Multikinase - Inhibitoren; wird vor allem beim Nierenzellkarzinom eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe oral;
PD - Abkürzung für den englischsprachigen Begriff eines Fortschreitens der Erkrankung (Progressive Disease);
Pentostatin - Medikament aus der Gruppe der Purinanaloga; wird bei der Haarzell - Leukämie und bei Non - Hodgkin Lymphomen eingesetzt;
PET - Abkürzung für Positronenemissionstomographie
PET-CT - Abkürzung für die Kombination von Positronenemissionstomographie und Computertomographie
Peutz - Jeghers - Syndrom - seltene angeborene Erkrankung; Ursache ist eine Keimbahnmutation im Tumorsuppressor - Gen STK11; erhöhtes Risiko für gutartige Tumore, vor allem im Magen-Darm-Trakt und an der Haut; erhöhtes Risiko für bösartige Tumore, vor allem im Magen-Darm-Trakt, aber auch andere Krebserkrankungen;
Pfeifer-Weber-Christian-Syndrom - anderer Name: Panniculitis nodularis; schubweises Auftreten von entzündlichen Knoten im Fettgewebe; kann ein paraneoplastisches Syndrom sein;
Pfeiffersches Drüsenfieber - siehe infektiöse Mononukleose
Pfortader - Vene, die das Blut von Darm, Milz und Bauchspeicheldrüse zur Leber transportiert;
Pfortaderthrombose - Thrombose in der Pfortader;
PgR - Abkürzung für Progesteron-Rezeptor; wird in % angegeben;
Phase I Studie - siehe klinische Studie
Phase II Studie - siehe klinische Studie
Phase III Studie - siehe klinische Studie
Pilze - Mikroorganismen, die als Parasiten vor allem auf der Haut, aber auch auf Schleimhäuten vorkommen; in der Medizin bedeutsam als Erreger von Erkrankungen, vor allem bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem; siehe Mykosen;
Plasmapherese - Doppelbedeutung: 1. Methode zur Verminderung des Bluteiweiß bei Patienten mit Hyperviskositätssyndrom; wird wie Blutaustausch bei einer Dialyse durchgeführt; 2. technisches Verfahren zur Trennung von Blutplasma; wird industriell zur Herstellung von Blutplasma-Präparaten genutzt;
Plasmazell-Leukämie - Sonderform des Multiplen Myeloms, bei der bösartige Plasmazellen im Blut nachweisbar sind; siehe Leitlinie Multiples Myelom;
Plasmazellen - Untergruppe der Leukozyten; Endstadium der Reifung von B Lymphozyten; jeder Klon von Plasmazellen produziert einen spezifischen Antikörper; machen bis zu 10 % der Zellen im Knochenmark aus;
plasmozytisches Marginalzonenlymphom - Erkrankung aus der Gruppe der indolenten Non-Hodgkin Lymphome;
Plasmozytom - siehe Multiples Myelom
Platin-Derivate - Gruppe von Zytostatika auf der Basis von Platin; dazu gehören Carboplatin, Cisplatin und Oxaliplatin;
Plattenepithelkarzinom - bösartiger Tumor aus der Gruppe der Karzinome, der aus Epithel hervorgeht
Pleura - Brustfell
Pleuraerguss - vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit im Brustkorb zwischen Rippenfell und Lungenfell; die Ursachen sind vielfältig;
Pleurodese - Verklebung des Brustfells; wird als Maßnahme bei Patienten mit Pneumothorax oder bei Pleuraerguss angewandt; kann chirurgisch durch eine Operation des Brustkorbs oder häufiger durch Einbringen von chemischen Substanzen wie Talkum, Bleomycin u. a. im Rahmen einer Punktion oder einer Thorakoskopie behandelt werden;
PLL - Abkürzung für Prolymphozytenleukämie
PMF - Abkürzung für Primäre Myelofibrose;
Pneumocystis carinii - siehe Pneumocystis jirovecii
Pneumocystis jirovecii - Krankheitserreger aus der Gruppe der Pilze; führt zu einer Lungenentzündung, vor allem bei Patienten mit länger bestehender Abschwehrschwäche, z. B. nach Chemotherapie, bei Einnahme von Medikamenten zur Unterdrückung des Immunsystems, bei erworbener Schwäche des Immunsystems, z. B. AIDS, und bei angeborenen Immundefekten;
Pneumokokken - Bakterien aus der Gruppe der Streptokokken; können u. a. Entzündungen von Lunge, Mittelohr oder Hirnhäuten verursachen; bei Risikopersonen wird eine Impfung empfohlen;
PNH - Abkürzung für Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie;
POEMS Syndrom - anderer Name: Crow Fukase Syndrom; seltene Erkrankung mit Polyneuropathie, Organomegalie, Endokrinopathie, Monoklonaler Gammopathie, Hautveränderungen (Skin);
Polycythaemia Vera; - abgekürzt PV; gehört zu den chronischen myeloproliferativen Erkrankungen; siehe Leitlinie Polycythaemia vera;
Polyneuropathie - neurologische Erkrankung mit Funktionsstörungen, bei der mehrere periphere Nerven gleichzeitig betroffen sind; Verlauf meistens chronisch, kann aber auch akut auftreten; motorische und sensorische Funktionen beeinträchtigt; die Ursachen sind vielfältig, z. B. Vitaminmangel, Diabetes mellitus, Alkoholkrankheit und Medikamente;
positiv - in medizinischen Berichten: Befund nachweisbar;
Positronenemissionstomographie - abgekürzt PET; bildgebendes Verfahren zur Darstellung der Stoffwechselaktivität von Organen und Tumoren; nutzt die Abstrahlung von Positronen nach intravenöser Gabe von Radiopharmaka; in Kombination mit der Computertomographie geeignet zur dreidimensionalen Darstellung von Tumoren und Metastasen;
PR - Abkürzung für den englischsprachigen Begriff einer teilweisen Rückbildung der Erkrankung (Partial Remission);
präoperativ - vor einer Operation
Prävalenz - Begriff aus der medizinischen Statistik; gibt die Zahl von Patienten an, die in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe (z. B. 100.000 Einwohner) an eine bestimmten Krankheit haben; siehe auch Inzidenz
Prednisolon - künstliches Glukokortikoid; aktives Stoffwechselprodukt von Prednison; vielfältige Wirkung, u. a. bei Autoimmunkrankheiten, in der kausalen und in der supportiven Krebstherapie; Gabe intravenös, intramuskulär, oral oder als Injektion in das Gewebe;
Prednison - künstliches Glukortikoid; wird in der Leber zu Prednisolon umgewandelt; vielfältige Wirkung, u. a. bei Autoimmunkrankheiten, in der kausalen und in der supportiven Krebstherapie; Gabe intravenös, intramuskulär, oral oder als Injektion in das Gewebe;
primäre Myelofibrose - abgekürzt PMF; gehört zu den chronischen myeloproliferativen Erkrankungen; siehe Leitlinie Primäre Myelofibrose;
primäre Systemtherapie - Form der Behandlung, bei der zuerst Medikamente im Rahmen von multimodalen Konzepten eingesetzt werden, gefolgt von Operation und / oder Bestrahlung;
Primärtherapie - erste Behandlung einer neuen Erkrankung oder eines neuen Erkrankungsstadiums;
Procalcitonin - Vorstufe des Hormons Calcitonin; Laborwert zum frühen Nachweis und zum Verlauf einer Entzündung;
Progesteron - weibliches Hormon aus der Gruppe der Gestagene;
Proliferation - Wachstum; Methoden zur Bestimmung der Proliferationsrate in der Pathologie sind der Ki67-Labelling Index (niedrig: < 15 %, intermediär: 16 - 30 %, hoch: > 30 %) und die Auszählung der Mitoserate;
Prolymphozytenleukämie - abgekürzt PLL; seltene Leukämie beim Menschen; gehört zu den indolenten Non Hodgkin Lymphomen;
Prophylaxe - Vorbeugung;
Proteasomen-Inhibitor - Gruppe von Medikamenten der Chemotherapie, die das Proteasom in seiner Funktion hemmen; Aufgabe des Proteasoms ist der Abbau von Proteinen in einer Zelle;
Protein - Eiweiß
PTT - Abkürzung für den englischsprachigen Begriff der partiellen Thromboplastinzeit (Partial Thromboplastin Time); genauer aPTT (activated partial thromboplastin time); Labortest der Blutgerinnung, u. a. eingesetzt zur Kontrolle der Wirkung von Heparin;
PV - Abkürzung für Polycythaemia Vera;
Q
Quick - Wert - Bezeichnung für einen nach dem Arzt Armand James Quick benannten Labortest; Labormethode zur Messung der Blutgerinnung; wird in Prozent des Normwerts angegeben; eine bessere Vergleichbarkeit bietet der INR;
R
R-Klassifikation - R ist die Abkürzung für 'residual' und beschreibt den Restzustand eines Tumors nach einer Operation; R0 - kein Residualtumor, R1 - mikroskopischer Residualtumor, R2 - mit dem Auge (bei der Operation) sichtbarer Residualtumor; die R - Klassifikation ergänzt die TNM Klassifikation;
radikale Nephrektomie - komplette Entfernung der Niere;
Radiofrequenzablation - Abkürzung RFA; physikalisches Verfahren, bei dem Hitze durch Hochfrequenzstrom erzeugt wird; bei gezielter Anwendung wird Gewebe zerstört, z. B. Tumor oder Metastasen; wird auch am Herzen zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen angewandt;
Radioimmuntherapie - kombinierte Behandlung durch Medikamente zur Beeinflussung des Immunsystems und durch Bestrahlung; für die Bestrahlung werden die Medikamente der Immuntherapie mit radioaktiven Substanzen beladen; als Medikamente der Immuntherapie werden monoklonale antiklonale Antikörper verwandt;
Radiologie - Lehre von den Beziehungen zwischen ionisierender Bestrahlung und dem menschlichen Körper; Bezeichnung für ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit den Grundlagen und der Anwendung dieser Strahlen in Diagnostik und Therapie beschäftigt;
Radiopharmaka - Einzahl Radiopharmakon; radioaktive Medikamente, die in der Nuklearmedizin eingesetzt werden; die radioaktiven Stoffe können direkt verwendet werden, z. B. radioaktiv markiertes Jod, oder an einen Transportstoff gebunden werden, z. B. an einen monoklonalen Antikörper;
randomisiert - siehe Randomisation
randomisierte klinische Studie - klinische Studie, bei der die Teilnehmer nach einem statistischen Zufallsprinzip den verschiedenen Studienarmen zugeordnet werden; wird verwandt, um eine bewusste oder unbewusste Beeinflussung der Ergebnisse zu vermeiden; siehe auch klinische Studie
Randomisierung - zufällige Zuordnung, z. B. im Rahmen einer randomisierten klinischen Studie
RANKL - Abkürzung für Receptor Activator of Nuclear factor Kappa-B Ligand; gehört zur Familie der Tumornekrosefaktoren (TNF); zentrale Rolle bei der Aktivierung des Knochenabbaus; weitere Funktion im Immunsystem;
Rash - allgemeine englische Bezeichnung für einen Hautausschlag; wird in der Medizin als Begriff für bestimmte Reaktionen der Haut auf Medikamente benutzt;
RCT - Abkürzung für Randomized Clinical Trial, eine randomisierte klinische Studie;
RDW - Abkürzung für den englischprachigen Begriff der Erythrozytenverteilungsbreite (Red blood cell Distribution Width); berechneter Laborwert zur Angabe der Größe von Erythrozyten;
RECIST - Response Evaluation Criteria in Solid Tumors; internationale Empfehlungen zur Beurteilung der Remission bei soliden Tumoren;
refraktär - Begriff wird in der Medizin für Erkrankungen vewandt, die auf eine bestimmte Behandlung nicht oder nicht mehr ansprechen;
Reha - kurz für Rehabilitation
Rehabilitation - Maßnahmen zur Wiederherstellung der Gesundheit
Rektosigmoidoskopie - Endoskopie des Mastdarms und des anschließenden S-förmigen Darmanteils
Rektoskopie - Endoskopie des Mastdarms
Rektum - Mastdarm
Remission - Rückbildung einer Krankheit; die Merkmale für ein Ansprechen können für verschiedene Erkrankungen unterschiedlich festgelegt werden; bei Krebserkrankungen haben sich die Bezeichnungen der partiellen (teilweisen) und der kompletten (vollständigen) Remission durchgesetzt; bei einer partiellen Remission haben sich die messbaren Tumoranteile um mindestens 50 % zurückgebildet; bei einer kompletten Remission sind keine Krankheitszeichen mehr nachweisbar; im Rahmen von klinischen Studien werden die RECIST Kriterien angewandt;
Reti - Abkürzung für Retikulozyten;
Retikulozyten - Stadium der Bildung von Erythrozyten; auch als junge Erythrozyten bezeichnet; die Zahl von Retikulozyten im Blut steigt bei einer Aktivierung des Knochenmarks, z. B. als Reaktion auf eine Anämie;
Rezeptor - Empfänger; bezeichnet die Strukturen auf der Oberfläche von Zellen, an die sich Botenstoffe gezielt anheften können; vom Empfänger wird ein Signal in die Zelle weitergeleitet;
Ribonukleinsäure - abgekürzt RNS oder RNA; Funktionen in der menschlichen Zellen als Bote der Erbsubstanz, in der Regulation von Genen und in der Herstellung von Eiweißen;
Rippenfell - siehe Brustfell
Rituximab - Medikament aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper; eingesetzt in der Behandlung von Patienten mit B Zell Lymphomen; auch bei Autoimmunkrankheiten wirksam;
RNS - Abkürzung für Ribonukleinsäure;
Röntgen - nach Wilhelm Conrad Röntgen benanntes bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Körperteilen; die Darstellung erfolgt zweidimensional; eine Weiterentwicklung ist die Computertomographie;
rote Blutkörperchen - Erythrozyten, rote Blutkörperchen; enthalten Hämoglobin; Hauptaufgabe ist der Transport von Sauerstoff;
Rückenmark - Teil des zentralen Nervensystems; verläuft im Wirbelkanal, von Rückenmarksflüssigkeit umgeben;
S
Sarkoidose - anderer Name Morbus Boeck; Erkrankung unklarer Ursache mit überschießender entzündliche Reaktion und Bildung von Granulomen; die Erkrankung zeigt sich vor allem in Lymphknoten, andere Organe können aber auch betroffen sein;
Sarkom - Oberbegriff für bösartige Erkrankungen, die von Stütz- oder Bindegewebe ausgehen; siehe Karzinom; siehe Hämoblastose;
schwere Ketten - bilden zusammen mit den leichten Ketten die Immunglobuline; Einteilung in Kappa- und Lambda-Leichtketten;
Score - Punktzahl; englischsprachiger Begriff für die zusammenfassende Auswertung von mehreren Faktoren;
Screening - englischsprachiger Begriff für Suchtests, mit denen symptomfreie Personen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe auf das Vorliegen einer Erkrankung oder auf die Anlage für eine Erkrankung untersucht werden; Beispiel Mammographie - Screening;
SD - Abkürzung für den englischsprachigen Begriff eines stabilen Krankheitsverlaufs (Stable Disease);
Segmentkernige - Kurzform für segmentkernige neutrophile Granulozyten; größte Gruppe der Leukozyten im Blut; Hauptaufgabe ist die Vernichtung von Fremdstoffen und Krankheitserregern;
Sentinel Lymphknoten - siehe Wächterlymphknoten;
Skelettszintigrafie - bildgebendes Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung von Körperregionen; für eine bessere Bildqualität wird oft jodhaltiges Kontrastmittel intravenös oder / und als Getränk gegeben; die Methode führt zu einer relativ hohen Strahlenbelastung;
smoldering myeloma - englischsprachiger Begriff für ein Multiples Myelom mit langsamem Verlauf und ohne Organschäden
solitäres Myelom - Sonderform des Plasmozytom, bei der die Krankheit nur an einer Stelle entweder im Knochen / Knochenmark oder außerhalb des Knochenmarks auftritt
Sonographie - Ultraschalluntersuchung
Sorafenib - Medikament aus der Gruppe der Multikinase - Inhibitoren; wird vor allem beim Nierenzellkarzinom und beim Leberzellkarzinom eingesetzt; ist auch bei Formen der Akuten Myeloischen Leukämie und anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe oral;
Splenektomie - Entfernung der Milz; kann auch als partielle (teilweise) Entfernung der Milz durchgeführt werden
splenisches Marginalzonenlymphom - Erkrankung aus der Gruppe der indolenten Non-Hodgkin Lymphome; das Marginalzonenlymphom ist in der Milz;
Splenomegalie - Vergrößerung der Milz;
Stabkernige - Kurzform für stabkernige neutrophile Granulozyten; Untergruppe von jungen Leukozyten; entwickeln sich zu segmentkernigen Granulozyten; die Zahl von stabkernigen Granulozyten im Blut steigt bei einer Aktivierung des Knochenmarks, z. B. als Reaktion nach einer bakteriellen Infektion;
Staging - englischsprachiger Begriff für die Beurteilung des Krankheitsstadiums bei bösartigen Tumoren;
Stammzellapherese - Verfahren zur Gewinnung von Blutstammzellen von Patienten oder Spendern; dafür wird Blut langsam aus einer großen Vene über einen Zeitraum von mehreren Stunden entnommen und mittels Zentrifugation aufgetrennt; die Blutstammzellen werden eingefroren, die anderen Bestandteile des Blutes dem Spender zurückgegeben;
Stammzellen - Zellen mit der Fähigkeit zu unbegrenzter Teilung; unterschieden werden embryonale oder pluripotente, nicht determinierte Stammzellen von adulten, determinierten Stammzellen; in der Hämatologie und Onkologie wird der Begriff Stammzellen mit den Stammzellen
Stammzelltransplantation, allogen - Übertragung von Blutstammzellen eines Spenders; es wird zwischen einem Familien - und einem Fremdspender unterschieden; diese Stammzellen werden meistens aus dem Blut gewonnen, können aber auch direkt aus dem Knochenmark entnommen werden;
Stammzelltransplantation, autolog - Übertragung von eigenen Blutstammzellen; diese werden vorher gewonnen und eingefroren; Stammzellen werden meistens aus dem Blut gewonnen, können aber auch direkt aus dem Knochenmark entnommen werden;
Steatorrhoe - Fettstuhl; erhöhter Fettgehalt im Stuhl; tritt auf bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Gallenwege und des Dünndarms;
stereotaktisch - Begriff für einen Eingriff, bei der das Ziel mit Hilfe bildgebender Verfahren im dreidimensionalen Raum dargestellt wird; ermöglicht gezielte Eingriffe unter Schonung der Umgebung, z. B. stereotaktische Operation in der Neurochirurgie, stereotaktische Bestrahlung u. a.;
Steroide - Gruppe von Naturstoffen mit einem identischen chemischen Grundskelett; zu den Steroiden gehören Glukokortikoide, Gallensäure und Vitamin D;
Strahlentherapie - siehe Bestrahlung;
subkutan - Verabreichung eines Medikamentes in Form einer Injektion unter die Haut;
Sunitinib - Medikament aus der Gruppe der Multikinase - Inhibitoren; wird vor allem beim Nierenzellkarzinom und beim GIST eingesetzt; ist auch bei anderen Krebserkrankungen wirksam; Gabe oral;
supportive Therapie - unterstützende Behandlung, die auf die Folgen einer Erkrankung zielt, z. B. Schmerzmedikamente, Antibiotika, Ernährung, psychoonkologische Betreuung u. a.; siehe auch kausale Therapie;
Switch - englischsprachiger Begriff für den Wechsel in einer Behandlung; wird z. B. in der ergänzenden Hormontherapie beim Brustkrebs für den Wechsel zwischen Tamoxifen und Aromatasehemmern verwandt;
Symptom - Krankheitszeichen;
symptomatisch - bezeichnet eine Erkrankung oder einen Patienten mit Krankheitszeichen; siehe auch asymptomatisch
T
T-CLL - chronische lymphatische Leukämie der T Lymphozyten, siehe auch T-CLL
T-Helferzellen - Untergruppe der T Lymphozyten; Hauptaufgabe ist die positive Regulation der Immunabwehr
T-Lymphozyten - Untergruppe der Leukozyten; sie werden ursprünglich im Thymus gebildet; innerhalb der T Lymphozyten werden zwei Gruppen unterschieden: T Helferzellen = CD4 Lymphozyten und T Suppressorzellen = CD8 Lymphozyten
T-Suppressorzellen - Untergruppe der T Lymphozyten; Hauptaufgabe ist die negative Regulation der Immunabwehr
T-Zell Lymphom - Untergruppe der Non-Hodgkin Lymphome nach dem Ursprung aus den T-Lymphozyten;
T-Zellen - siehe T Lymphozyten
Talkum - Pulverform von Talk, einem Mineral aus der Gruppe der Silikate; wird in der Krebsbehandlung zur Verklebung der Rippenfellblätter bei der Pleurodese eingesetzt;
Tamoxifen - Medikament; beeinflusst die Östrogenrezeptoren; wird in der Behandlung von Brustkrebs eingesetzt;
Taxane - Gruppe von Medikamenten der Chemotherapie; dazu gehören Docetaxel und Paclitaxel;
Temsirolimus - Medikament aus der Gruppe der mTOR Kinase-Inhibitoren; wirksam beim Nierenzellkarzinom, beim Mantelzell-Lymphom und bei anderen Krebserkrankungen; intravenöse Gabe;
Testosteron - männliches Geschlechtshormon; gehört zu den Androgenen;
Thalidomid - Medikament aus der chemischen Gruppe der Piperidindione; kann Tumorwachstum hemmen, die Neubildung von Blutgefäßen hemmen und das Immunsystem beeinflussen; wurde von 1957 bis 1961 in Deutschland als Schlaf - und Beruhigungsmittel unter dem Namen 'Contergan' eingesetzt; wirksam beim myelodyplastischen Syndrom, beim Multiplen Myelom und bei anderen Krebserkrankungen; Gabe oral;
Therapie - Behandlung;
Thorakoskopie - Endoskopie des Brustkorbs
Thrombose - Bildung eines Blutgerinnsel mit teilweisem oder vollständigem Verschluss des Blutgefäßes;
Thromboseprophylaxe - Maßnahmen zur Vorbeugung von Thrombosen
Thrombozyten - Blutplättchen; Hauptaufgabe ist die Blutgerinnung;
Thrombus - Blutgerinnsel;
Thymus - lymphatisches Organ hinter dem Brustorgan; Ort der Differenzierung von T-Lymphozyten; bildet sich nach der Pubertät zurück;
TNM Klassifikation - System zur Einteilung bösartiger Tumore; unterschieden werden die Größe des Tumors (T1-4), der Befall von Lymphknoten (N0-2) und der Nachweis von Fernmetastasen (M0-1);
Tonsillen - Mandeln; lymphatisches Organ im Rachenraum;
Toxin - Giftstoff; in der Medizin werden vor allem Giftstoffe aus Pflanzen, Bakterien und Pilzen verwandt
Toxoplasmose - Infektionskrankheit, die meistens unbemerkt verläuft; Krankheitszeichen können vergrößerte Lymphknoten, Fieber und leichtes allgemeines Krankheitsgefühl sein; gefährdet sind Personen mit Schwächung des Immunsystems; Erreger ist Toxoplasma gondii;
Transfusion - Kurzbegriff für Bluttransfusion; bezeichnet im eigentlichen Sinn die Übertragung von Blut; wird heute für die Übertragung von Blutbestandteilen benutzt, vor allem von Erythrozyten;
Translokation - Begriff aus der Zytogenetik; beschreibt die Verlagerung von Chromosomenteilen; unterschieden werden balancierte Translokationen ohne Verlust von genetischem Material und unbalancierte Translokationen mit Verlust oder Vermehrung von genetischem Material; häufige Veränderungen in Krebszellen;
Transplantation, allogen - eigentlich Übertragung von fremdem Gewebe oder fremden Zellen; in der Hämatologie wird der Begriff oft für die Übertragung von Stammzellen benutzt; siehe Stammzelltransplantation, allogen
Transplantation, autolog - eigentlich Übertragung von eigenem Gewebe oder eigenen Zellen; in der Hämatologie wird der Begriff oft für die Übertragung von eigenen Stammzellen für die Blutbildung verwandt
Trastuzumab - Medikament aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper; wird zur Behandlung von Patienten mit HER2 positivem Karzinom eingesetzt, vor allem beim Brustkrebs, aber auch beim Magenkrebs;
triple negativ - dreifach negativ; Begriff bei Brustkrebs: kein Nachweis von Rezeptoren für Östrogen, Progesteron und HER2
Trisomie - Begriff aus der Zytogenetik; beschreibt den Verdreifachung eines Chromosoms, angeboren oder erworben; häufige Veränderung in Krebszellen;
Truncus coeliacus - Arterie; geht von der Bauchschlagader unterhalb des Zwerchfells ab und versorgt die Leber, die Bauchspeicheldrüse, die Milz, den Magen und den Zwölffingerdarm;
Tuberkulose - Infektionskrankheit mit langsamem und chronischem Verlauf; Krankheitszeichen sind abhängig vom betroffenen Organ, am häufigsten ist die Lunge betroffen; gefährdet sind Personen im schlechten Allgemeinzustand; Erreger ist das Tuberkelbakterium Mycobacterium tuberculosis;
Tumor - allgemeiner Begriff für eine Geschwulst; wird oft als Begriff zur Beschreibung von Krebs benutzt
Tumormarker - Begriff für im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten nachweisbare Substanzen, die das Vorhandensein oder die Aktivität einer bösartigen Krankheiten anzeigen; siehe auch CEA, CA 19-9;
Tumorsuppressorgen - Überbegriff für Gene, die die Entstehung bösartiger Tumore unterdrücken; bei angeborenen oder erworbenen Veränderungen in diesen Genen entfällt diese Kontrollfunktion, das Risiko für die Entstehung bösartiger Tumore steigt;
U
Überexpression - verstärkte Bildung einer Zellstruktur, z. B. eines Rezeptors oder eines Proteins; die Überexpression kann zum Nachweis einer bösartigen Krankheit oder zur Einteilung genutzt werden;
UICC - Union Internationale Contre le Cancer; internationale Vereinigung gegen Krebs; ist für die Zusammenfassung von Befunden der TNM Klassifikation in 5 Stadien (0 - IV) verantwortlich;
Ultraschalluntersuchung - bildgebendes Verfahren mit Schallwellen oberhalb des menschlichen Hörvermögens; wird vielfältig eingesezt, z. B. für Untersuchungen des Bauchs, der Lymphknoten, der Brust, der Schilddrüse, des Herzens (siehe Echokardiographie) u. a.;
V
V-Klassifikation - L ist die Abkürzung für Blutgefäße beschreibt den Befall der Blutgefäße in der mikroskopischen Befundung bösartiger Tumore; V0 - kein Befall der Blutgefäße, V1 - Befall der Blutgefäße;
Vene - Blutgefäß, das Blut aus den Organen und Körperteilen zum Herzen transportiert;
very good partial remission - englischsprachiger Begriff aus der Behandlung von Patienten mit Multiplem Myelom; bezeichnet die sehr gute partielle Rückbildung der Erkrankung nach einer Behandlung;
VGPR - siehe very good partial remission;
Vinblastin - Medikament aus der Gruppe der Vincaalkaloide; wirksam bei malignen Lymphomen, Hodenkrebs, Brustkrebs und anderen Krebserkrankungen; auch wirksam bei Autoimmunerkrankungen wie der Immunthrombozytopenie;intravenöse Gabe;
Vincaalkaloide - Gruppe von Zytostatika; ursprünglich gewonnen aus Immergrün; wirksam bei lymphatischen Leukämien, Lymphomen, Brustkrebs, Lungenkrebs, Melanom, Sarkomen und anderen Krebserkrankungen; dazu gehören Vinblastin, Vincristin, Vindesin und Vinorelbin;
Vincristin - Medikament aus der Gruppe der Vincaalkaloide; wirksam bei akuter lymphatischer Leukämie, malignen Lymphomen, Brustkrebs, Sarkomen und anderen Krebserkrankungen; auch wirksam bei Autoimmunerkrankungen wie der Immunthrombozytopenie; intravenöse Gabe;
Vindesin - Medikament aus der Gruppe der Vincaalkaloide; wirksam bei akuter lymphatischer Leukämie, malignen Lymphomen, malignem Melanom und bei anderen Krebserkrankungen; intravenöse Gabe;
Vinorelbin - Medikament aus der Gruppe der Vincaalkaloide; wirksam beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, beim Brustkrebs und bei anderen Krebserkrankungen; intravenöse oder orale Gabe;
Viren - sehr kleine, aus sich selbst nicht teilungsfähige Mikroorganismen; sind zur Vermehrung auf Zellen angewiesen; in der Medizin bedeutsam als Erreger von Erkrankungen; siehe Bakterien; siehe Pilze;
viriles Mammakarzinom - Brustkrebs des Mannes; siehe Leitlinie Brustkrebs des Mannes
Vitamin B 12 - Vitamin; muss mit der Nahrung aufgenommen werden; ist erforderlich für die Blutbildung
von Hippel-Lindau-Syndrom - seltene angeborene Erkrankung; Ursache ist eine Keimbahnmutation im VHL Gen; erhöhtes Risiko für klarzellige Nierenzellkarzinome; die Vererbung ist autosomal; dominant;
Vorsorge - Vorbeugung / Früherkennung
VTE - Abkürzung für venöse Thrombembolien;
W
Wächterlymphknoten - Bezeichnung für den oder die Lymphknoten, die als erste in der Nähe eines bösartigen Tumors von Metastasen betroffen sein können; Wächterlymphknoten werden mit Hilfe von Farbstoffen oder radioaktiven Substanzen identifiziert; auch als Sentinel-Lymphknoten bezeichnet;
Waldeyerscher Rachenring - lymphozytenreiches Gewebe im Bereich der hinteren Mundhöhle und des Rachens; gehört zum lymphatischen Gewebe;
watch and wait - englischsprachiger Begriff ffür eine abwartende Haltung, wörtlich: beobachten und warten; ein Krankheitsverlauf wird beobachtet, aber nicht behandelt; Vorgehen vor allem bei langsam fortschreitenden Erkrankungen ohne belastende Krankheitszeichen;
watchful waiting - anderer Begriff für watch and wait
WHO Klassifikation - Systeme der World Health Organisation zur internationalen Einteilung von bösartigen Erkrankungen, z. B. von Lymphomen oder Hirntumoren;
Wirbel - knöcherner Teil der Wirbelsäule; besteht aus Wirbelkörper, Wirbelbogen und den Fortsätzen; im Wirbelkörperkanal verläuft das Rückenmark; der Wirbelkörper enthält blutbildendes Knochenmark; bei Patienten mit Knochenmetastasen sind häufig die Wirbel betroffen;
X
X chromosomal dominant - beschreibt den Vererbungsweg angeborener Erkrankungen: die Vererbung erfolgt über die Geschlechtschromosomen; das betroffene Merkmal wird ausgeprägt;
X chromosomal rezessiv - beschreibt den Vererbungsweg angeborener Erkrankungen: die Vererbung erfolgt über die Geschlechtschromosomen; das betroffene Merkmal wird nicht ausgeprägt, aber weitervererbt;
Z
Zellkern - zentraler Teil einer Zelle; enthält den größten Teil der Erbinformation;
Zoledronat - Medikament aus der Gruppe der Bisphosphonate; Gabe intravenös;
Zulassungsstudie - Bezeichnung für eine klinische Studie, deren Ziel die Zulassung eines neuen Medikamentes oder eines schon zugelassenen Medikamentes in einer anderen Krankheitssituation ist;
Zystoskopie - Endoskopie der Blase
Zytogenetik - ein Teilgebiet der Genetik; beschäftigt sich mit der mikroskopischen Untersuchung von Chromosomen; siehe Deletion, Monosomie, Translokation und Trisomie;
Zytologie - eigentlich Lehre von der Zelle; wird als Begriff für die mikroskopische Untersuchung von Zellen verwandt; siehe auch Histologie;
Zytomegalie - Infektionskrankheit mit Beteiligung von Lymphknoten, Magen-Darm-Trakt, Lunge, Knochenmark und anderen Organen; tritt im Erwachsenenalter fast nur bei hochgradiger Schwächung des Immunsystems auf, z. B. nach Transplantation; Erreger ist der Zytomegalie-Virus;
Zytomegalie-Virus - Virus aus der Gruppe der Herpesviren; Erreger der Zytomegalie;
Zytostatika - Substanzen, die Wachstum von Zellen hemmen; werden zur Behandlung bösartiger Krankheiten eingesetzt; eigentlich eine Untergruppe von Chemotherapie, wird aber oft damit gleichgesetzt;